300 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1897,
suchungen konnten dort überhaupt nur während der Nacht oder in den ‘frühen
Morgenstunden, so lange der Betrieb der elektrischen Bahnen eingestellt war,
ausgeführt werden. Es ist aus diesem Grunde den Messungen, die während des
Berichtsjahres ausgeführt sind, nur ein beschränkter Werth beizumessen. Sehr
störend wirkte u. A. auch der Umstand, dafßs die im Kompals - Observatorium
bisher benutzte Mire „Buxtehude“ wegen der Schiffe, die auf der Werft der Herren
Blohm & Voss lagen, nicht benutzt werden konnte. Da unterdessen auf Alten-
wärder ein Kirchthurm erbaut worden war, so bestrebte sich die Direktion,
diesen vortrefflichen Punkt als Mire benutzen zu können. Zu diesem Behufe
mulfste ein ziemlich langer Miren-Kanal von dem Observatorium nach der Böschung
des Stintfanges angelegt werden. Aus hier nicht näher zu erörternden Gründen
erwies sich die Ausführung dieser Arbeit während des Berichtsjahres nicht thunlich
und mufste auf das Jahr 1897 verschoben werden.
Die magnetischen Beobachtungen wurden sämmtlich im Kompafs-Obser-
vatorium ausgeführt, und zwar in der ersten Zeit von Herrn Dr. Otto Tetens,
bis derselbe, einer Berufung nach Potsdam folgend, bei dem dortigen Observatorium
eintrat. Später wurden die Beobachtungen von dem Hülfsarbeiter des Direktors,
Dr. Hugo v. Hasenkamp, ausgeführt. Die Instrumente, welche zur Ver-
wendung gelangten, sowie die Methoden der Beobachtung waren dieselben wie
im Vorjahre, und kann daher nur auf den Bericht über die magnetischen Beob-
achtungen im Jahre 1895 verwiesen werden.
Magnetische Deklination 1896.
red, auf Tagesmittel
2011” p 11° 37,0 W.
1227” p 11° 42,0‘ W.
134” p 11° 39,6‘ W,
2020” p 11° 32,7‘ W.
2243" p 11° 41,4 W.
120” p 11° 424‘ W
2119” p 11° 32,7 W.
120" p 11° 37,5‘ W
1243” p 11° 32,9 W,
1122” a 11° 33,3‘ W.
1115" a 11° 36,4 W.
; 12% 1”p 11° 31,8‘ W.
1896,5 Deklinations-Mittelwerth = 11° 36,7‘ W.
Die jährliche Abnahme beträgt demnach seit 159%5 = 6,0. Es ist dies
derselbe Werth für die jährliche Abnahme, wie er aus den Beobachtungen der
Jahre 1894 und 1895 abgeleitet worden ist.
Die jährliche Abnahme der magnetischen Deklination war:
für 1890—1891 5.75,
1891 —1892 4,48‘,
1892—18593 4,93‘,
1893—1894 5,65‘,
1894—1895 6,00‘,
1895—1896 2.0.0.0... RO0,
Mittelwerth für 1890 —189%6 = 5,47.
Es scheint sich aus dieser Reihe zu ergeben, dafs die Gröfse der Ahnahme
der magnetischen Deklination in Hamburg wicder in der Zunahme begriffen ist,
eine Erscheinung, die sich ja auch an anderen Orten ergeben hat.
Magnetische Inklination 1896.
Nadel I und IT
Februar
März
April
Juni
Juli
239 11° 5”a
26 2 0"p
16 1*385"p
19 11920"
18 110®p
28 1*25" bp
29 1241" p
67°392' N
67° 410'N
67°37,0' N.
67°39,5' N.
67° 395 N
67°3718N
67°376'N
”
August