Meufs: Segelhandbuch für den Stillen Ozean.
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frische südwestliche Winde von 3 bis 4 Tagen Dauer vor. Der Strom setzt in
der Regel zwischen WNW und SW 0,5 Sm stündlich.
Obgleich die Niedrigen oder Paumotu-Inseln ganz in der Zone des
Südostpassates liegen, ist dieser doch nicht der vorherrschende Wind, nordöstliche
Winde sind zu allen Zeiten häufiger hier als südöstliche. Orkane kommen vor.
An der Westseite der Inseln herrscht schwere Brandung, eine Folge der Südwest-
dünung des Ozeans. Die Meeresströmung zwischen den Inseln ist sehr unregel-
mäfsig, bei anhaltendem Passat nach West, in der Regenzeit zeitweilig nach Ost.
Es ist daher räthlich, die Inseln zu meiden, falls der Weg des Schiffes in deren
Nähe vorüberführt.
Soweit auch die Gesellschafts-Inseln, die Schiffer- oder Samoa-
Inseln und die Phönix-Inseln räumlich auseinanderliegen, so sind doch ihre
Windverhältnisse im Wesentlichen übereinstimmend. Von Mai bis August haben
sie Südostpassat, Dezember bis März veränderliche östliche und nordöstliche
aber oft auch Nordwestwinde. Die Gesellschafts-Inseln und die Phönix-Inseln
haben in der Regenzeit bäufig Nordweststürme und Böen, auf den Samoa-Inseln
kommen Orkane vor. Die Strömung ist bei den Gesellschafts- und Phönix-Inseln
im Allgemeinen westlich, an der Nordküste von Upolu (Samoa-Inseln) setzt sie
im Passat nach NW, in der Regenzeit ist sie veränderlich. An der Südküste
dieser Insel setzt sie fast immer östlich, nahe der Nordwestküste Tutuilas
nach NW. Beim Ostwärtskreuzen sollte man daher die Südseite der Inselgruppe
halten, auch weil dort der Wind beständiger ist.
Die Tonga-Inseln haben in der Trockenzeit, April bis November, ziem-
lich beständigen Südostpassat, in der Regenzeit östliche bis nordöstliche Winde,
im Februar und März treten hier Orkane auf, und zwar häufiger als bei den
Samoa-Inseln.
Bei den Fidji-Inseln wird der Passat vielfach abgelenkt, von April bis
Oktober, der guten Jahreszeit, schwankt er zwischen SE und ENE, von Dezember
bis März ist er am flauesten und durch nördliche Winde unterbrochen. Diese
Zeit, die Regenzeit, bringt auch Orkane. Die Strömungen sind zum Theil vom
Winde abhängig.
Auf und in der Nähe der Tonga- und der Fidji-Inseln kommen Erd- und
Seebeben vor.
Auf Neukaledonien herrschen östliche Winde, die nur ausnahmsweise
die Stetigkeit wirklichen Passats erlangen. Januar und Februar sind die Orkan-
monate. Die Strömung setzt nach NW. innerhalb der Riffe wird sie durch die
Durchfahrten beeinflußt. ;
Das Klima der Neuen Hebriden ist sehr feucht, der Passat herrscht
während der Trockenzeit, Juli bis Oktober einschliefslich. Während der Regen-
zeit wehen veränderliche Winde aus Nord und Ost, dann sind auch Orkane zu
erwarten.
Im Bismarck-Archipel sind vollständig entwickelte Monsunverhältnisse
vorhanden, von Anfang Mai bis Ende Oktober Südostmonsun (Passat), von Anfang
Dezember bis Ende März Nordwestmonsun, April und November sind die Kenter-
monate. Die hohen Inseln lenken häufig den Wind ab. Die Strömung setzt
dem Winde entsprechend.
Neuseeland liegt bereits in der grofsen überwiegend westlichen. Luft-
strömung der gemäfsigten Zone. Es hat daher sehr veränderliche, zum Theil in
ihrer Richtung durch die Gebirge der Inseln beeinflußste Winde. An der Ost-
küste der Mittel-Insel kommt ein föhnartiger NW vor, dem ein Südwester folgt.
In der Cook- und der Foveaux-Straßse weht der Wind meist in Richtung der
Strafsen, Stürme sind häufig. ;
Die Auckland-Inseln haben ein unwirthliches Klima, Stürme und Regen
sind vorherrschend.
Der folgende Abschnitt V, der Luftdruck und seine Beziehungen
zu den Luftströmungen, bringt im Wesentlichen dasselbe wie die gleichen
Abschnitte der früher erschienenen Segelhandbücher. Zur Erläuterung der Ge-
setze ist eine Wetterkarte für Ausiralien als Textfigur beigefügt und ein Diagramm,
welches die Druckvertheilung für Januar bis Februar und Juli bis August auf
den Linien Berings-Straße bis Australien einerseits und Berings-Strafse bis Kap
Horn andererseits veranschaulicht. Die monatliche Barometerschwankung in den
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