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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

Freemantle, Westaustralien, 
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Brücke und wieder auf die Rhede zu schleppen, mufsten & 16 bezahlt werden, 
jedesmal eine Arbeit von 1’ bis 2 Stunden. ; 
Freemantle steht durch Eisenbahn mit Perth und weiter mit Coolgardie in 
den Goldfeldern im Innern und mit Albany an der Südküste von Westaustralien in 
Verbindung. 
Wie die Statistik angiebt, sind im Monat Dezember 1896 28 400 Tonnen 
Ladung in Freemantle gelandet worden. 
Schiffe, welche an der Brücke löschen, können dort auch Ballast einnehmen, 
jedoch nur bei Nacht. . Der Preis stellt sich aber fast ebenso hoch, als wenn 
man ihn aus Leichtern nimmt, nämlich 4s 6d die Tonne. Jedoch hat man den 
Vortheil, dafs man dann jede Nacht 100 Tonnen bekommt, welche‘ man bequem 
einnehmen kann, und hat man dann den Ballast an Bord, wenn die Ladung 
gelöscht ist, während man vermittelst Leichter täglich nur 40 bis 50 Tonnen 
erhält und an vielen Tagen gar nichts, 
Material für Schiffsgebrauch sowie Proviant ist in Freemantle sehr theuer, 
ausgenommen frisches Fleisch, welches man zu 6d das Pfund erhält. So kosten 
z. B. Mehl 16 s, Bohnen 22 s, Erbsen 18 s der Centner, geräucherter Speck 18 3d 
das Pfund und Kohlen 298 die Tonne. 
Das Desertiren der Mannschaft ist an der Tagesordnung. Von etlichen 
Schiffen desertirte Alles bis auf die. Offiziere. Selten werden die Deserteure von 
der Polizei wieder eingefangen. Mir desertirte einer, und trotzdem ich eine 
Belohnung von 5 darauf setzte, gelang es nicht, ihn zu finden. Die übliche 
Monatsgage für Matrosen ist <b5. 
Neuorganisation .des Sturmwarnungsdienstes in den Niederlanden. 
Von Prof. Dr. W. J. VAN BEBBER. 
In dem: Vaterlande des durch die Entdeckung des barischen oder Buy8s 
Ballotschen Gesetzes überall bekannten Buys Ballot soll noch in diesem Jahre 
ein Sturmwarnungsdienst eingerichtet werden, welcher sich an dieselben Ein- 
richtungen an den benachbarten (insbesondere deutschen) Küsten: würdig an- 
schliefsen wird, j 
, Schon im Jahre 1857 erkannte Buys Ballot den Zusammenhang der 
Luftdruckvertheilung mit der Richtung und Stärke des Windes und suchte diese 
Kenntnifs: zum: Nutzen der Schiffahrt zu verwerthen. Im Jahre 1858 hatte er 
die Idee eines Sturmwarnungssystems auf der Naturforscherversammlung zu Bonn 
ausgesprochen, und am 1. Juni 1860 kam sie zur Durchführung. Buys Ballot 
gebührt die Priorität, auf Grundlage einer Regierungsverordnung regelmäfsige 
Veröffentlichungen telegraphischer Witterungsberichte zum Besten der Schiffahrt 
veranlafst und sein: System wissenschaftlich begründet zu haben. 
Das von Buys Ballot gegründete System weicht von: den übrigen 
Systemen insoweit ab, als die Unterschiede der Abweichungen der Barometer- 
stände auf. beschränktem Gebiete den Warnungen zu Grunde gelegt wurden, und 
zwar wurden hierzu hauptsächlich‘ die Beobachtungen zu Groningen, Helder, 
Vlissingen und. Mastricht benutzt. Die barometrischen Abweichungsunterschiede 
wurden jeden Tag zunächst nach Vlissingen, Utrecht, Amsterdam, Helder und 
Groningen mitgetheilt, während andere Häfen nur bei besonderen Gelegenheiten, 
d. h. an jenen Tagen, an welchen der ungünstige oder negative Unterschied, 
wobei die Abweichungen im Norden weniger positiv als im Süden waren, vier 
oder mehr Millimeter betrug, Warnungen erhielten. An diesen Orten wurden 
daun Kegel und Trommel gehifst, übereinstimmend mit dem inzwischen auf den 
britisehen Inseln eingerichteten Sturmwarnungssystem. Als jedoch später (Anfang 
Dezember 1866) diese Signale in England nicht mehr gegeben wurden, fanden: die- 
selben: auch in den Niederlanden keine Anwendung mehr, und statt deren wurde ein 
anderer. einfacher Apparat, das „Ad&roklinoskop“, für die Häfen eingeführt, ein 
Signalmast- mit einer Stange, in‘ der Mitte befestigt, welche sowohl‘. horizontal 
als vertikal drehbar war und welche Richtung und Größe des Unterschiedes der 
Barometerabweichungen (Richtung und. Größe der Gradienten) angab.
	        
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