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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1897. 
Grade zu kühl, und charakteristisch sind anhaltende feuchte Nebel im Winter, 
die Garüas, die mit schwarzem, getrocknet fest haftendem Niederschlag „Peru- 
vian Paint“ verbunden sind. Fast während des ganzen Jahres ist Südwind an 
dieser Küste beständig herrschend, Nordwind kommt nur gelegentlich in den 
Wintermonaten vor. Stürme kommen selten vor, doch können starke Fallwinde 
gefährlich werden, nachts herrscht leichte Landbriese. 
Die Wind- und Witterungsverhältnisse der Küste von Chile sind ver- 
hältnifsmäfsig einfach und gehören zu den beständigsten der ganzen Erde. Im 
Norden herrschen passatartige südliche Winde, im Süden veränderliche West- 
und Nordwestwinde vor. Im Gebiet der Südwinde herrscht regelmäfsiger See- 
(Virazon) und Land- (Terral oder Puelche) Wind. Im Winter kommen 
Norder vor, bei Valparaiso auch öfters dicke Nebel. Erdbeben sind nicht selten, 
Der Strom setzt längs der Küste nordwärts. 
An der patagonischen Küste herrschen Nordwest- und Südwestwinde, 
boraartige Ostwinde kommen im Winter vor. Da die Winde aus dem westlichen 
Halbkreise gerade auf die Küste stehen, so mufs man, namentlich im Winter, 
stets gegen sie vorbereitet sein. Regen ist häufig und stark. 
Die Inseln im Nördlichen Stillen Ozean liegen nahezu sämmtlich 
im Gebiete des Nordostpassats, daher sind ihre meteorologischen Verhältnisse 
aufserordentlich einfacher Natur. 
Die Hawaiischen Inseln haben von Mai bis Oktober einschließlich 
Nordostpassat, im Winter kämpft der Passat mit westlichen Winden, welche, 
Kona genannt, häufig stürmisch sind. Die Luvseite der Inseln ist aufserordentlich 
regenreich, der Regenfall erreicht 5000 mm. Die Leeseite ist überall da dürr und 
trocken, wo der Passat die Berge überschreiten kann. Sehr interessant sind 
die Beobachtungen am Mauna Loa und Mauna Kea. Oberhalb von 2500 m 
findet man den Passat nicht mehr, wie stark er auch unten wehen mag, bis 
etwa 3800 m Höhe herrscht Stille und darüber hinaus westliche Luftbewegung. 
In Lee dieser Berge wechseln Land- und Seebriese regelmäßsig und bringen 
Feuchtigkeit und Fruchtbarkeit. So liegen vielfach dürre Gebiete in unmittel- 
barer Nähe von üppigster Tropenvegetation. 
Auf den Marianen und Karolinen erleidet der Nordostpassat im Aus- 
gang des Sommers eine Unterbrechung durch Stillen, südliche und gar westliche 
Winde zu der Zeit, wo der Monsun an der asiatischen Küste voll ent- 
wickelt und der Südostpassat am weitesten auf die nördliche Halbkugel herüber- 
gezogen ist. Es kommt vor, dafs während auf Guam östliche Winde wehen, der 
Eingang in den Hafen San Imis de Apra durch eine schwere Dünung aus SW 
oder West zwischen den Riffen unpassirbar ist. Von 1850 bis 1875 sind auf den 
Marianen in Guam 15 Orkane beobachtet, davon 8 im November, 2 im Februar, 
3 im April und je 1 im Juni und September. Auf den Karolinen kommen 
Orkane überhaupt nicht vor. Südlich der Palau-Inseln läuft im Juli und August 
eine starke östliche Strömung von 2 bis 3 Sm Geschwindigkeit. 
Auf den Marshall-Inseln herrschen östliche Winde vor, die von August 
bis November von Stillen und bisweilen von heftigen Südweststürmen unter- 
brochen werden. Die Strömung zwischen den Inseln und Riffen ist sehr unzu- 
verlässig. 
Die Trockenzeit der Gilbert-Inseln mit Passat aus SE bis Ost fällt in 
die Monate Mai bis September; in der Regenzeit sind die Winde zwischen Nord 
und West veränderlich, gelegentlich kommen auch Stürme von orkanartigem 
Charakter vor. In der Trockenzeit liegen die Inseln im nördlichen Theil der 
westlich setzenden ständigen Aequatorialströmung, in der Regenzeit am west- 
lichen Ende derselben. Während dieser Zeit kommen gelegentlich östliche 
Strömungen vor. 
Dadurch, dafs der höchste Luftdruck andauernd im Osten des Ozeans 
liegt und im südlichen Sommer sich eine Rinne niedrigsten Druckes von 
Australien bis nach den Samoa-Inseln ausbildet, erfährt der Passat über der 
Inselwelt des Südlichen Stillen Ozeans große Störungen. 
Auf den Marquesas-Inseln ist der vorherrschende Wind der Passat, 
Von April bis Oktober weht er aus SE, Tua-to-ha der Eingeborenen, von 
November bis März aus ENE, Tieu. Im Oktober bis Januar kommen manchmal
	        
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