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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

Meufs: Segelhandbuch für den Stillen Ozean, 
die Regel. Nördlich von Hongkong treten regelmäßig 2 Hoch- und 2 Niedrig- 
wasser auf, die jedoch stark durch die tägliche Ungleichheit beeinflufst werden, 
Fluthbrandung (bore) kommt sehr erheblich im Mündungsgebiet des Tsien- 
tang-kiang, in kleinerem Mafse im Yang-tse (bei Creek anchorage) vor. Zu 
beachten ist, dafs, ohne Zusammenhang mit den Tiden, der mittlere Wasser- 
stand zu verschiedenen Jahreszeiten verschieden ist, was durch den Einflufs der 
Monsune sich erklärt. 
Die Gezeitenströmungen sind im Allgemeinen unerheblich im freien 
Wasser, der Fluthstrom ist nach Nord oder NW, der Ebbestrom nach Süd oder SO 
gerichtet. Zwischen den Inseln und vor Flufsmündungen sind die Strömungen 
sehr zu beachten. 
An den Inseln des Stillen Ozeans sind die Gezeitenerscheinungen . im 
Allgemeinen sehr unbedeutend, die Angaben allerdings auch gerade dieses Um- 
standes wegen sehr unsicher. KEigentbümlich ist, dafs die Gezeiten bei Tahiti 
sich mehr nach dem Stande der Sonne richten als nach dem des Mondes, 
Zum Schluß wird die Erklärung der verschiedenen Gezeitenerscheinungen 
im Stillen Ozean aus dem Vorhandensein zweier Wellensysteme gleicher Periode 
im Ozean gefunden, die sich unter einem Winkel kreuzen und zwar für jedes 
der beiden flutherzeugenden Gestirne, eine Theorie, die von Airy zuerst als Ver- 
muthung ausgesprochen und von dem Verfasser dieses Abschnittes, Professor 
Dr. Börgen, weiter ausgeführt ist. 
Abschnitt XIV ist dem Transport, der Aufbewahrung und der Be- 
handlung des Chronomeiers gewidmet und legt dem Schiffsführer die sorg- 
fältigste Behandlung dieses hochwichtigen Instrumentes ans Herz. Die Gang- 
berechnung, die Verwendung der Temperaturkorrektion und die Einrichtung 
und Führung des Chronometerjournals ist, als aus den früheren Segelhandbüchern 
bekannt, nicht wiederholt. Kin Verzeichnifs der Zeitsignal-Stationen und 
einiger in neuerer Zeit bestimmter geographischer Positionen im Gebiet 
des Stillen Oceans ist angefügt. Besonders hingewiesen wird auf die Be- 
nutzung der Sternbedeckungen für die Längenbestimmung noch nicht sicher 
festgelegter Küstenpunkte. 
Abschnitt XV, die Anwendung der Lehre vom Magnetismus in der 
Navigation, schliefst sich im Grofsen und Ganzen den gleichartigen Abschnitten 
der früheren Werke an. Die magnetischen Verhältnisse im Gebiet des Stillen 
Ozeans werden eingehend besprochen, Weggefallen ist die Abhandlung über 
den Kompalfs selbst, da dessen Konstruktion und Behandlung nunmehr als ge- 
nügend bekannt vorausgesetzt werden kann. Dagegen ist die Aufstellung der 
Kompasse an Bord, die Kompensation der Deviation und die Aenderung 
der letztern eingehend besprochen, Der Werth des genau geführten Deviations- 
journals zur Beurtheilung des magnetischen Charakters des Schiffes wird dar- 
gelegt, und besonders eingehend wird der Einflufßs des elektrischen Lichtes 
und der Dynamomaschinen behandelt. Für die Bestimmung und Berechnung des 
Krängungsfehlers sind diesmal zwei Beispiele gegeben. 
In Abschnitt XVI lernen wir die wichtigsten Wale des Stillen 
Ozeans und ihre Verbreitung in ihm kennen, erfahren aber auch gleich- 
zeitig, daß die unbegrenzte Raubjagd diese riesigen Säugethiere dem Aussterben 
immer näher bringt, so dafs es in wissenschaftlichem Interesse sehr wichtig ist, 
jede Begegnung mit Walen zu möglichst genauer Beschreibung der gesehenen 
Thiere zu verwenden und diese in den Journalen niederzulegen. Im Südlichen 
Stillen Ozean ist der Fang schon jetzt nicht mehr lohnend, während er im Nörd- 
lichen, namentlich von San Francisco aus, noch eifrig betrieben wird. 1889 
waren 26 in San Francisco beheimathete Schiffe mit Walfang beschäftigt, 1893 
ergab die Waljagd in den Vereinigten Staaten Nordamerikas ein Erträgnifs von 
2 146 736 Dollars. . 
An Bartenwalen kommen im Stillen Ozean vor: der Polar- oder 
Grönlandswal hauptsächlich im Nördlichen Eismeer, da er ein Eiswal ist; der 
Nordwest- oder Japan-Wal zwischen 55° bis 30° N-Br von der japanischen 
bis zur amerikanischen Küste; der Südwal des Stillen Ozeans zwischen 30° bis 
50° S-Br von Australien bis Süd-Amerika, dort namentlich im kalten Peru-Strom; 
der Grauwal nur im nördlichen Breiten «bis 20° N-Br und in der Nähe der 
Küsten im flachen Wasser auf beiden Seiten des Ozeans: der Buckelwal, der
	        
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