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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

Meyer: Die deutsche Segelschiffahrt während des letzten Vierteljahrhunderts, 19 
mit. Europa, vielmehr gehen die werthvollen Ladungen entweder über die Land- 
enge von Panama und dann mit Dampfern weiter oder per Eisenbahn durch 
Nordamerika. 
IX. Ausgehend Stückgüter und Kohlen. Der Export ist jetzt fast nur 
nach der Westküste von Nordamerika. Dampferverbindungen mit Europa sind 
selbstverständlich nicht vorhanden. ; 
X. Die Bedeutung des direkten Verkehrs ist sehr zurückgegangen, so 
dafs direkte Reisen ausgehend nur noch selten vorkommen; rückkehrend fast 
nur Kopraladungen. 
XI. Ausgehend von Europa ordinäre Stückgutladungen, Coaks und Holz; 
von Nordamerika Petroleum. Rückkehrend meistens Getreide. Werthvolle 
Ladungen in beiden Richtungen mit Dampfern, 
XII. Ausgehend von Europa fast nur Kohlen, von Nordamerika Petroleum. 
Rückkehrend meistens Zucker, Gumkopal oder Kopra; von diesen Artikeln geht 
indessen auch Vieles mit Dampfern. Alles Uebrige mit Dampfern, 
XI. Fast ganz in Händen der. Dampfer. Ausgehend für Segler nur 
noch Petroleum von Nordamerika, wohin auch die wenigen Rückreisen fast 
alle gehen. 
XIV. Ausgehend nur Kohlen; rückkehrend Reis. * Auch der Reistransport 
nach Europa ist. bei Weitem zum gröfsten heil in Dampferhänden. Manche 
Segler kommen. von anderen Häfen nach hier in Ballast. In jüngster Zeit hat 
sich eine rege Reisfahrt in Segelschiffen direkt von hier nach Südamerika und 
Westindien entwickelt, 
XV. Ausgehend Kohlen; rückkehrend Jute oder Leinsaat. Der Verkehr 
wird fast ausschliefslich durch Dampfer vermittelt. Für Vorderindien ist die 
deutsche Segelschiffahrt überhaupt nie von Bedeutung gewesen im Vergleich zur 
englischen Segelschiffahrt. Von Persien und Arabien. liegt nicht eine einzige 
Segelschiffsreise bei der Seewarte vor. 
XVI. Die Segelschiffahrt hat fast ganz aufgehört. 
‚ XVII. Ausgehend Kohlen oder Holz sowie ordinäre Stückgüter. und 
Sprengstoffe; sonstige Güter sowie Rückfrachten nur für Dampfer. Die hier 
Jöschenden Segelschiffe gehen meistens in Ballast weiter. 
XVII. Die Segelschiffahrt ist fast zu Ende. 
Es sind in den Tabellen nun wohl die Anzahl der einzelnen Reisen 
jährlich angegeben, man hat daraus aber keinen Anhalt, wie grofs die Anzahl 
der Reisen sämmtlicher deutschen Segelschiffe oder wie grofs der Procentsatz 
der für die Seewarte journalführenden Schiffe immer war. Für die frühere Zeit 
Jäfst sich dieses auch kaum mehr feststellen; zur Zeit ist es etwa die Hälfte von 
sämmtlichen in transatlantischer Fahrt befindlichen Seglern. 
Von den an der Elbe und Weser beheimatheten Segelschiffen sind nur 
noch etwa 350 in transatlantischer Fahrt; hiervon führen über 200 oder über 60% 
das meteorologische Journal. Wenn man hierzu die wenigen an der Ems und 
Ostsee beheimatheten Schiffe, die noch in grofser Fahrt beschäftigt sind, von 
denen auch einige für die Seewarte arbeiten, hinzurechnet, so ergiebt sich, dafs 
stwa die Hälfte der Führer dieser Segelschiffe Mitarbeiter der Seewarte sind. 
Von den nicht für die Seewarte journalführenden Schiffen ist der gröfsere Theil 
in der Fahrt nach Nordamerika, Westindien. und Brasilien beschäftigt, so dafs 
diese Routen in den Tabellen einer Erhöhung bedürfen, wenn man sie auf die 
gesammte deutsche Segelschiffahrt zur Zeit anwendet. 
Giebt die bisherige Darstellung ein Bild über Stand, Gang und Vertheilung 
der deutschen transatlantischen Segelschiffahrt wie auch im Allgemeinen die Art 
der Güter .an, die ihnen zum Transport bislang verblieben sind, so erscheint er 
auch wünschenswerth, ‚zu wissen, wie sich die Segelschiffahrt zur Zeit an Zahl 
und Gröfse zu der Dampfschiffahrt verhält. Es erscheint hierfür die hamburgische 
Statistik besonders geeignet, weil Hamburg der bedeutendste Hafen des europäischen 
Festlandes ist und sein Handel sich über alle Erdtheile wie auch über sämmtliche 
Handelsartikel erstreckt, was man nicht von vielen Häfen sagen kann. Es 
bestehen von Hamburg nach fast allen Häfen von einiger Bedeutung regelmäfsige 
direkte Dampfer- und Segelschiffsverbindungen, zu denen die irregulären nach 
Bedarf noch hinzukommen.
	        
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