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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1897, 
Arbeiten der deutschen Seewarte auf den Navigationsschulen der im Beruf thätige 
Seemann zu einer gründlichen Ausnutzung der Ergebnisse neuester Forschungen 
auf diesem Gebiete geschickt gemacht wird. 
Der Mangel an gröfsern Ausarbeitungen über die Erscheinungen des 
Stillen Ozeans bedingte umfangreiche Vorarbeiten, von denen besonders hier 
erwähnt werden mögen: 
Dr. Caesar Puls-Marburg: „Oberflächen-Temperaturen und Strömungs- 
Verhältnisse des Aequatorial-Gürtels des Stillen Ozeans“. Veröffentlicht in „Aus 
dem Archiv der Deutschen Seewarte“, XVII. Jahrgang, 1895. 
Dr. G. Schott, Hülfsarbeiter bei der Seewarte: „Oberflächen-Temperatur 
und Strömungen der Ostasiatischen Gewässer“. Veröffentlicht in „Aus dem Archiv 
der Deutschen Seewarte“, XIV. Jahrgang, 1892. 
E. Knipping, früher Direktor des meteorologischen Observatoriums in 
Tokio (Japan): „Die tropischen Orkane der Südsee zwischen Australien und den 
Paumotu-Inseln“. Veröffentlicht in „Aus dem Archiv der Seewarte“, XVI. Jahr- 
gang, 1893; 
sowie unterschiedliche Segelanweisungen, Reisediskussionen, Besprechungen 
von Stürmen u. s. w., welche im Laufe der Jahre in diesen Annalen veröffentlicht 
sind und deren Aufzählung hier zu weit führen würde. 
Außer dem Direktor der Seewarte, Wirklichen Geheimen Admiralitätsrath 
Professor Dr. Neumayer, sind an der Bearbeitung des Segelhandbuches von den 
Beamten der Seewarte betheiligt: der Meteorologe Professor Dr. Köppen, die 
Abtheilungsvorstände Admiralitätsrath Koldewey und Kapt. Dinklage; dem 
Letzteren gebührt das Verdienst, die Bearbeitung der Segelanweisungen wie in 
den früheren, so auch in diesem Werke in befriedigender Weise gelöst zu haben, 
der Assistent Dr. K. Stechert, welchem der chronometrische "Theil, der 
Hülfsarbeiter Dr. G. Schott, dem der allgemeine physikalische Theil zufiel. In 
bereitwilligster Weise lieferten die aufserhalb der Seewarte stehenden Herren 
Admiralitätsrath Professor Dr. Börgen den Abschnitt über die Gezeiten, Direktor 
Dr. Bolau den über die Verbreitung der Wale, während der in der Redaktion 
dieser Annalen thätige Herr E. Knipping (früher in Tokio) sich der um- 
fassenden Arbeit der Besprechung der Stürme des Stillen Ozeans unterzog. 
Wir geben im Folgenden eine Uebersicht über den Inbalt dieses umfang- 
reichen Werkes, indem wir aus den einzelnen Abschnitten besonders bemerkens- 
werthe Punkte hervorheben. 
Der erste Theil des Segelhandbuches für den Stillen Ozean giebt unter 
der Bezeichung: „Allgemeine Einleitung“ die physikalischen Verhältnisse. 
Abschnitt I behandelt zunächst den Namen dieses Weltmeeres. Die Bezeichnung 
„Stiller Ozean“ stammt von Magellan her, der auf seiner ersten Durchquerung 
dieses Weltmeeres 1520 von Feuerland nach den Philippinen während seiner etwa 
100 tägigen Reise nur ruhiges, schönes Wetter hier antraf. Balbao, welcher von 
der Landenge von Panama aus 1513 zuerst das hier vor seinen Augen nach 
Süden hin sich ausdehnende Meer erblickt hatte, nannte es die „Südsee“, eine 
Bezeichnung, die heute vorzugsweise für die von Gen Inselgruppen im westlichen 
Theil eingenommene Meeresfläche gebraucht wird. Die vom französischen 
Geographen Buache 1750 vorgeschlagene Bezeichnung „Grofser Ozean“ hat ip 
deutschen Seemannskreisen keine Verbreitung gefunden, 
Von der Gesammtfläche des Stillen Ozeans ist mehr als die Hälfte den 
tropischen Einflüssen unterworfen, was durch eine Textkarte zum Ausdruck ge- 
bracht wird, welche auch die Korallengrenze angiebt. Hervorzuheben ist noch 
der Inselreichthum, indem das Verhältnifs der Inselfläche zur Gesammtfläche 
1:333 beträgt (gegen 1: 1745 im Atlantischen Ozean). Die Datumsgrenze ist 
eingehend erörtert. 
Ueber die Tiefenverhältnisse erfahren wir, dafs im Stillen Ozean die 
gröfsten überhaupt gemessenen Tiefen gefunden sind, 9334 m südlich der Tonga- 
Inseln, dafs aber noch weite Gebiete der Forschung harren. 
Die Stromverhältnisse sind von Süd nach Nord jahreszeitlich behandelt. 
Besonders interessant dürfte die Erklärung des kalten Wassers der Peru- und 
Chile-Küste sein, das nicht dem Peru-Strom sein Dasein verdankt, sondern viel- 
mehr kaltes Tiefenwasser ist, welches zum Ersatz des durch den ablandigen Passat 
nach NW fortgeführten Oberflächenwassers dient. Die Stromverhältnisse in den
	        
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