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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

272 Annalen der. Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1897, 
beiterer Witterung am 16, bis 20. und 30. bis 31.; für die Nordsee allein ver- 
schieben sich die Grenzen der trockenen Witterung zu deren Gunsten durchweg 
um ein bis zwei Tage, da die östliche Ostsee im Mai eine gröfsere Zahl von 
Niederschlagstagen als die Nordsee hatte. Sehr ergiebige Niederschlagsmengen, 
in 24 Stunden 20 mm überschreitend, fielen am 10. in Süderhöft (22), 11. in 
Tönning (23), 18. in Swinemünde (24), 21. in Hamburg (36), 22. auf Helgoland (23), 
in Keitum (31), Flensburg (32) und Marienleuchte (22) und am 28. in Wismar (33), 
Swinemünde (25) und Wustrow (21). Heitere Witterung trat aufser am 16. bis 20. 
und 30. bis 31. an nahezu der ganzen Küste noch am 8. in einiger Ausdehnung 
an der mittleren und östlichen Ostsee sowie am 24, und 25. an der schleswig- 
holsteinschen Küste auf. Nebel wurde an der Nordsee nur ganz vereinzelt, an 
gröfseren Theilen der. Ostseeküste am 5., 6., 15., 20. bis 22., 27. und 28, beob- 
achtet. Ausgebreitete Gewitter hatte die Nordsee am 6., 22. und 23. und die 
Ostsee am 1., 6., 22., 23. und 28. 
Vom 1. bis 13. lag die Küste meist im Bereich von Depressionen, indem 
Minima, die im Nordwesten über dem Ocean erschienen, während ihres nach dem 
Norwegischen Meere nordostwärts gerichteten Fortschreitens durch Ausläufer 
ihren Wirkungskreis bis Norddeutschland ausbreiteten; ein Hochdruckgebiet lag 
im Südwesten über dem Ocean und ragte in wechselnder Ausdehnung gegen 
Centraleuropa vor. Eine am 10. bis 12, über dem nördlichen Centraleuropa 
lagernde Theildepression hatte in Wechselwirkung mit dem über dem Ocean 
liegenden und sich rasch nordwärts ausbreitenden Hochdruckgebiet an der Nordsee 
am 10. und 11. mehrfach stürmische nordwestliche Winde und vielfach Schnee 
im Gefolge; an diesen Tagen traten auch fast überall die niedrigsten Monats- 
temperaturen ein. 
Am 14. trat das im Südwesten liegende Hochdruckgebiet mit einem von 
Norden her nach Finnland ragenden Hochdruckgebiet durch einen Rücken hohen 
Druckes in Verbindung, und es bildete sich schnell eine Wetterlage heraus, die, 
bis zum 24. anhaltend, nördliche bis nordöstliche Winde an der Küste bedingte: 
Maximum über Nordwesteuropa gegenüber einer Depression über Südosteuropa, 
Diese breitete sich zeitweise und in wechselnder Ausdehnung westwärts über 
Südeuropa aus und drängte in den letzten Tagen dieser Periode das Maximum 
nordostwärts zurück, so dafs an. der Küste nach anhaltend heiterem warmen 
Wetter wieder im Bereich der Depression trübe und regnerische Witterung, mit 
Gewittern im Osten eintrat. 
Die folgenden Tage, der 25, und 26., brachten eine sehr gleichmälsige 
Druckvertheilung; das Maximum verlagerte sich wieder nach dem Südwesten des 
Erdtheiles. Am 27. und 28. erstreckte sich eine breite Depression von den 
Britischen Inseln bis Südosteuropa, während Hochdruckgebiete im Südwesten und 
Nordosten lagerten. Bis dahin behielt die Ostsee nordöstliche bis östliche Winde, 
während die letzten Tage für die Nordseeküste mehr veränderliche Winde 
gebracht hatten. 
Am 29. traten die genannten Hochdruckgebiete durch einen Rücken hohen 
Druckes in Verbindung, und es entwickelte sich alsbald wieder ein umfangreiches 
Hochdruckgebiet, das am 30. und 31., NNE—SSW über den Erdtheil reichend, 
ganz Centraleuropa bedeckte, während Depressionen im Westen und Osten 
Jagerten. Diese Wetterlage bedingte an den westlichen Küstentheilen südöstliche, 
im. Osten nördliche und nordwestliche Winde, somit im Westen wieder warmes, 
heiteres, an der östlichen Ostsee aber kühleres und trübes Wetter, 
Berichtigungen. 
Heft IV, S. 155, Zeile 21 von unten, ist die astronomische Lage des Beobachtungspfeilers 
im Angriffs - Hafen zu berichtigen. Derselbe liegt auf 2° 40‘ 45,1“ S-Br und 141° 17‘ 11,7“ O-Lg. 
(„Nachr. f. Seef.“ 1897, No. 914.) 
Treibeiskarte: Berg vom 11. VI. in 44° 52‘ W gehört nach 43° 13‘ N, nicht nach 42° 13‘ N. 
Gedruckt und in Vertrieb bei E. S. Mittler & Sohn 
Königliche Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei 
Berlin SW, Kochstrafse 68—71.
	        
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