Einige‘ Bemerkungen über Mazatlan, La Paz und Puget Sound.
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der Mündung, das andere in der Strafse, total verloren. Es waren dies der Vier-
master „Janet Cowan“ und das Vollschiff „Kilbrannan“.
Die „Janet Cowan“ befand sich schon 6 Sm innerhalb Kap Flattery, als
ein heftiger Südwind einsetzte und den Kapitän veranlafste, wieder nach See zu
halten. Dort wurde das mit Ballast leicht beladene Schiff, von dem inzwischen
nach SW herumgegangenen Wind an die Küste von Vancouver getrieben, ging
dort vollständig verloren, und der Kapitän und 6 Mann der Besatzung büfsten
ihr Leben dabei ein. Die hier anwesenden Kapitäne amerikanischer Schiffe
waren der Meinung, dafs dieses Schiff, sowie viele andere Schiffe ihren Untergang
dadurch gefunden hätten, dafs sie bei eintretendem schlechten Wetter die bereits
erreichte Strafse wieder verliefsen und in See steuerten. Da die Stürme hier
in der Regel nicht sehr anhaltend sind, sollte man auch annehmen, dafs man in
dem ruhigeren Wasser der 10 Sm breiten Strafse sich besser halten könnte, als
draufsen in dem kolossalen Seegange des Stillen Oceans. Ich erlaube mir nur,
dieses nebenbei zu erwähnen, es ist indefs wohl Keiner imstande, ein endgültiges
Urtheil darüber abzugeben, da immer die begleitenden Umstände in Betracht
gezogen werden müssen.
Der „Kilbrannan“ strandete auf Kap Wilson in der Nähe von Townsend.
Nachdem die „Antigone“ am 8. Februar mit 1150000 Fufß Holz, wovon 90 000 Fuls
auf Deck verstaut waren, voll beladen war, wurde die Reise nach Antofagasta
angetreten. In Townsend mufste noch einen Tag angehalten werden, um das
Schiff auszuklariren. Abends am 9. Februar nahm der Dampfer uns wieder ins
Schlepptau und am nächsten Morgen passirten wir ausgehend Kap Flattery.
Nach einer günstig verlaufenen Reise von 61 Tagen ankerten wir am
11. April auf der Rhede von Antofagasta.
Der Gang der transatlantischen deutschen Segelschiffahrt während
des letzten Vierteljahrhunderts, nach den Eingängen der meteoro-
logischen Schiffsjournale bei der Deutschen Seewarte, und ihr
Verhältnifs zur Dampfschiffahrt, nach der hamburgischen Statistik
vom Jahre 1895.
Von Kapt. H. MEYER, Hülfsarbeiter bei der Deutschen Seewarte.
Die folgende Arbeit giebt in statistischer Zusammenstellung ein Bild der
transatlantischen Segelschiffahrt unter deutscher Flagge während des letzten
Vierteljahrhunderts nach den Eingängen ihrer meteorologischen Journale bei der
Seewarte. Es sei hierzu. vorweg bemerkt, dafs die Reisen, worüber bei der See:
warte Journale eingehen, bei Weitem nicht sämmtliche transatlantischen Reisen
deutscher Segelschiffe umfassen, sondern nur einen mehr oder weniger grofsen
Bruchtheil derselben. Procentual ist die Zahl der wetterbuchführenden Schiffe
stetig gröfser geworden, obgleich die wirklichen Zahlen seit etwa 1'/a Decennien
annähernd gleich geblieben sind.. Dieses erklärt sich aus der Abnahme der An-
zahl der Segelschiffe überhaupt. Es mag ferner während der ersten Zeit der
Journalführung — während der Zeit der Norddeutschen Seewarte und der ersten
Jahre der Deutschen Seewarte — der relative Antheil der journalführenden
Schiffe für die einzelnen Reiseabschnitte nicht in dem Verhältnis zum Ganzen
gestanden haben, wie er sollte, doch hat sich dieses Verhältnifs mit der größeren
Anzahl der wetterbuchführenden Schiffe mehr und mehr ausgeglichen, so dafs man
wohl, ohne grobe Fehler zu machen, die sich ergebenden Veränderungen für die
yanze Segelschiffahrt als annähernd zutreffend ansehen kann.
Die ganze Erdoberfläche ist zu diesem Zwecke in 18 Einzelabschnitte
yetheilt, wie golche entweder wirthschaftlich zusammenfallen oder durch die
Segelschiffsrouten und auch durch die Gattung der Schiffe bedingt sind.
Es sind ferner nur die direkten Reisen von oder nach Europa aufgeführt,
bei längeren Reisen auch solche von oder nach der Ostküste von Nordamerika.