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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

246 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Jun! 1897. 
jedoch nicht am neuen Weichseldurchstich bei Schievenhorst, wie es vom „West- 
preufsischen Fischerei-Verein“ beantragt war, sondern auf dem Quellberge bei 
Westlich-Neufähr und Plehnendorf aufgestellt worden. Hier steht der Mast ver- 
hältnifsmäfsig hoch und ist nach See hinaus weit zu sehen. . 
Semaphor auf Hela. Die Aufstellung eines Semaphors zu Hela ist in 
diesem Frühjahr vollendet worden. Auch diese Anlage ist auf Kosten des land- 
wirthschaftlichen Ministeriums von der Königlichen Hafenbau-Inspektion zu Neu- 
fahrwasser ausgeführt worden. Nachdem der Herr Staatssekretär des Reichs- 
Marine-Amts die Genehmigung zur Anbringung des Semaphors an dem Sturm- 
signalmast der Seewarte ertheilt hatte, wurde mit der Ausführung begonnen. 
Der Semaphor ist auf‘ Tafel 9 zur Darstellung gebracht; die Zeichnung 
enthält die genauen Gröfsenverhältnisse. Unterhalb der Raa, an welcher die 
Sturmsignale geheifst werden, sind an jeder Seite des Mastes zunächst vier 
bewegliche Arme angebracht, welche horizontal gestellt werden können. 
Die Anzahl der horizontal gestreckten Arme auf einer Mastseite bedeutet 
die doppelte Nummer der Beaufortschen Windskala, also zwei Arme Wind- 
stärke 4, drei Arme Windstärke 6 u. 8. w. 
Ist eine ungerade Zahl der Beaufortschen Skala gemeldet, so wird die 
nächsthöhere gerade Zahl signalisirt, also für 3 zwei Arme gleich Windstärke 4, 
für 5 drei Arme gleich Windstärke 6. 
Da sich unterhalb der Raa nur vier Arme an jeder Seite des Mastes an- 
bringen liefen, so können nur Windstärken von 8 signalisirt werden, Dies wird 
jedoch genügen, da bei Windstärke 9 und darüber die Sturmsignalbälle geheifst 
werden. Sobald von der Seewarte in Hamburg der Befehl zum Heifsen des 
Sturmsignals eingetroffen ist, werden die Arme des Semaphors herabgelassen, und 
neben dem Sturmsignal werden nur die Windrichtungen auf Brüsterort und Rix- 
höft zur Veranschaulichung gebracht werden. 
Unter den Armen befindet sich links vom Beobachter der Buchstabe B 
über einem Kreise mit beweglichem Zeiger, welcher anzeigt, dafs die auf der 
linken Mastseite gezeigten Signale sich auf Brüsterort, rechts vom Beobachter 
der Buchstabe R, welcher anzeigt, dafs die auf der rechten Mastseite gezeigten 
Signale sich auf Rixhöft beziehen. 
Die Fläche der Kreise, auf welchen sich die Zeiger bewegen, ist nach 
Ost gerichtet, so daß die Signale vom Beobachter beim Umsegeln von Hela, 
wenn der Mast zwischen SW und NW gepeilt wird, am besten erkennbar sind. 
Die Stellung der beweglichen Zeiger auf dem Kreise giebt die Windrichtung 
von zwei zu zwei Kompafsstrichen an. so dafs jeder Zeiger in 16 verschiedenen 
Stellungen gesehen werden kann. 
Die Kreise sind mit Norden oben, Süden unten, Westen links und Osten 
rechts vom Beobachter orientirt. 
Es werden die Windrichtungen und die Stärke des Windes täglich zwei- 
mal, morgens 8 Uhr und mittags 2 Uhr, von Brüsterort und Rixhöft nach Hela 
telegraphirt werden. Versuchsweise wird im Sommer bis zum Oktober 1897 auch 
noch abends 8 Uhr eine dritte Depesche aufgegeben werden. Das gezeigte Signal 
bezieht sich stets auf die zuletzt eingegangene telegraphische Meldung. 
Die Ansicht auf Tafel 9 ist West 5 Kabllg. Abstand vom Leuchtthurm zu 
Hela, also dicht unter Land, aufgenommen worden, 
Die darauf zur Darstellung gebrachten Signale bedeuten nach den vor- 
stehenden Angaben: 
Brüsterort: Wind ONO, Windstärke 2. 
Rixhöft: „Ost, a 4. 
Eigenthümlichkeiten der verschiedenen Gezeitenwellen mit Bezug 
auf die holländische Küste. 
In den Annalen vom August 1896 ist bereits darauf hingewiesen, dafs an 
der holländischen Küste eine sehr deutliche jährliche Periode in der Fluthhöhe 
auftritt, welche nur durch das Vorhandensein einer durch die harmonische Analyse 
nicht zum Vorschein kommenden Welle zu erklären ist. Außerdem haben sich
	        
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