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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1897 
Meiner Meinung nach kann der Platz das ganze Jahr hindurch olıne Gefahr 
von Schiffen besucht werden. Gegen die Winterstürme, welche von SE beginnen, 
dann rasch rechts herum durch SW nach NW holen, ist Los Angeles bei Beginn 
und am Ende derselben durch das Land geschützt, und die draufsen vorliegenden 
Inseln halten auch bei auflandigem Winde eine allzu grobe See von der Rhede 
ab. Die Gefahr ist hier nicht gröfser als auf jeder anderen Seerhede. Trotzdem, 
dafs das ganze Jahr hindurch hier viele Dampfer und Küstensegler verkehren, 
ist doch noch kein Unfall vorgekommen. Die aufgetretenen Stürme sind von 
allen Schiffen gut abgeritten worden. Der Ankergrund ist gut haltend. Das 
Wasser steigt und fällt durchschnittlich 1,5 bis 24m (5 bis 8 Fufs). Das 
Material zum Festmachen der Schiffe an der Mole wird von der Hafenbehörde 
yeliefert. Längs der Mole treiben grofse Schwimmfender, um die Schiffe von 
ihr frei zu halten. Zu demselben Zweck sind in einer entsprechenden 
Entfernung von der Mole Tonnen ausgelegt, an denen die Schiffe mit Trossen 
vom Heck und Bug aus festgemacht werden. Kin kräftiger Schleppdampfer liegt 
Tag und Nacht unter Dampf, um den Schiffen im Nothfall zu jeder Zeit unent- 
geltlich Hülfe zu leisten. 
Auf dem Molenkopf brennen drei Feuer: ein rothes und ein grünes, je 
3 Sm, und in der Mitte zwischen diesen beiden ein weifses, 12 Sm weit sichtbar. 
Diese Feuer waren in meinen Feuerbüchern — unter diesen dasjenige von 
W. Ludolph, Bremen, 1895, 24. Jahrgang — nicht aufgeführt,‘) was die Ver- 
anlassung wurde, dafs sich meine Reise um einen halben Tag verlängerte, weil 
wir unseren Bestimmungsort wegen der vorhandenen, von uns gesichteten Feuer, 
nicht als solchen erkannten. 
Außerdem befindet sich auf dem Molenkopf eine Glocke, welche bei dickem 
und nebeligem Wetter durch einen hydraulischen Motor in Bewegung gesetzt 
wird und, solange dieses Wetter anhält, bei Tag und bei Nacht läutet: 
Die tari!mäfsigen Unkosten eines Schiffes in Port los Angeles sind: 
Schlepplohn und Lootsengeld für ein Schiff von unter 300 Tonnen Tragfähigkeit $ 10,00 
#* ® ” 300— 1200 x = 15,00 
RX pw 1200—2000 » 20,00 
5 - 5 ww = Über 2000 # 23.00 
Einklarirungsgebühren . . . 5,70 
Ausklarirungsgebühren . . 2.000000 00 HH 4,70 
Molen- oder Werftgeld während des Löschens, für einen vollen Tag oder einen Theil 
eines solchen, für Dampfer und Segelschiffe bis zu 200 Reg.-l. Größe , . 
Für jede Tonne mehr %/4 Cents mehr. 
Ein in Ladung liegendes, Ballast einnehmendes oder löschendes oder auf- 
gelegtes Schiff ist nur zur Entrichtung der Hälfte der obigen Werfigeldgebühr 
vernflichtet. 
Die Unkosten der „Artemis“, eines Schiffes von 1400 Registertonnen, 
beliefen sich für 
Schlepplahn läugsseits der Mole und von dort 13 Sm in See auf $ 40,00 
Werftgeld für 21/2 Tage (einschliefslich eines Sunntags) anf. . 37,00 
Protestnotirung . . 0. 2.0. «+ „ 5% # “ 3,00 
Der Ballast kostet frei an Bord 70 Cents die Tonne; Trinkwasser erhält 
man von der Mole zum Preise von 50 Cents für 1000 Gallonen. Der Lohn für 
die Stauer ist sehr hoch und beläuft sich beispielsweise auf 45 Cents für das 
Löschen einer Tonne Cement. Fleisch, Kartoffeln und Gemüse sind im Ueberflufs 
vorhanden, und wenn der Stauerlohn nicht so hoch wäre, dann würde Port los 
Angeles wohl einer der billigsten Plätze sein. 
Wir segelten einkommend durch den Santa Barbara-Kanal. Die südliche 
Strömung längs der Küste haben wir nicht so bedeutend gefunden, als dieses in 
den Segelhandbüchern angegeben ist. Von einem Punkte 2 Sm NNW von Point 
Duma bis zur Mole von Los Angeles ist die Entfernung 13! 2 Sm, Kurs N0z0*40. 
)) Das „Verzeichnifs der Leuchtfeuer aller Meere“ für 1897 enthält auch noch keine An- 
yaben hierüber,
	        
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