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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

Einige‘ Bemerkungen über Mazatlan, La Paz und Puget Sound. 
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der Mündung, das andere in der Strafse, total verloren. Es waren dies der Vier- 
master „Janet Cowan“ und das Vollschiff „Kilbrannan“. 
Die „Janet Cowan“ befand sich schon 6 Sm innerhalb Kap Flattery, als 
ein heftiger Südwind einsetzte und den Kapitän veranlafste, wieder nach See zu 
halten. Dort wurde das mit Ballast leicht beladene Schiff, von dem inzwischen 
nach SW herumgegangenen Wind an die Küste von Vancouver getrieben, ging 
dort vollständig verloren, und der Kapitän und 6 Mann der Besatzung büfsten 
ihr Leben dabei ein. Die hier anwesenden Kapitäne amerikanischer Schiffe 
waren der Meinung, dafs dieses Schiff, sowie viele andere Schiffe ihren Untergang 
dadurch gefunden hätten, dafs sie bei eintretendem schlechten Wetter die bereits 
erreichte Strafse wieder verliefsen und in See steuerten. Da die Stürme hier 
in der Regel nicht sehr anhaltend sind, sollte man auch annehmen, dafs man in 
dem ruhigeren Wasser der 10 Sm breiten Strafse sich besser halten könnte, als 
draufsen in dem kolossalen Seegange des Stillen Oceans. Ich erlaube mir nur, 
dieses nebenbei zu erwähnen, es ist indefs wohl Keiner imstande, ein endgültiges 
Urtheil darüber abzugeben, da immer die begleitenden Umstände in Betracht 
gezogen werden müssen. 
Der „Kilbrannan“ strandete auf Kap Wilson in der Nähe von Townsend. 
Nachdem die „Antigone“ am 8. Februar mit 1150000 Fufß Holz, wovon 90 000 Fuls 
auf Deck verstaut waren, voll beladen war, wurde die Reise nach Antofagasta 
angetreten. In Townsend mufste noch einen Tag angehalten werden, um das 
Schiff auszuklariren. Abends am 9. Februar nahm der Dampfer uns wieder ins 
Schlepptau und am nächsten Morgen passirten wir ausgehend Kap Flattery. 
Nach einer günstig verlaufenen Reise von 61 Tagen ankerten wir am 
11. April auf der Rhede von Antofagasta. 
Der Gang der transatlantischen deutschen Segelschiffahrt während 
des letzten Vierteljahrhunderts, nach den Eingängen der meteoro- 
logischen Schiffsjournale bei der Deutschen Seewarte, und ihr 
Verhältnifs zur Dampfschiffahrt, nach der hamburgischen Statistik 
vom Jahre 1895. 
Von Kapt. H. MEYER, Hülfsarbeiter bei der Deutschen Seewarte. 
Die folgende Arbeit giebt in statistischer Zusammenstellung ein Bild der 
transatlantischen Segelschiffahrt unter deutscher Flagge während des letzten 
Vierteljahrhunderts nach den Eingängen ihrer meteorologischen Journale bei der 
Seewarte. Es sei hierzu. vorweg bemerkt, dafs die Reisen, worüber bei der See: 
warte Journale eingehen, bei Weitem nicht sämmtliche transatlantischen Reisen 
deutscher Segelschiffe umfassen, sondern nur einen mehr oder weniger grofsen 
Bruchtheil derselben. Procentual ist die Zahl der wetterbuchführenden Schiffe 
stetig gröfser geworden, obgleich die wirklichen Zahlen seit etwa 1'/a Decennien 
annähernd gleich geblieben sind.. Dieses erklärt sich aus der Abnahme der An- 
zahl der Segelschiffe überhaupt. Es mag ferner während der ersten Zeit der 
Journalführung — während der Zeit der Norddeutschen Seewarte und der ersten 
Jahre der Deutschen Seewarte — der relative Antheil der journalführenden 
Schiffe für die einzelnen Reiseabschnitte nicht in dem Verhältnis zum Ganzen 
gestanden haben, wie er sollte, doch hat sich dieses Verhältnifs mit der größeren 
Anzahl der wetterbuchführenden Schiffe mehr und mehr ausgeglichen, so dafs man 
wohl, ohne grobe Fehler zu machen, die sich ergebenden Veränderungen für die 
yanze Segelschiffahrt als annähernd zutreffend ansehen kann. 
Die ganze Erdoberfläche ist zu diesem Zwecke in 18 Einzelabschnitte 
yetheilt, wie golche entweder wirthschaftlich zusammenfallen oder durch die 
Segelschiffsrouten und auch durch die Gattung der Schiffe bedingt sind. 
Es sind ferner nur die direkten Reisen von oder nach Europa aufgeführt, 
bei längeren Reisen auch solche von oder nach der Ostküste von Nordamerika.
	        
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