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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

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Annalen der Hydrographie und Maäritimen Meteorologie, Juli 1897, 
In der Iki-Strafse wurde der Ebbstrom etwa 1 Sm pro Stunde nach West 
setzend beobachtet, in der Enge zwischen den Goto-Inseln und Kiusiu der Fluth- 
strom südlich setzend, beide Male also günstig für den Kurs der Schiffe. Es 
konnte daher der Weg von Shimonoseki bis Nagasaki — 145 Sm — in 15 Stunden 
zurückgelegt werden. 
3. Sonstige Bemerkungen. 
a) Die Navigirung der Nagato-Strafßse zwischen der Harima- und Bingo 
Nada erfordert besondere Vorsicht. Bei Gegenstrom ist die Passage nach An- 
gabe des Lootsen überhaupt ausgeschlossen, nur bei günstigem Strom sollte man 
sie unternehmen. S. M. SS. „Kaiser“ und „Cormoran“ passirten die Straße bei 
Hochwasser, wurden aber mehrere Male durch Wirbel stark aus dem Kurse ge- 
ürängt. Für schlecht drehende Schiffe ist daher der breitere Kanal oder die 
nördliche Passage empfehlenswerth, da in letzterer der Strom viel geringer ist. 
b) An folgenden Stellen der japanischen Küsten wurden während des 
Passirens zur Nachtzeit Scheinwerferstationen in Thätigkeit beobachtet: 
1. Auf dem Berge Hino Yama, etwa 100 m über dem Feuer von Hino 
misaki. 
2. Auf Ikubabana auf Ikisima. 
3. Auf Nayasima in der Strafe zwischen Hirado und den Goto-Inseln. 
Von Port Blakely nach Plymouth. 
Reisebericht des deutschen Schiffes „Columbus*, Kapt. FR. STÖVER. 
Am 30. September 1896, mit Tagesanbruch, passirte „Columbus“ auf der 
Reise von Port Blakely nach Plymouth bei leichtem östlichen Winde Kap Flattery. 
Frei vom Lande nahm der Wind, bei dickem Regem SE holend, rasch zu, wehte 
vormittags stürmisch, um dann, nach SW umlaufend, rasch wieder abzunehmen; 
jedoch hatte er eine kurze grobe See aufgewühlt. Während der Nacht krimpte 
der Wind nach SE, ging jedoch bald wieder auf SW zurück, um dann im Laufe 
der nächsten Tage in langsamer Drehung, bei frischer Briese, durch West bis 
Nord und NE zu holen und in den Passat überzugehen, ohne dafs sich seine 
nördliche Grenze genau bestimmen lief. Der Passat wehte nur mit mäfsiger 
Stärke und endete bereits am 14. Oktober in 15° N-Br und 123° W-Lg in 
Windstille. 
Die nächsten Tage hatten wir südliche und südöstliche Mallung, so dafs 
unsere Absicht (den Anweisungen der Seewarte folgend), den Parallel von 10° N 
in 122° W zu schneiden, vereitelt wurde; vielmehr standen wir am 19. Oktober 
in 10° N-Br in 124,5° W-Lg. Von da an bis zum nächsten Tage durch Wind- 
stille und Mallung aufgehalten, kam am 20. leichte Südsüdwestbriese durch, mit 
der wir südostwärts hielten, bis der Wind am 22. in 7° 12‘ N-Br und 121° 20‘ W-Lg 
wieder süd- bis südsüdöstliche Richtung angenommen hatte. Bei langsam auf- 
{rischendem Passat auf B. B.-Halsen gingen wir am 27. Oktober, nach 27tägiger 
Reise, in 128,5° W-Lg von der nördlichen zur südlichen Halbkugel über. 
Südlich von der Linie war der Passat anfänglich sehr raum, jedoch stellte 
sich am 31. Oktober in 10° S-Br und 128,8° W-Lg eine Störung ein, indem der 
Wind bei leichter Briese durch Ost nach Nord und dann weiter nach Süd herum- 
ging. Am 3. November, in 14° S-Br und 128° W-Lg, hatte er letzteren Strich 
wieder erreicht, und indem er dann aus SE auffrischte und für das nicht besonders 
steife Schiff manchmal zu hart wehte, führte er uns bis zum 10. November nach 
31° S-Br und 132° W-Lg, wo die Passatgrenze zu liegen schien, da der Wind 
bei einem Luftdruck von 769 mm (unred.) nach NE holte. 
Von hier wurden wir durch mehrere Tage anhaltende frische bis steife 
Briese von Nord bis NE sehr begünstigt, und erst als dieselbe am 14. November 
in 42° S-Br und 122° W-Lg eine nordwestliche Richtung angenommen hatte, 
wurde es flauer, der Wind lief bei leisem Zuge nach Ost zurück, um bald wieder 
aus Süd aufzufrischen. Bei langsam fallendem Barometer und Wind zwischen 
SSW und WSW schwankend, hatten wir längere Zeit eine sehr günstige Ge-
	        
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