Flaschenposten,
967
1. Februar 1896 in der Lagune des Mille Atoll, dicht bei der Passage Port Rhein
(Marshall-Gruppe), auf ungefähr 6° 13‘ N-Br-und 171° 48‘ O-Lg, im Wasser treibend.
Trift der Flasche in 138 Tagen 74 Sm nach 0'458.
Eingesandt von dem Ksrl. Landeshauptmann für das Schutzgebiet der
Marshall-Inseln...
Notizen.
il. Dürchsegelung der Torres-Strafse, Kapt. C. Friedrichsen
vom Schiffe „Senator Versmann“ berichtet: „Auf der Reise von Newcastle N.S.W.
nach Banyuwangie gelangten wir am 31. August 1896 um 1*30” p in Sicht von
Bramble Cay und ankerten um 6*p mw. W.'/N, 5 Sm von Stephens - Insel, auf
welcher wir mehrere hübsche Häuser erbaut sahen. Bei Tagesanbruch am
1. September setzten wir die Fahrt: durch die Torres-Straße fort und folgten
dem empfohlenen Kurse (Recommended Course) der Karte bis Cocoanut“: Insel,
woselbst wir abwichen und unseren Kurs östlich von der von Bet-Insel sich ost-
wärts erstreckenden Sandbank, zwischen dieser und Sue-Insel hindurch setzten.
Von dort steuerten wir südwestlich auf Harvey Rocks und dann auf Double-
Insel, bei welcher wir, dieselbe mw. WSW, 3 Sm entfernt, peilend, um 6'/" p
auf 91/2 Faden Tiefe zu Anker gingen. Das Abweichen vom empfohlenen Kurse
geschah wegen des schralen Passats. Wir brauchten auf diese Weise keinen
Schlag auf den anderen Halsen zu machen und kürzten die Route um etwa 4 Sm
ab. Natürlich mußte dabei ein sehr sorgfältiger Ausguck nach‘ der Sandbank
gehalten werden, die sich von Bet-Insel ungefähr 7 Sm weit ostwärts erstreckt
und je nach dem Stande der Gezeit einen verschiedenen Anblick gewährt, was
sehr zu berücksichtigen ist.!) Auf Sue-Insel sahen wir einige sehr nette Häuser,
von Kokospalmen umgeben. Der Passat war in der Strafse frisch aus SE, des
nachts mehr nach Ost, tagsüber mehr nach Süd neigend. Nachdem wir. am
nächsten Morgen um 6 Uhr Anker auf gegangen, passirten wir um 9"20”a die
Signalstation auf Goode- Insel und um 11* 50” Booby-Insel. Ein grofses Voll-
schiff, das noch die volle Takelung hatte, safs in der Nähe der Bake des Nord-
westriffes auf Strand. .
Hinsichtlich der Ansegelung der Torres-Strafse, welche am besten durch
den grofsen Nordost-Kanal gemacht wird, möchte ich noch darauf aufmerksam
machen, dafs man dabei ebenso viel Bedacht auf eine nördliche, als auf eine
westliche Stromversetzung nehmen sollte. Im Uebrigen hat die Durchfahrt durch
die Strafe mir sehr gefallen und die Vorstellung von ihrer Gefährlichkeit, die
ich vorher hatte, völlig ausgelöscht. Man muf die Augen offen halten, zugleich
bedenkend, dafs sämmtliche von Korallenriffen und Bänken umgebene Inseln bei
Ebbe und Fluth verschieden aussehen.“ (Vgl. „Segelhandbuch für den Stillen
Ocean“, Seite.890 bis 899. D. Red.)
2. Dauer des Ebbe- und Fluthstromes in der Bali-Strafse.”) Nach
den Beobachtungen des Kapt. C. Friedrichsen vom Schiffe „Senator Versmann“
setzte. während seines Aufenthaltes in Banyuwangie im September 1896 — zweite
Hälfte des Südostmonsuns — die Ebbe von Norden vier Stunden mit 2,5 bis 3,
die Fluth von Süden acht Stunden mit 1,5 bis 2 Knoten Geschwindigkeit.
Zwischen den beiden Strömungen war höchstens 15 Minuten Stillwasser, Die
Fluth trat in der Enge der Bali-Strafse erst eine‘ Stunde später ein als bei
Banyuwangie. . .
1) Beim Abweichen vom empfohlenen Kurse ist auch immer darauf Bedacht zu nehmen,
dafs das Fahrwasser aulserhalb desselben bei Weitem nicht so. sorgfältig untersucht worden ist, wie
das im Kurse, und leicht möglicherweise dort noch Untiefen vorhanden sind, die man bisher noch
nicht entdeckt und in der Karte verzeichnet hat. In einem Korallengewässer wie die "Forres-Strafse
ist solches am ehesten zu erwarten. .
2) Vel. „Segelhandbuch für den Indischen Ocean“, S, 561, 562, 582 und 735,