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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

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Zehn, 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1897. 
Lachsfischerei in der Danziger Bucht und Mittel zu ihrer Sicherung. 
Von G. DARMER, Korrv.-Kapt. z. D. und Küstenbezirks-Inspektor für Ost- und Westpreufsen. 
(Hierzu Tafel 9.) 
Der „Westpreufsische Fischerei-Verein“ in Danzig befürwortete am Ende 
des Jahres 1894 bei den hohen Staatsbehörden zur Förderung der Hochseefischerei 
in der Danziger Bucht die nachstehend aufgeführten Malsnahmen: 
1. Uebermittelung täglicher Wetterberichte nach dem Fischereihafen 
von Hela; 
Aufstellung eines Semaphors bei Hela zur Anzeige der herrschenden 
Windrichtung und Windstärke bei Rixhöft und Brüsterort; 
Errichtung eines Sturmwarnungsmastes an der Mündung der Weichsel 
und Uebersendung eines täglichen Wetterberichtes, 
Begründet wurden diese Anträge mit der Zunahme der Fischerei in der Ostsee. 
Frühjahrsfischerei. Die Hochseefischerei in der Danziger Bucht und 
den angrenzenden Gebieten ist seit der Einführung seetüchtiger schwedischer 
Boote in erfreulichem Aufschwunge begriffen. Nach den „Mittheilungen der 
Sektion für Küsten- und Hochseefischerei“ (Heft I, 1894) fischten im Jahre 1890 
daselbst 8 preufsische und 5 bis 8 ausländische Boote mit Treibnetzen auf Lachs. 
Im Jahre 1891 waren 24 preußische und pommersche Boote und 12 dänische 
und schwedische, 1892 aufser den fremden bereits 51 Kutter aus Westpreufsen 
und 1893 sogar 196 Fahrzeuge am Lachsfange betheiligt. Diese Zahl ist: in den 
letzten Jahren noch weiter gestiegen. Im Jahre 1896 waren bis zu Pfiogsten noch 
200 Fahrzeuge beim Fange beschäftigt, und im April dieses Jahres habe ich 
223 Hochseeboote im Helaer Hafen gezählt, unter welchen sich nur vier fremd- 
ländische Fahrzeuge befanden. Der Gesammtertrag der Frühjahrs-Lachsfischerei 
des Jahres 1893 ist auf 300000 Mark ermittelt, und sind an einem einzigen 
Tage, dem 6. April, von den 110 im Hafen von Hela liegenden Fahrzeugen 
750 Centner Lachs für 30 000 Mark verkauft worden. Dagegen war der Ertrag 
der Lachsfischerei des Frühjahrs 1894 ein viel geringerer, er betrug nur etwa 
85000 Mark. An dem Fange waren etwa 200 Hochseeboote betheiligt, so dafs 
auf jedes Boot nur ein Verdienst von 425 Mark fällt. Das Jahr 1895 weist 
einen etwas besseren Ertrag auf; er ist auf 120 000 Mark geschätzt worden. Da 
etwa 240 Boote an dem Fange betheiligt waren, so ist der durchschnittliche 
Erlös für jedes Boot etwa 500 Mark. 
Das Ergebuifs der Treibnetzfischerei während der Fangperiode vom März bis 
Mai1896 ist nur annähernd ermittelt. Um Hela herum sind gefangen und im Hafen von 
Hela gelandet 1630 Centner Lachs im Werthe von 120000 Mark und 19 Stück Stör im 
Werthe von 760 Mark. DerStörfang in der Danziger Bucht bei Neufähr ist bedeutender, 
In Neufähr wurden 40Störe im Werthe von 2200 Mark und 110 Centner Lachs gefangen 
und letztere für 9000 Mark verkauft. Im April fischten etwa 100 Kutter, längere 
Zeit in der Danziger Bucht bei Pillau, wo einzelne recht gute Fänge gemacht 
haben. Nach den Zufuhren, die von Dampfern aus Pillau abgeholt und nach 
Danzig gebracht sind, ist dieser Fang auf 400 Centner Lachs im Werthe von 
26 000 Mark zu schätzen. Das Gesammtergebnifs des Frühjahrsfanges beträgt 
demnach 2140 Centner Lachs im Werthe von 155 000 Mark und 59 Stück Störe 
im Werthe von 2960 Mark. Hierbei sind die oft nicht unbedeutenden Fänge, 
welche in Grofsendorf, Putzig und Zoppot an Land gebracht sind, nicht‘ ein- 
gerechnet, 
Die Fangresultate des Frühjahrs 1897 sind noch nicht bekannt ‚geworden; 
sie werden aber denen des Vorjahres nicht nachstehen, 
Winterfischerei. Wie im Frühjahr die Treibnetzfischerei, so wird in 
den Wintermonaten die Fischerei mit Lachsangeln meist von dänischen Fischern 
von Hela aus betrieben. 
Die verwendeten Boote sind gröfser als die hier gebräuchlichen, dadurch 
sind sie geeigneter, dem öfters im Winter auftretenden schlechten Wetter Stand 
vu halten.
	        
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