Hydrographische Arbeiten des Köntre:Admirals Makarof
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Die‘ kömplicirten im Archipel‘ vor sich gehenden Erscheinungen müssen
mittels Fluthmesser studirt werden. Stellt man diese Instrumente an verschiedenen
Punkten auf und macht man genaue Beobachtungen - über Schwankungen des
Wasserstandes, so wird man jede Welle so-genau einzeln verfolgen und die
Schnelligkeit ihres Vordringens bestimmen können, dalßs man von jeder Welle
wird sagen können, welchen Weg sie zurückgelegt hat.
Die detaillirte Ausarbeitung der Beobachtungen über die Schwankungen des
Wasserstandes im Archipel wird Material liefern zu theoretischen Schlüssen über
Schnelligkeit der Wellen bei verschiedenen Bedingungen der Breite und Tiefe
des Kanals, in welchem diese Wellen rollen u. 8. W.
Unsere . unbedeutenden Beobachtungen haben auch bewiesen, dafs der
Fluthmesser als transportables Instrument angesehen werden kann. Möge man
Fluthmesser solide aufstellen und Steinbauten für sie errichten, wo dies möglich
ist, aber will man sich die Gesetze der Verbreitung von Fluthwellen klar machen,
so muß man daneben mit transportablen Fluthmessern arbeiten, letztere bald
hier, bald dort aufstellen und die Beobachtungen mit dem festen Vorsatz führen,
sich keine der Schwankungen des Wasserstandes entgehen zu lassen.
Ein specielles Schiff; welchem drei bis vier tragbare Fluthmesser zu
Gebote stehen, kann im Archipel im Laufe eines Jahres so umfassende Beob-
achtungen machen, dafs ‘sie eine sichere Basie bilden werden zu richtigen Schlufs-
folgerungen. - .
Wenn ich von den Schwankungen des Wasserstandes spreche, darf ich
das Faktum nicht umgehen, daß es nur an wenigen Punkten sichere Pegel giebt,
Gewöhnlich wird ein solcher Pegel am Kai oder im Hafen befestigt, und da
diese von Zeit zu Zeit der Reparatur ‚unterworfen werden, so kann man der
Unveränderlichkeit des Pegels unmöglich trauen. Wohl kann man als Ausnahme
zugeben, dafs bei Umbau des Hafens der Pegel auf seiner früheren Höhe befestigt
werde, aber in der Mehrzahl der Fälle hegen die Leute, welche den Pegel um-
setzen, durchaus kein Interesse für die Genauigkeit des Aufstellens, so dafs die
nach dem neuen Pegel gemachten Beobachtungen nicht auf denselben Nullpunkt
wie die früheren bezogen werden.
Um diesem Fehler vorzubeugen, muß jeder Hafen nothwendig eine im
Felsen ausgehauene säkulare Pegelmarke haben. Sollte es in der Nähe keinen
Felsen geben, so muß man an zwei verschiedenen Stellen des Steinkais Marken
aushauen, damit bei Ausbesserung des Kais an einer Stelle die zweite Pegel-
marke als Kontrole der ersten dienen kann. ie
Wichtig ist die Lösung der Frage, wo der Nullpunkt des Pegels sich
befinden mufs; oft setzt man ihn bei Mittelwasser, da dieses jedoch eine ver-
änderliche Gröfse ist, so wäre für den Nullpunkt eine andere Lage erwünscht.
Aufserdem . bietet eine solche Stellung des Nullpunktes noch eine andere Un-
bequemlichkeit, welche darin besteht, dafs die Ablesungen zwei Zeichen, + und —,
haben, was einen Anlafs mehr zu zufälligen Fehlern giebt. Am besten ist es,
den Nullpunkt unter das niedrigste Wasser zu. setzen, so dafs auf das Mittel-
wasser ungefähr 5 Fuß kömmen; alle Abzählungen haben dann: nur ein Zeichen,
and die Möglichkeit ist gegeben, eine säkulare Pegelmarke auszuhauen, noch
ehe irgend welche Beobachtungen zur Bestimmung der Stellung des Mittelwassers
gemacht sind. ,
5 Wie schon früher erwähnt, konnte ich im Herbst 1895-einen Theil meiner
Zeit‘ wieder hydrologischen Beöbachtungen widmen. Ich wählte eines meiner
Schiffe, den. Kreuzer „Admiral Kornflof“, und ging damit in die Laperouse-
Strafe, in ‘welcher bekanntlich sehr komplicirte Erscheinungen stattfinden und
auf deren Oberfläche ein Streifen Kalten Wassers existirt.‘ In meinem Buche:
„Der »Vityaz«*?). und der Stille Ocean“ erkläre ich verschiedene Erscheinungen,
auf welche ich .in dieser Strafse gestofsen; leider stand mir aber damals nur
sehr wenig Material zur Verfügung. Diesmal habe ‚ich ‚die Lücken ausgefüllt’
and. jetzt ‘besitze ich reiches Material zur Erforschung aller‘ Details der Ver-
theilung verschiedener Wasserschichten in der Sträfse von Laperouse. Die voll-
atändige Bearbeitung‘ des Materials wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen,
Name des Schiffes.