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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

296 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1897. 
dann mit den vorwiegend westlichen Winden der höheren Breiten an ihren Be- 
stimmungsort. Da der. Passat im Sommer bis ungefähr 33° N-Br reicht, so 
müssen die Schiffe einen erheblich weiteren Weg machen als im Winter, wo 
mitunter fast gar kein Passat angetroffen wird, und daher ein fast direkter Weg 
nach dem Bestimmungsort eingeschlagen werden.kann. Die mittlere Reisedauer 
von Honolulu nach San Francisco beträgt bei Abfahrt im Dezember—März 
18,7 Tage, im April und Mai 22,0 Tage, von Juni bis September 23,1 Tag, im 
Oktober und November 21,2 Tage. 
Zu vermeiden ist es, bei der Durchfahrt zwischen Oahu und Kauai sich 
zu nahe ersterer Insel zu halten und in Lee des hohen Landes den Passat zu 
verlieren, wie es der Bark „J, C. Glade“ erging, die hier 5 Tage lang nahezu 
an derselben Stelle trieb. 
Von San Francisco nach Honolulu sind die Reisen sehr einfach mit 
dem nordwestlichen Küstenwind und dem Passat auszuführen; sie werden von 
deutschen Schiffen selten gemacht, Die Sommerreisen sind durchschnittlich 4 bis 
d Tage kürzer als die Winterreisen, 17,0 Tage bezw. 21,7 "Tage. Die rascheste 
Reise machte „Undine“ im Juli in 15 Tagen; Maury giebt eine Reise von 11 Tagen 
als kürzeste. 
c) Von Ostasien nach Südamerika haben die Reisen meist Hongkong 
als Abgangs- und Callao als Bestimmungshafen. Zur Zeit des Nordostmonsuns 
wird die bereits im Segelhandbuch für den Indischen Ozean besprochene südliche 
Route durch die Sunda-Strafse, Süd um Australien, gewählt, deren Fortsetzung in 
den früheren Abschnitten bereits behandelt ist. In der Südwestmonsunzeit unufs 
von Hongkong nach Callao die nördliche Route eingeschlagen werden. Diese 
schliefst sich zunächst der nach San Francisco an, biegt von 170° W-Lg südlicher 
und geht allmählich, 30° N-Br in 127° W-Lg schneidend, in die Route von 
San Francisco nach der Westküste Südamerikas über; durchschnittliche Reise- 
dauer 113 Tage. Die von „Esmeralda“ gewählte merkwürdige Route brachte 
diese Bark in 108 Tagen nach Callao. 
Von der Bay von Bengalen wird stets die südliche Route benutzt, sie 
nimmt im Nordostmonsun von Rangun nach Valparaiso ungefähr 100 Tage, im 
Südwestmonsun etwa 112 Tage in Anspruch, nach Callao etwa 11 Tage mehr. 
Die Reisen von der Westküste Südamerikas nach den Südsee- 
Inseln hatten alle Apia als Ziel und wurden sämmltlich auf der nördlich der 
P’aumotu-Inseln gehenden Route ausgeführt. Im südlichen Winter nahm die Reise 
durchschnittlich 10 Tage weniger in Anspruch als im Sommer, die mittlere 
Reisedauer war von Valparaiso 44 Tage, von Iquique bezw. Guayaquil 42 Tage 
and von Callao 40 Tage. 
Von Apia nach Valparaiso hatten 2 Reisen 41 Tage, von Tonga eben- 
dahin im Sommer und Herbst 47 Tage mittlere Dauer. 
14. Von Australien nach der Westküste Nordamerikas und 
zurück. Dem Aufschwung, welchen der Transport von Steinkohlen von der 
Ostküste Australiens nach der Westküste Nordamerikas in letzter Zeit genommen 
bat, verdanken auch verschiedene deutsche Segelschiffe, deren Führer Journale 
der Seewarte führen, Beschäftigung auf dieser Route. Ihr Abgangshafen war 
Newcastle (N. S. W.), ihr Bestimmungsort meist ein Hafen Kaliforniens. Durch 
das eingelieferte Beobachtungsmaterial ist der bis dahin nur mangelhafte Ausweis 
über die einschlägigen Wind- und Strömungsverhältnisse nunmehr so weit ver- 
vollständigt worden, dafs eine Untersuchung über die Wahl der Route möglich 
war. Außer den Journalen der erwähnten Schiffe — 24 an Zahl — wurden 
noch die von 4 Schiffen verwendet, welche mit Kohlen von Newcastle (N. S. W.) 
nach Honolulu gingen. Besonders zur Festlegung der Passatgrenzen wurden 
noch die Journale von sonstigen Reisen nach den Inseln des Stillen Ozeans und 
nach kalifornischen und mexikanischen Häfen zur Untersuchung herangezogen. 
Der kürzeste Weg, rund 6400 Sm, von Newcastle nach San Francisco ist 
wegen der entgegenwehenJen Passate für ein Segelschiff ungangbar, es ist daher 
nothwendig, einen Umweg zu machen, auf dem das Gebiet der beiden Passate 
beim Winde durchsegelt und die Länge in den vorherrschenden westlichen 
Winden der gemäßigten Zone gut gemacht wird. 
Je nachdem nun der Durchstecher durch den Passat gemacht wird, sind 
hier zwei Routen zu unterscheiden: eine westliche, welche irgendwo zwischen
	        
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