accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

258 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1897. 
starken Donnerschlag, knackend wie ein fester Kanonenschlag, erscheinen und 
verschwinden; dann brach starker Regen los. Ich wunderte mich, nicht getroffen 
zu sein von dem Schlag und sah mich dann auch um, den Schirm bei Seite 
nehmend, wo in nächster Umgebung es eingeschlagen habe. Etwa 20 Minuten 
später habe ich dann noch nachgesehen, nachdem wir im Hause das besprochen 
hatten, ob irgend welche Spuren zu finden wären; ich habe aber nichts gesehen; 
bei dem Blitz- und Donnerschlag möchte ich glauben, etwas wie Luftzug im 
Gesicht gespürt zu haben.“ 
Den Durchmesser des Kugelblitzes schätzte Herr Meyer auf 30 bis 40 cm. 
Ein anderer etwa 3 bis 4 Minuten Weges in der Luftlinie von dem Orte 
des Kugelblitzes entfernter Beobachter hörte den Donner ebenfalls als einzelnen 
explosionsartigen Schlag, wie man ihn sonst nicht hört, und eilte zum Fenster 
in der bestimmten Erwartung, es habe in der Nähe eingeschlagen. 
An demselben Nachmittage traten in Schlesien Gewitter mit Wolken- 
brüchen und Hagelschlag auf, die schweren Schaden in Greiffenberg, Löwenberg, 
Jauer, Bunzlau und Umgegend anrichteten. 
Bericht des Kontre-Admirals Makarof über die von ihn während 
seiner letzten Reise in den Jahren 1894. bis 1896 ausgeführten 
hydrographischen Arbeiten, - 
Vorgetragen in der Sitzung der vereinten Sektionen der Kaiserlich Russischen Geographischen 
Gesellschaft für mathematische und physische Geographie vom 19. April 1896.1) 
Die Bedingungen meiner letzten Reise waren der Anstellung wissenschaft- 
licher Beobachtungen sehr ungünstig. Als ich im November 1894 Petersburg 
verliefs, um ins Mittelländische Meer zu gehen, hatte ich nur gewöhnliche Beob- 
achtungen über Temperatur und specifisches Gewicht von Seewasser im Auge. 
Dort angelangt, wurde mir aber aus den Unterhaltungen mit Offizieren der 
griechischen Kriegsflotte klar, dafs es zwischen den Inseln des Archipels 
Strömungen gebe, die sich oft und äußerst unregelmäfsig ändern. Diese 
Strömungen werden von den dortigen Einwohnern nach Möglichkeit benutzt, ob- 
wohl es einzelne Fälle giebt, wo ihre Stärke die Schiffahrt erschwert. 
Der Kanal von Euripos, zwischen der Insel Euböa und dem Festlande, 
gehört zu den Orten, wo die Schiffahrt am schwierigsten ist. An seiner engsten 
Stelle besitzt dieser Kanal eine Breite von nur 39 m, und es giebt Zeiten, wo 
das Wasser mit der Schnelligkeit von 6 bis 7 Knoten bald in dieser, bald in 
jener Richtung strömt. Früher betrug seine Breite nur 33m, aber um die 
Strömung zu schwächen, wurde in neuester Zeit der Vorschlag gemacht, ihn bis 
auf 39m zu erweitern, was mit ziemlich bedeutenden Kosten verknüpft war. 
Das erlangte Resultat erwies sich aber den Erwartungen diametral entgegen- 
vesetzt; statt geschwächt zu werden, wurde die Strömung im engen Theil des 
Kanals nur verstärkt, und was die Zeit des Strömungswechsels anbelangt, so 
blieb es damit, wie es vorher gewesen. Im Kanal von Euripos findet der 
Strömungwechsel zur Zeit des Neu- oder Vollmondes mehr oder weniger regel- 
mäfsig statt, in der übrigen Zeit ist er unregelmäfsig. Beim Wechsel der 
Strömung dauert der Stillstand nur 10 Minuten. Um die Erklärung dieser Er- 
scheinungen und ihres Zusammenhanges mit Mondphasen und Witterungswechsel 
hat man sich schon vielfach bemüht. So veröffentlichte Prof. Krümmel aus 
Kiel — ein bekannter Specialist der Oceanographie — seine Forschungen auf 
diesem Gebiet; leider besafs er aber nicht die nöthigen Thatsachen zur richtigen 
Lösung der Frage über die Ursachen der vorhandenen Unregelmäfßsigkeiten, 
weshalb denn auch Vieles unerklärt geblieben ist. 
Dort, wo es eine Strömung an der Oberfläche giebt, mufs eine Differenz 
der Niveaus existiren; um, folglich, sich einen klaren Begriff von den Wechseln 
der Strömungen zu machen, mufßs man die Schwankungen des Meeresspiegels zu 
1 Uebersetzt aus den „Izvestiya* der genannten Gesellschaft, Bd. 32, 1896, Lieferung IIL
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.