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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

280 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1897. 
mit einem die mittleren Windverhältnisse jahreszeitlich darstellenden Kärtchen 
gegeben wird. Aus ihnen geht hervor, daß im Winter die Westküste von Kiusin 
und Nippon Legerwall sind, und dafs sie daher nur von kräftigen Dampfern mit 
Sicherheit befahren werden können. Schiffe, die im Winter nordwärts bestimmt 
sind, sollten sich nach Passiren der Korea-Strafse unter der Küste dieser Halb- 
insel halten, im Sommer aber unter der von Nippon. Die Schiffahrt am südlichen 
Theil der Westküste Nippons und an der Westküste von Kiusiu ist weniger 
zefährlich, da hier das Wetter milder ist und gegebenenfalls auch Nothhäfen 
vorhanden sind. 
Die Durchsegelung der Tsugar-Strafse ist hier durch einige Beispiele 
erläutert und im Anschlufs daran der Ansicht des Kapt. Lindenberg Ausdruck 
yegeben, wonach für Reisen von Hakodate nach Kobe und westlicher gelegenen 
Häfen im Sommer bis Mitte oder Ende September der Weg durch die Korea- 
Straße und die Japan-See zu wählen sei, da, trotzdem derselbe länger, die Reise 
hier schneller als auf der äufseren Route gemacht werden könne; letztere sei 
dagegen im Winter vorzuziehen. 
Das Klima von Yesso ist streng, mit dem Japans verglichen, fast 
sibirisch. Dagegen ist das Klima von Süd- und West-Sakhalin weit milder 
als das der gegenüberliegenden Festlandküste, was durch die aus der Japan- 
See kommende warme Tsusima-Strömung erklärt wird. Ueber Du-e ist ein 
Schiffsbericht des Kapts. W. Stolp gegeben, 
Im Okhotskischen Meere herrschen an der West- und Nordwestküste 
im Winter Landwinde mit klarem Wetter, im Sommer Seewinde von Süd bis 
Ost mit Kälte, dichtem Nebel und Staubregen, September zeigt Land- und See- 
winde mit klarem Wetter. Die Witterungsverhältnisse der Kurilen sind im 
Allgemeinen wenig bekannt. Ein Eissaum von ganz beträchtlicher Breite um- 
viebt von November bis April die Nord- und die Westküste des Okhotskischen 
Meeres, die Zufahrten bleiben fahrbar. Winde vom Ocean her bringen im 
Allgemeinen Nebel. 
An der Südostküste von Kamshatka bleibt Petropavlofsk im Allgemeinen 
im Winter für die Schiffahrt zugänglich. 
Im Berings-Meer ist das Wetter durchschnittlich so nal und unangenehm 
wie nur irgend möglich, es herrschen im Winter Landwinde aus NW und NE, 
im Sommer Seewinde. Die Vega-Expedition beobachtete in ihrem Winterquartier 
beim Kap Serdze-Kamen am 31. Dezember 1878 einen atmosphärischen Wirbel, 
der sich zuerst gegen die Sonne, nachher mit ihr und zuletzt wieder gegen sie drehte. 
Die Küsten und Inseln von Alaska. Point Barrow, die nordwestliche 
Spitze Amerikas, ist der äufserste Punkt, bis zu welchem Segelschiffe, unter Be- 
rücksichtigung des Packeises, mit einiger Sicherheit gelangen können, durch- 
schnittlich nicht vor 10. bis 12. August; die Waldampfer gehen soweit östlich 
längs der Küste, als es das Eis erlaubt, ihr Ziel ist Mackenzie-Bai, Um Mitte 
Oktober sollten aber alle Schiffe, welche nicht überwintern wollen, aus dem 
Polarmeer heraus sein, Auffällig ist das Vorkommen von ungeheuer vielen 
Musquitos in Port Clarence. 
Der Zugang zu den Pribiloff-Inseln wird häufig durch ungünstige Kis- 
verhältnisse erschwert. Da die Inseln keinen Hafen haben und stürmisches 
Wetter stets zu erwarten steht, so sollte man vor Anker immer die Kette klar 
zum Schlippen haben, um sofort unter Segel gehen zu können. 
An der Nordküste von Unalashka (Fox-Inseln, Aleuten) ist die Schiffahrt 
fast nie durch Eis behindert. 
Das Klima der Südküste der Halbinsel Alaska gleicht in auffallender 
Weise demjenigen von Südschweden, Süd- und Südwestnorwegen. Verlälst 
man im Herbst St. Paul auf der Insel Kadyak mit aufkommendem starken 
Nordwestwind, so bringt dieser das Schiff auf der Reise nach San Francisco 
zewöhnlich bis zum Kap Mendocino. Der Hafen von St. Paul ist nur gelegent- 
lich mit Schlammeis bedeckt, im Allgemeinen eisfrei. 
fm Sitka-Sund kommt eine besondere Eigenthümlichkeit der Witterung 
der Schiffahrt besonders zu statten, indem die für die KEinsegelung günstigen 
Winde bei klarem Wetter auftreten, während diejenigen, welche Regen, Schnee 
and Nebel bringen, aus dem Sunde herauswehen. Die Schiffahrt wird durch 
Bis nicht unterbrochen.
	        
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