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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1897. 
doch mufs ich sagen, dafs ich im Ganzen keine bedeutenden Verbesserungen 
in den von mir gemachten Voraussetzungen vorhersehe. 
Leider stand der von mir vorgeschlagene Thermograph zur Bestimmung 
der Temperatur des Wassers an der Oberfläche mir nicht zur Verfügung. 
Beobachtungen mittels eines einfachen Thermometers sind ungenügend. Nur bei 
Benutzung des Thermographs kann man genau die Grenzen der Strömungen und 
den Stufengang des Wechsels der Temperatur bestimmen. Der von mir vor- 
yeschlagene Thermograph ist in meinem Buche: „Der »Vityaz« und der Stille 
Ocean“ beschrieben. Das erste Exemplar dieses Instruments ist bereits im Auf- 
trage der Hydrographischen Hauptverwaltung hergestellt, und ich schätze mich 
glücklich, es der Versammlung vorzeigen zu können. (Darauf demonstrirte der 
Vortragende seinen Thermugraph.) 
In der Nähe der Strafse von Laperouse setzte ich den Lieutenant 
Kuzmin-Karavayef am Leuchtthurm von Crillon aus und trug ihm auf, im 
Felsen eine säkulare Pegelmarke auszuhauen sowie auch den Pegel an einer für 
Beobachtungen günstigen Stelle anzubringen. Die photographische Abbildung!) 
stellt einen Felsen mit der auf ihm ausgehauenen säkularen Pegelmarke dar. 
Falls der gegenwärtige Pegel vom Eisgang fortgeschwemmt werden sollte, kann 
ein neuer Pegel so aufgestellt werden, dafs er genau dasselbe zeigt wie die 
säkulare Marke. Es ist hier am Orte, hinzuzufügen, dafs säkulare Marken auch 
auf solche Felsen eingehauen werden dürfen, welche vom Wasser nur bei Fluth 
erreicht werden. 
Der Aufseher des Crillonschen Leuchtthurmes, H. Shulginovitsh, erwies 
sich als ein sehr sorgfältiger Mann, und in diesen Tagen erhielt ich von ihm 
schöne Beobachtungen über Höhe des Wasserstandes, welche im Laufe eines 
ganzen Monats stündlich gemacht wurden. Nach Bearbeitung wird dieses Material 
zur Bestimmung der Hafenzeit dienen. 
Die Fluthwelle erreicht die Strafßse von Laperouse auf zwei verschiedenen 
Wegen, durch die Strafse von Korea und durch diejenigen der Kurilen. Hier 
tritt zum Theil dieselbe Komplikation wie im Archipel ein, weshalb denn auch 
die Erscheinung von Ebbe und Fluth bei Kap Crillon sehr komplicirt ist, 
Schon die oberflächliche Betrachtung der Beobachtungen von H. Shulgi- 
novitsh ergiebt, dafs es bei Kap Crillon im Allgemeinen nur eine Fluth täglich 
giebt, deren Verspätung mehr oder minder regelmäfsig geschieht, dals aber nach 
einigen Tagen die Welle einer anderen Fluth zu wachsen beginnt, bis zwei kleine 
Fluthen zu beobachten sind, welche später von der anwachsenden Fluthwelle 
gleichsam verschlungen werden, worauf es dann wieder nur eine Ebbe und eine 
Fluth giebt, 
Als ich mit dem Kreuzer „Admiral Kornilof“ aus der Straße von La- 
pE&rouse zurückkehrte, setzte ich meine Flagge auf das Panzerschiff „Imperator 
Nikolai I.“ und unternahm von ihm aus eine Seeaufnahme der Küste vom Kap 
Povorotniy an bis zur Vladimir-Bai, zwei Punkte, zwischen denen die Entfernung 
ungefähr 140 Sm, d. i. 245 Werst, beträgt, 
Aufnahmen der Küste vom Schiffe aus werden ihrer Ungenauigkeit wegen 
längst nicht mehr geübt; diese Ungenauigkeit war indessen die Folge der Un- 
vollkommenheit der Schiffe, von denen aus die Aufnahme gemacht wurde. Diese 
Schiffe besafsen zu wenig Kraft, und jeder Windstolß zwang sie, vom richtigen 
Wege abzuweichen. In dieser Beziehung ist das Arbeiten von einem grofsen 
Schiffe aus weit bequemer als von einem kleinen; da viele der russischen Meeres- 
küsten nur sehr unvollkommen beschrieben sind, so unternahm ich absichtlich 
diese Arbeit, um einerseits die vielen Ungenauigkeiten der Karte zu verbessern 
and andererseits zu erproben, inwiefern man heutzutage einer Seeaufnahme Ver- 
trauen schenken darf. Abgesehen davon, daß gegenwärtig Schiffe mit Maschinen 
von grofser Pferdekraft versehen werden, wird die Genauigkeit der Arbeit auch 
durch die zahlreichen Vervollkommnungen des Kompasses sehr begünstigt. Die 
gegenwärtigen Kompasse mit einer leichten Rose von grofsem Durchmesser sind 
bekanntlich bedeutend genauer als der frühere; sie sind nicht träge, und ihr 
Prisma ermöglicht, das Azimuth mit einer Genauigkeit bis zu 10’ zu bestimmen. 
) Hier fortgelassen.
	        
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