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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

Eigenthümlichkeiten der verschiedenen Gezeitenwellen. 
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K, einen Abstand = @ durchlaufen hat, über einen Abstand = "/3 ® in dieser 
Richtung versetzt haben. 
I Die tägliche Ungleichheit für Hochwasser wird dann dargestellt durch den 
Werth, welchen Yin der Gleichung (1) für t = t, -- Va @ hat, und die tägliche 
Ungleichheit für das folgende Niedrigwasser durch den Werth, welchen Y für 
1 = 10 + "aD — 90° hat. 
Die tägliche Ungleichheit für Hochwasser Yı ist also 
Yu = cos (t; -+ !/z ®) + n cos (t, — !/2 @) 
und die tägliche Ungleichheit für Niedrigwasser Y„ also 
. Yı = cos (to +!/2 ® — 90°) + n cos (t, — !/ı D — 90°) 
oder 
=— sin (t, + 1/2 ®) + n sin (t, — !A ©) 
Ist das Zeichen von Yı und Y„ verschieden, dann hat man eine tägliche 
Ungleichheit von Typ A; ist das Zeichen dasselbe, so hat man eine tägliche 
Ungleichheit von Typ B. . 
Nun werden Yı und Yı dasselbe Zeichen haben, wenn ihr Produkt positiv 
ist, und verschiedene Zeichen, wenn ihr Produkt negativ ist. 
Ist das Produkt 
P = sin (t, + 1/2 ®) cos (f, + 1 ©) + n sin (t, + !% ©) cos (t, — !h ©) + 
n sin (t, — !/2 ®) cos (t, + !/2 9) + nu? sin (t, — !a ©) cos (t, + */2 @) 
positiv, dann ist Typ B; dagegen negativ, dann ist Typ A anwesend. 
Aus’ vorstehender Gleichung folgt: 
2P = sin (2%, + ®) + 2n sin 2t, + n® sin (21, — ®) 
Ist n = 0, also nur eine eintägige Gezeitenwelle vorhanden, so ist das 
Zeichen von P übereinstimmend mit dem von sin (2 ty + ®), also kommt jeder 
der beiden Typen während der Hälfte eines Mondmonats vor, 
im Uebrigen werden die Ausdrücke sin (2t, + ©) und n?® sin (2t, — ®) 
im Allgemeinen ebensoviel positive wie negative Werthe liefern, weil ® alle 
Werthe zwischen 0° und 360° durchläuft. Mit dem Ausdruck 2n sin 2t, ist 
solches jedoch nicht der Fall, weil auf ‚einem bestimmten Beobachtungspunkte 
tg konstant ist. . 
Ist sin 2 t, positiv, dann werden für die verschiedenen Werthe, welche @ 
haben kann, mehr Fälle vorkommen, in denen 2 P positiv, als in denen dieser 
Ausdruck ‚negativ ist; somit wird Typ B während des gröfsten Theiles eines 
Mondmonats vorkommen. Hat sin 2t, den Werth = 1 (d. i. den größten 
positiven Werth), wird vor Allem Typ B vorherrschend sein; umgekehrt Typ A, 
wenn sin 2 t, negativ ist und vor Allem für den Werth = — 1. 
. Im Allgemeinen herrscht also Typ B vor für tg zwischen 0° und 90° 
und zwischen 180° und 270°, und Typ A für t, zwischen 90° und 180° und 
zwischen 270° und 360°. | 
Am Hoek van Holland ist nach den Ergebnissen der harmonischen Analyse 
die Verspätung von 0 = 182° und von K, = 345°; somit sind die Argumente 
für 0 = cos (13,943 t — 182°) und für K, = cos (15,041 t — 345°) einander 
gleich für £ = U = 148 Stunden. 
Der Winkelwerth von O ist dann = (13,943 + 148)° — 182° =1881° =81°. 
Die Verspätung von M, = 715° oder für die einzelne Welle die 
Hälfte = 36°. . 
Nach 148 Stunden ist der Winkelwerth (148° + 14,492)° — 36° = 2109° 
309°, 
Der Unterschied im Winkelwerth von O0 und M ist also 309° — 81° = 228°, 
also zwischen 180° und 270° belegen, woraus folgt, dafs Typ B vorherrscht, 
was auch an der holländischen Küste der Fall ist. 
Der Typ der täglichen Ungleichheit ist somit abhängig von der Kombination 
der Verspätungen der Wellen M,, K, und O, also sehr dem Einflufs von zu- 
fälligen Interferenzerscheinungen unterworfen, weil diese die gegenseitige Beziehung 
zwischen den Verspätungen sehr verändern können. 
Ann. d. Eydr. ote., 1897. Heft VI.
	        
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