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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

Einige Bemerkungen über Onega (Weifses Meer). 
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sächlich seinen Grund in der gleichzeitigen Anwesenheit von 9 bis 10 gröfßfseren 
Dampfern und einigen Segelschiffen hatte. Von den Dampfern luden, wie 
bereits gesagt, aufser uns sechs für die „Onega Wood Dan aber 
zum Transport der Ladungen nur im Besitz von etwa zehn Leichtern und eines 
einzigen Schleppdampfers war, der diese Leichter ein- und auszuschleppen hatte, 
Dazu kam noch als hindernd der Umstand, dafs die beladenen Leichter nur mit 
Hochwasser an den Verschiffungsplatz anlegen bezw. denselben verlassen und die 
Barre passiren können. 
Onega ist ein unbedeutender Ort und an Schiffsausrüstungs- Gegenständen 
daselbst wenig zu haben. Es sollte daher kein Kapitän daran denken, in Onega 
Anschaffungen machen zu wollen. Da die Eingeborenen nur ihre Muttersprache 
sprechen, so ist der Kapitän im Verkehr mit ihnen auf die Dienste der An- 
gestellten des Kaufmanns angewiesen, welche diesen Umstand zu ihrem Vortheil 
auszunutzen wissen. 
Obwohl Onega nur etwa 6 Sm vom Meere entfernt liegt, ist das Fluls- 
wasser daselbst fast fortwährend frisch und geeignet zum Trinken, Fluthstrom 
ist im Allgemeinen wenig vorhanden; nur ausnahmsweise bei stürmischem auf- 
landigen Winde tritt derselbe stärker auf. Alsdann wird das Wasser zu einer 
bedeutenden Höhe aufgestaut und gleichzeitig brack. Die auf der Rhede liegen- 
den Schiffe müssen sich ihr Trinkwasser mit den eigenen Booten holen... Unter 
gewöhnlichen Verhältnissen beträgt der Hub des Wassers bei Onega 6 bis 8 Fufs 
(1,8 bis 2,4 m); Lothungen habe ich aber zur Feststellung dieser Thatsache nicht 
angestellt. 
Beschreibung zweier Orkane und eines Meteors, 
Nach einem Bericht des II. Offiziers J. MAHNCKE vom Dampfer „Aglala®, 
Der Dampfer „Aglaia“ trat am 4. August 1896 seine Reise von Singapore 
nach Hongkong an und passirte um 8 Uhr 20 Minuten abends Horsburgh-Feuer. 
In den ersten beiden Tagen wehte ein leichter Südwestmonsun, dann holte der 
Wind allmählich nach NW herum, die Luft nahm. ein schlechtes Aussehen an, 
und es traten gelegentlich Gewitterböen auf. Dabei verlief die Reise bis zum 
9, August in ungefähr 18,5° N-Br und 112,0° O-Lg ohne ein besonderes Vor- 
kommnifs. An diesem Tage nahm der Nordwestwind von einer frischen Briese 
um 4 Uhr morgens bis zu einem stürmischen Winde aus derselben Richtung 
um 12 Uhr mittags auf 19,0° N-Br und 112,1° O-Lg zu. Die Luft hatte 
im Nordosten ein drohendes Aussehen angenommen; es regnete seit 
9 Uhr anhaltend, und die See lief unregelmäßig bei einer gleichzeitigen 
hohen Dünung aus NE. Das Barometer war langsam auf 758,5 mm (unred,) 
gesunken. Am Nachmittag wurde der Sturm unter Böen heftiger und der Regen 
stärker. Um 4 Uhr, als der Schiffsort 19,2° N-Br und 112,7° O-Lg war und das 
Barometer auf 754,8 mm stand, wehte ein Weststurm von der Stärke 10, 
begleitet von orkanartigen Böen. Das Schiff arbeitete furchtbar in der hohen 
wilden See. In der Absicht, wenn möglich vor dem Centrum des anscheinend 
sich in südwestlicher Richtung fortbewegenden Orkans vorüber zu kommen, wurde 
S0%40 gesteuert und bis 6 Uhr abends 20 Sm zurückgelegt, so dafs der Schiffs- 
ort alsdann 19,0° N-Br und 113,0° O-Lg war. Das Barometer stand um diese 
Zeit mit 753,8 mm am tiefsten, während der Sturm aus West die Stärke 11, bis- 
weilen Orkanstärke, bei wolkenbruchartigem Regen und furchtbar hoher See an- 
genommen hatte. Das von dem Dampfer eingeschlagene Manöver (von 6 Uhr 
an wurde nach und nach östlicher, dann nordöstlich und nördlich gesteuert) 
hatte den gewünschten Erfolg, indem die Windrichtung sich allmählich nach 
links herum durch SW und Süd nach SE veränderte, ein Beweis, dafs ersterer 
das Centrum des Orkans umfuhr und an die hintere Seite desselben gelangte. 
Der Wind nahm dabei an Stärke ab, und das Wetter besserte sich. Um 12 Uhr 
nachts auf 19,1° N-Br und 114,0° O-Lg wehte es nur noch stürmisch aus SSW 
mit Böen, um 4 Uhr morgens den 10, August brach sich die Luft, und es traten 
von nun an nur noch vereinzelt Regenböen. auf. Später jedoch stellten sich 
wieder bezogener Himmel und Staubregenschauer ein, Um 12 Uhr mittags den 
Aun. d. Hydr. ete., 1897, Heft VI.
	        
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