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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1897,
alle Ozeane von Eismeer zu Eismeer bewohnt; die Finnfische, von denen der
Schwefelbauch- oder Blauwal und der Finnwal des Stillen Ozeans
zwischen Nordamerika und Japan wandert, der Spitzkopf-Finnfisch zwischen
Kalifornien und dem Berings-Meer, und auch im Eismeer. Von den Zahnwalen
kommt nur der gröfste derselben, der bis 20 m Länge erreichende Pottwal, im
zanzen Stillen Ozean vor, wie er denn auch in den anderen Weltmeeren gefunden
wird, Die verschiedenen Walarten werden durch Zeichnungen dargestellt, wegen
der Lückenhaftigkeit der zoologischen Sammlungen ist die Frage über ihre Zu-
zehörigkeit bei einzelnen Arten noch nicht zweifellos festgestellt, und es bietet
3ich hier für unsere Mitarbeiter zur See ein lohnendes Beobachtungsfeld.
Der zweite Theil — Segelanweisungen — gründet sich in erster
Linie auf den Inhalt der vorhandenen meteorologischen Journale deutscher Schiffe,
ferner auf die ausgefertigten schriftlichen Segelanweisungen für specielle Reisen
und deren Vergleichung mit dem thatsächlichen Verlauf der Reisen, Fremde
Veröffentlichungen wurden sehr wenig, fast gar nicht benutzt.
Von den Journalen wurden alle bis Ende 1894 eingegangenen benutzt.
Es sind unter diesen 1200 bis 1250, welche Beobachtungen aus dem Stillen Ocean
enthalten. Dieselben wurden extrahirt:
1. für die Windbeobachtungen und die Grenzen der Windgebiete. Aus
den einzelnen Daten wurden die mittleren Grenzen für die einzelnen Monate auf
verschiedenen Längen und die Windhäufigkeitsprocente nach 16 Strichen für
Monate und Fünfgradfelder abgeleitet. Die erhaltenen Resultate sind im Segel-
handbuch in 12 großen und einer Reihe kleinerer Tabellen für die Hauptrouten
zegeben. Außer den Journalen der deutschen Kriegs- und Handelsschiffe wurden
hier auch die auf der Seewarte vorhandenen Maurys Journale herangezogen;
2, für die Strömungen, wo dieselben von besonderer Wichtigkeit waren;
3. für die Schnittpunkte auf den verschiedenen Routen von 10° zu 10°,
oder auch 5° zu 5° Breite oder Länge und die Fahrzeiten von Schnittpunkt zu
Schnittpunkt. Daraus wurden die mittleren Schnittpunkte und Fahrzeiten be-
rechnet, die im Segelhandbuch abgedruckt sind. Für weniger befahrene Strecken
sind auch wohl die Schnittpunkte und Fahrzeiten für alle Einzelreisen gegeben
worden;
4. für alle Bemerkungen der Journalführer bezüglich der Wahl der Route,
Verlauf der Reise etc.
An der Hand des gesammelten Materials wurde für jeden in dem betreffenden
Kapitel behandelten Seeweg zunächst eine eingehende Beschreibung der Wind-,
Wetter- und Strömungsverhältnisse desselben gegeben und deren Kinflufs auf den
Verlauf der Reise dargelegt. Ferner wurden die Reisen diskutirt, indem Gruppen
von Reisen, die in derselben Jahreszeit, aber auf verschiedenen Routen gemacht
wurden, miteinander verglichen wurden, und ferner, indem man gleichzeitige Reisen,
die in der Route voneinander abwichen, einander gegenüberstellte. Bei letzteren
Vergleichungen wurde stets die vorhandene Wetterlage mit in Betracht gezogen.
Die Diskussion wurde in ihren Hauptresultaten im Segelhandbuch wiedergegeben,
aufserdem alle Aeufserungen der Schiffsführer über die Wahl der Route.
Daraus ergaben sich zum Schlufs die Segelanweisungen, bei denen jedes-
mal nicht nur die gewöhnlichen — mittleren — sondern auch aufsergewöhnliche
Verhältnisse in Betracht gezogen wurden. In der Abfassung und Ableitung der
Anweisungen wurde stetg danach gestrebt, den Leser zu überzeugen.
Im Anschlusse wurden jedem Kapitel noch die in den Journalen enthaltenen
and zum Theil bereits in den Annalen abgedruckten Berichte und Bemerkungen
über die in dem Kapitel in Betracht kommenden Küstenplätze, das Klima da-
selbst u. s. w. beigefügt. Es wurde damit bezweckt, dafs möglichst Viele zu Worte
kämen und das Buch ein möglichst nationales Werk werde.
Im Einzelnen sind folgende Routen behandelt:
i. Von Europa rund Kap Horn. Diese bringt naturgemäfs vieles aus
den früheren Segelhandbüchern Bekannte, geläutert durch die inzwischen ge-
machten Erfahrungen. Sehr ausführlich wird die Durchsegelung der Stralse
Le Maire, welche einen durchschnittlichen Zeitgewinn von 2 Tagen 17 Stunden
ergiebt, besprochen, und die Kisgefahr sowie die Stürme bei Kap Horn.
Besonders hingewiesen wird auf den grofsen Vortheil, welchen der Schiffsführer
bei Umsegelung des Kaps daraus ziehen kann, dafs er sich die Luftdruckverhält-