Eigenthümlichkeiten der verschiedenen Gezeitenwellen.
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bezüglich der wichtigsten Wellentypen an "derselben Küste auf Grund der von
F. L. Ortt angestellten und in der „Tijdschr. v. h. Koninklijk Inst. v. Ingenieurs“
1895/96, 3. Lieferung, veröffentlichten Untersuchungen der Gezeiten nach der
Methode der harmonischen Analyse noch einige andere Eigenthümlichkeiten er-
geben, welche über die Form und den Ursprung der Gezeiten in der Nordsee
weiteren Aufschlufs geben und in der erwähnten Zeitschrift, wie folgt, ab-
geleitet werden, . .
J. Die halbfägigen Gezeiten. ;
1. Die halbtägige Mondtide M,. In Ymuiden, wo die wirkliche
Amplitude der Tide im Mittel 81 cm beträgt, ist die Erhebung der Welle M,
über den mittleren Seestand 67 cm.
; Wäre kein anderer Wellentyp anwesend, so würde die Tide in groben
Zügen denselben Charakter wie jetzt behalten, die Fluthhöhe jedoch geringer
und der Höhenunterschied zwischen Morgen- und Abendtide (die tägliche Un-
gleichheit) wie auch zwischen Spring- und tauber Tide (die halbmonatliche Un-
gleichheit) nicht vorhanden ‘sein.
-2. Die halbtägige Sonnentide S,. Diese Welle ist, außer dafs sie
mit M, Spring- und taube Tiden verursacht, auch in der Hauptsache die Ursache
des Unterschiedes der mittleren Wasserstände über das Jahr. Dieser Unterschied
ist an den an der See belegenen Beobachtungspunkten sehr augenfällig.
Die Amplitude von S, beträgt in Ymuiden 18 cm.
3. Die halbtägige grofse elliptische Mondtide N. Die Amplitude
ist in Ymuiden = 11 cm.
4. Die halbtägige kleine elliptische Mondtide L. Amplitude in
Ymuiden = 5 cm. ; .
5. Die halbtägige grofse Mond-Evektionstide v. Amplitude in
Ymuiden = 6 cm.
6. Die halbtägige Sonnen- und Mondtide K,. Amplitude in
Ymuiden = 5 cm. ;
Die genannten halbtägigen Gezeitenwellen unterscheiden sich bedeutend
in Amplitude und Verspätung, doch wenig in Veränderung des Argumentes in
der Zeiteinheit, oder mit anderen Worten, sie haben ungefähr dieselbe Periode.
Wie bekannt, bildet die Kombination von zwei Sinussoiden mit derselben
Veränderung des Argumentes in der Zeiteinheit, somit von der Form R cos (it — z)
und R, cos (it—z,) eine dritte Sinussoide R, cos (it — z,), welche dieselbe
Veränderung des Argumentes in der Zeiteinheit doch andere Amplitude und
Phase hat. Mit anderen Worten, die Linie verändert ihren Charakter nicht.
Nun haben die halbtägigen Wellen wohl nicht genau, doch annähernd dieselbe
Veränderung des Argumentes in der Zeiteinheit, so daß ihre Zusammensetzung
eine resultirende Welle geben wird, welche sehr einer Sinussoide mit einer
Periode von gut 12 Stunden gleicht.
Il. Die eintägigen Gezeiten.
Von diesen, welche die Form der Gezeitenwellen in eigenartiger Weise
verändern, sind namentlich zwei Wellentypen von Bedeutung:
1. Die eintägige Sonnen- und Mondtide K,. Amplitude in Ymuiden
= 8 cm.
2. Die eintägige Mond-Deklinationstide 0. Amplitude in Ymuiden
= 11 cm.
Ferner kommen noch in Betracht:
3. Die eintägige Sonnen - Deklinationstide P. Amplitude in
Ymuiden = 4 cm.
4. Die eintägige grofse elliptische- Mondtide Q. Amplitude in
Ymuiden — 45 cm, also verhältnifsmäfsig- bedeutend. d
Bezüglich der täglichen Ungleichheit in Höhe können noch einige
Besonderheiten bemerkt werden. ;
Die beiden eintägigen Hauptgezeiten K, und O haben eine Aenderung
des Argumentes in der Zeiteinheit von. bezw. 7. und ) — 260. Ihre Wirkung
kombinirt sich nach SO Stunden. oder !% tropischen Mondmonat. Fallen an