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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1897, 
3. Südlicht am 12. März 1896. Laut Mittheilung von Kapt.C.Friedrichsen, 
Schiff „Senator Versmann“, entflammte um 8 Uhr abends des 12. März 1896, als 
sich das Schiff auf ungefähr 45,5° S-Br und 122° O-Lg befand, ein imposantes 
Südlicht. Der Lichtbogen reichte 10° bis 20° über den Horizont und spannte 
sich hier von OSO bis SSW aus. Der untere Theil der Erscheinung wurde 
durch eine langgestreckte tiefschwarze Nimbuswolke verdeckt. Das Licht nahm 
bis 10 Uhr an Stärke, Glanz und Umfang zu. Oftmals loderte es wie ein Blitz 
am oberen Theile der Wolke auf und sandte oder, besser gesagt, schleuderte 
helle Strahlen bis 70° über den Horizont, welche aber schnell wieder ver- 
schwanden. Im Uebrigen war das Licht so hell und grell, dafs das ganze 
Verdeck davon erleuchtet war. Um Mitternacht war nur noch ein schwacher 
Schein am Horizont. 
4. In Tandjong Priok, Java, existirt nach Kapt. C. Friedrichsen 
vom Schiff „Senator Versmann“ Lootsenzwang. Ohne Schlepperhülfe ist es nicht 
möglich, an die Pier zu gelangen. Beide, Lootse wie Schlepper, fassen ein 
Schiff jedoch nicht eher an, als bis es in einen Abstand von weniger als 1 Sm 
von den Molenfeuern von Priok gekommen ist. „Senator Versmann“, auf 3 Sm 
Abstand liegend, wartete zwei Tage vergeblich auf Assistenz. Das Klima ist 
schlecht, und es kann nicht dringend genug angerathen werden, die Mannschaft 
vom Löschen und Laden sowie von jeder unnöthigen Arbeit fernzuhalten. Man 
hat wohl grofse Kosten dadurch, bedeutend gröfsere jedoch, wenn das Hospital 
in Anspruch genommen werden mufs. Cholera und Fieber grassirten im September 
und Oktober 1896 in hohem Male; auf dem „Senator Versmann“ kamen jedoch 
nur zwei leichte Fieberanfälle vor. Als Ballast nehme man auf keinen Fall 
solchen von Tandjong Priok, sondern Sand aus dem Batavia-Flusse. Selbst die 
Eingeborenen wollten, der Gesundheitsschädlichkeit wegen, um keinen Preis in 
dem Tandjong Priok-Ballast arbeiten. 
5. Bemerkungen über Mobile, Alabama. Laut Bericht von Kapitän 
F. Niejahr, Bark „Anna Schwalbe“, vom September 1896, ist nach Mobile 
gegenwärtig ein Kanal von 24 englischen Fuls Tiefe ausgebaggert, so dafs Schiffe 
mit einem Tiefgange bis zu 23 Fuls anstandslos bis an die Stadt gehen. Es 
giebt hier ein Trockendock und eine Schlipp, welch letztere Schiffe bis zu 
1000 Registertonnen Gröfse aufnehmen kann. 
6. Starker südlicher Strom im Golf von Mexiko. Die Bark „Anna 
Schwalbe“ traf auf der Reise von Santos nach Mobile bei der Ueberfahrt von 
Kap San Antonio nach dem Bestimmungsort im September 1896 zwischen 26° 
und 27° N-Br und auf etwa 87° W-Lg für mehrere Tage einen sehr heftigen, 
zeitweilig nach SO, meistens aber nach Süden setzenden Gegenstrom, der längeren 
Aufenthalt verursachte. Als die Länge von Kap San Antonio passirt war, lenkte 
der Strom, der in den vorhergegangenen beiden Etmalen je 28 Sm recht nach 
Westen gesetzt hatte, nach Nord uud jenseits der Breite des Kaps nach NW. 
In ungefähr 26° N-Br und 87,7° W-Lg trat dann bei abflauendem Passat, dem 
Mallung folgte, die südliche Strömung ein. Es wurde beobachtet: 
am 15. September auf 27,0° N-Br und 87,6° W-Lg S 16° W 56 Sm in 2 Tagen 
m WW. „ 266° „ »„ 868° „ S43°0 82 „ „ 1Tage 
„1%. 5 „ 263° „ „872° „ S13°CW57, „1 » 
18. » „ 272° „ „811° „ 8S12°0 33 , 21» 
In den folgenden beiden Etmalen, welche mit frischerem Nordostwinde die 
Bark zum Ziele führten, setzte die Strömung wieder nach WzN bis West 11 bis 
17 Sm in 24 Stunden. Vielleicht stand der auffällige Strom nach SO und Süd 
in Verbindung mit der zur Zeit stattfindenden Unterbrechung des Passais, die 
einen zeitweiligen Rücklauf des vorher nach West, NW und Nord getriebenen 
Wassers bewirkte.
	        
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