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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

Meufs: Segelhandbuch ‚für den Stillen Ozean. 
den Tonga-Insela und dem Paumotu-Artchipel, und eine östliche, :welche im 
Osten der letztgenannten Inselgruppe nach Norden führt. Auf dem westlichen 
Wege wird die Länge etwa je zur Hälfte auf der nördlichen und der südlichen 
Halbkugel abgesegelt, auf der östlichen fast gänzlich auf letzterer. Die eingehende 
Untersuchung ergab nun die früher nicht genügend berücksichtigte Thatsache, dafs 
die Wahl der Route hauptsächlich von der Jahreszeit abhängig ist. Die. Mittel- 
berechnung ergab nämlich für, eine Abreise von Sydney oder Newcastle (N. S. W.) 
auf der westlichen Route im südlichen Winter (April—Oktober) nach San Francisco 
67 Tage, nach San Diego 71 Tage, auf der östlichen Route im südlichen Sommer 
(November— März) nach San Francisco 73 Tage, nach San Diego 77 Tage gegen 
87 bezw. 91 Tage auf der westlichen Route im südlichen Sommer und 79 bezw. 
33 Tage auf der.östlichen Route im südlichen Winter. : 
Es ist also bei der Ausreise im südlichen Winter (A pril— Oktober) 
die westliche Route, bei der Ausreise im südlichen Sommer (November— 
März) die östliche Route einzuschlagen. 
Die zu .durchsegelnden Entfernungen betragen auf der westlichen Route 
7900 bezw. 8200 Sm, auf der östlichen 8690 bezw. 8970 Sm, je nach der Jahres- 
hälfte, in welche die. Abreise fällt. 
Der. Sommerweg auf der westlichen Route führt nördlich von Neu- 
seeland nach Osten, dann westlich des Paumotu-Archipels und östlich von den 
Hawaii-Inseln nach Norden; der Winterweg auf der östlichen. Route ‚südlich 
von Neuseeland nach Osten und östlich von den Paumotu-Inseln nach Norden. 
Die nähere Betrachtung der Windverhältnisse bestätigt den oben aus- 
gesprochenen Satz, und noch ein fernerer Umstand spricht für die Wahl der 
jeweilig empfohlenen Route. Im Sommer und Herbst des Südens, besonders in 
den Monaten Februar und März, treten im westlichen Theile des Südostpassat- 
gebietes, in der Umgebung der. Fidji-, Tonga- und. Samoa-Inseln und südlich 
davon, in der Gegend des gestörten Passates, mitunter Orkane auf. Das Gebiet 
dieser Orkane wird auf dem Weg südlich vom Neuseeland und östlich der 
Paumotu-Inseln fast gänzlich vermieden, während die westliche Route recht 
hineinführt. Andererseits geht man auf der für den Winter des Südens empfohlenen 
westlichen Route‘ dem Orkangebiete, welches sich im nördlichen Sommer und 
Herbst von der mexikanischen Küste westwärts erstreckt und in den‘ Monaten 
‚Juli. bis Oktober nicht selten von Stürmen heimgesucht wird, mehr aus dem Wege, 
Die Segelanweisungen für die beiden Routen sind dann ausführlich gegeben, 
und zwar von der Ostküste Australiens 1. nach Kalifornien, Oregon und 
Britisch-Kolumbien; 2. nach Honolulu; 3. nach Mazatlan und den nördlichen 
Häfen Mexikos; 4. nach Centralamerika, 
. Die Frage, ob nicht schon bei einem Reiseantritt im Oktober die östliche 
Route gewählt werden sollte, da die Störungen des Südostpassates, welche die 
Reisen auf der westlichen Route so sehr verlängern, mitunter schon im November 
eintreten, wird dahin entschieden, dal man bis Mitte Oktober immer die west- 
liche Route einschlagen und auch in der zweiten Hälfte dieses Monats nur dann 
die. östliche Route südlich von Neuseeland nehmen sollte, wenn zu Anfang der 
Reise östliche Winde angetroffen werden, die auf dem Wege nördlich von Neu- 
seeland langen Aufenthalt befürchten lassen. ; 
Von Melbourne und der Bafs-Strafse kommend, nehme man auf Reisen 
nach Honolulu stets den Weg nördlich von Neuseeland, desgleichen auf Reisen 
nach Kalifornien, wenn dieselben von April bis Oktober angetreten werden, in 
allen übrigen Fällen aber gehe man. südlich der Inseln. 
Die kürzeste Reise auf der westlichen Route machte „Christine“ in 49 Tagen 
von Sydney nach San Francisco. Der Weg durch die Cook-Strafßse kann nicht 
empfohlen werden. 
Die Rückreise nach Australien ist insofern leichter auszuführen, als der 
gröfste Theil des Weges mit günstigem Passatwind zurückgelegt werden kann, 
dessen Gebiet die Schiffe im Sommer- und, von San Francisco ausgehend, auch 
meistens im Winterhalbjahr mit den. nordwestlichen Küstenwinden überdies leicht 
und schnell erreichen. Es kann eine Route eingehalten werden, die sich mehr 
dem kürzesten Wege anschliefst und daher erheblich kürzer ist als die der Ausreise; 
7. .. Die zw wählende . Route ist ebenfalls von der Jahreszeit abhängig. Die 
nördliche Route wird von Mai bis etwa Mitte November benutzt, sie schneidet 
Ann. d. Hydr. ate.. 1897, Haft YII. 
9297
	        
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