Meufs: Segelhandbuch’ für den Stillen Ozean,
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ostasiatischen Gewässern sind für Februar und August durch kleine Kärtchen
veranschaulicht. Den Angaben über die Eisverhältnisse, denen eine Liste der
im Ozean getroffenen Eisberge angefügt ist, folgt eine Abhandlung über die
Wassertemperaturen an der Oberfläche, in 400 und 1000 m Tiefe, welche
als besonders wichtige Thatsache ergiebt, dafs die Meeresströmungen sich hier
bis zu einer Tiefe von 400 m auszudehnen scheinen, und dafs das wärmste
Wasser sich nicht in der Nähe des Aequators, sondern zwischen 20° und
30° N-Br und zwar lediglich auf der westlichen Hälfte des Ozeans befindet.
In Bezug auf das specifische Gewicht steht das Wasser des Stillen
Ozeans dem der anderen Ozeane nach. ;
Den Schlufs bilden einige Angaben über die Wellen wie auch in den
frühern Segelhandbüchern.
Abschnitt II, „Allgemeine Uebersicht der Windverhältnisse auf
dem offenen Ozean“, giebt diese in knapper Form unter Hinweis auf den Atlas,
ebenso Abschnitt I1I die mittleren Windverhältnisse und die Windkarten
der verschiedenen Jahreszeiten, Tafel 20 des Atlas „vorherrschende Wind-
richtungen“ ist in einfacherer Form dem Buch beigefügt. Aus diesen Abschnitten
entnehmen wir, dafs der Stille Ozean ebenso wie die anderen seine Passate,
Monsune und veränderlichen Winde hat, und dafs diese genau der Luftdruck-
vertheilung entsprechend auftreten.
Der folgende Abschnitt IV, „Die Winde und die Witterungs-Ver-
hältnisse an den Küsten des Stillen Ozeans“, ist sehr umfangreich, was
sich aus der schon oben erwähnten räumlichen Ausdehnung der Küsten. des
Weltmeeres. und aus seinem Inselreichthum erklärt. Die Beschreibung beginnt
mit den Ostküsten von Tasmanien und Australien und wird nach Norden und
Osten fortschreitend, also rechts herum gegeben, die der Inseln von Nord
nach Süd. ,
Den gefährlichen. Southerly Bursters wird eine eingehende Be-
schreibung zu Theil, ihr Auftreten südlich von Sydney wird sofort den gröfseren
Küstenplätzen telegraphisch gemeldet und durch ein Signal dem Publikum be-
kannt gegeben. Im Uebrigen weht namentlich an der nördlichen Hälfte der Ost-
küste der Südostpassat von April bis September beständig, dagegen herrschen
hier im übrigen Jahr veränderliche Winde. Kigentlicher Nebel ist ungewöhn-
lich und kommt nur gelegentlich in den Sommermonaten zwischen Sonnen-
aufgang und 10"a vor. Neu-Guinea hat unter dem Einflufs des nahegelegenen
Festlandes von Australien regelmäfsige Monsune. ;
Da die Philippinen und die südlich von ihnen gelegenen Inseln sich
im Bereich der Monsune der China-See befinden, so ist hier lediglich auf das
Segelhandbuch für den Indischen Ozean, Seite 108 ff., verwiesen.
Dagegen sind die Windverhältnisse an den Küsten Ostasiens eingehend
behandelt, zunächst die im Monsungebiete liegende Südchinesische Küste und
Formosa. Im Gelben Meer sind besonders im Golf von Petshili und von Liao-
tong unsere Kennfinisse über die. Wind- und Witterungsverhältnisse noch recht
mangelhaft. Ueber die Eisverhältnisse im Peiho (Tientsin) und Lianho (Niutshnang)
erfahren wir, dafs ersterer Flufs von Mitte Dezember bis Anfang März, letzterer
von Mitte November bis Ende März geschlossen ist; die ganze westliche Bucht
des Golfes von Petshili erhält im Winter einen Eissaum, der stellenweise be-
trächtliche Ausdehnung nach See zu erlangt. ; .
Das Klima der Küsten von Korea ist durch die verdienstvollen Beob-
achtungen des Hafenmeisters in Tshimulpo, Herrn Mörsel, seiner Kollegen in
Fusan und Yuenzan, sowie der meteorologischen Behörde in Japan einigermafsen
bekannt geworden. Danach nimmt Korea an dem allgemeinen Charakter des
Klimas Ostasiens zwar Theil, jedoch werden die Monsune durch lokale Land-
winde im Sommer und Seewinde im Winter etwas verdeckt,
Die russische Küste von Vladivostök bis zur Amur-Mündung ist im
Verhältnifs zu ihrer geographischen Breite sehr unwirthlich, während des Sommers
herrschen südöstliche Seewinde, während des Winters Landwinde vor. Die Eis-
saison dauert durchschnittlich 3,2 Monate.
Obwohl Japan seit 1883 ein vortrefflich organisirtes Netz meteorologischer
Stationen besitzt, die zum Theil schon seit 1876 beobachten, hat das grofse Material
noch wenig zusammenfassende klimatologische Bearbeitung gefunden; die hier