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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

Beschreibung zweier Orkane und eines Meteors, 
nachts war der Wind WSW 3 bis 4, in derselben Zeit war das Barometer bis 
auf 762,0 mm gestiegen. Um 4 Uhr morgens den 19. August in 32,1° N-Br und 
134,0° O-Lg waren leichte umlaufende Winde bei einer hohen, unregelmäfsigen, 
vorwiegend südöstlichen See, etwas böigem Wetter und leicht bewölktem Himmel 
vorhanden. Um 8 Uhr morgens war ein leichter Nordostwind durchgedrungen, 
worauf um 12 Uhr mittags den 19. August auf 33,1° N-Br und 135,3° O-Lg 
wieder ein leichter Südwind bei schwach bewölktem Himmel wehte, Der Rest 
der Reise wurde während des folgenden Eitmals bei vorherrschend sehr leichten 
südöstlichen Winden, veränderlichem Wetter und heftigen Regenschauern um 
8 Uhr morgens zurückgelegt. Um 12 Uhr mittags den 20. August peilte 
Kannon-saki mw. NWzW!/2W, 2/4 Sm entfernt, und um 1 Uhr ankerte der 
Dampfer „Aglaia“ im Hafen von Yokohama. 
Eine Vergleichung der meteorologischen Beobachtungen an den einzelnen 
aufgeführten Orten der Route des Dampfers vom Mittage des 17. bis zum Mittage 
des 18. August läßt den Schluß!) zu, dafs sich das Centrum des Orkans in der 
genannten Zeit in ungefähr Nordostrichtung rund 200 Sm fortbewegt hat, und 
dafs es etwa um 12 Uhr nachts die Kurslinie des Dampfers kreuzte. Letzterer 
befand sich zuerst im linken vorderen, dann im linken hinteren und schliefslich 
im rechten hinteren Quadranten des Orkanfeldes, 
Meteor. Am 13. August 1896 beobachtete man, von Hongkong aus- 
gehend nach Yokohama, um 11 Uhr 40 Minuten abends, als der Dampfer sich 
in der Nähe des Felsens Pedra Branca befand, ein grofses Meteor am westlichen 
Himmel in einer geschätzten Höhe von 35° bis 40° über dem Horizont, welches 
von Nord nach Süd schofs. Der scheinbare Durchmesser desselben war etwa 
doppelt so grofs als derjenige der Venus. Das sehr intensive Licht, welches 
von dem Meteor ausging und den ganzen westlichen Horizont erleuchtete, hatte 
eine weifsbläuliche, ins Violette übergehende Färbung. Ein Schweif war nicht 
sichtbar; erst nach dem Erlöschen des eigentlichen Meteors blieb für einen 
Augenblick eine Erscheinung mit einem kurzen, schmalen, hellen Streifen zurück. 
Ein kleiner Bogen an einem Ende des Streifens schien ein Theil des Umrisses 
des verloschenen, jetzt nur noch durch einige wenig helle Punkte markirten 
Meteors zu sein, Die ganze Erscheinung dauerte etwa 2 bis 3 Sekunden. 
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Freemantle, Westaustralien. 
Von Kapt, C. SCHOEMAKER, Schiff „Carl“, 
Bereits im Jahrgang 1884 (Heft I, Seite 62) der „Annalen der Hydro- 
graphie etc.“ veröffentlichte die Deutsche Seewarte einen Bericht über Freemantle 
in Westaustralien von Kapt. Chr. Oltmann, damaligem Führer des „Pacifie“,*) 
Da sich jedoch die Verhältnisse in Freemantle seitdem sehr geändert haben, 
hauptsächlich durch die Entdeckung der Goldfelder im Innern von Westaustralien, 
so halte ich es für angezeigt, obigem Bericht noch Einiges hinzuzufügen. 
Es sind jetzt im Ganzen vier Lootsen angestellt, von denen zwei auf 
Rottnest-Insel und zwei in Freemantle stationirt sind. Letztere versehen den 
Dienst im Hafen, bringen Schiffe nach Rockingham und gehen nur in ganz 
seltenen Fällen nach Rottnest-Insel, während erstere nur Schiffe einlootsen und, 
sobald sie in Freemantle an Land kommen, sogleich wieder nach ihrer Station 
retourniren. 
Sollten einmal, was zuweilen der Fall ist, an einem Tage drei Schiffe ein- 
kommen, so können nur die beiden ersten mit Lootsen besetzt werden; das dritte 
mufß warten, bis einer von‘ den Lootsen wieder von Freemantle zurückkommt. 
Man kann aber auch ganz gut ohne Lootsen einsegeln mit Hülfe der Karte 
No. 198 von James Imray & Son, da man beide Seiten anlothen kann und 
') Doch bedarf die Bestätigung dieses Schlusses wohl noch anderweitiger Beobachtungen, 
D. Red. 
2). Des Weiteren finden sich Bemerkungen über Freemantle in diesen Annalen, Jahrg. 1889, 
S, 313, und Jahrg. 1893, S. 196.
	        
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