Bemerkungen über Rangun,
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gestaut, so dafs sie immer alle miteinander und nach dem-:Mittelschott hin in
Verbindung sind. Im Boden wird ein guter Garnirrost, Holz dwars- und darüber
Bretter längsschiffs, in Verbindung mit Ventilatoren an jeder Seite des Kiel-
schweins gelegt und mit Matten bedeckt. An die Seiten kommen doppelte
Bambusreihen diagonal übereinander an den Garnirungsleisten befestigt, auch
mit Matten bedeckt, ebenso Masten und Pumpensood — Alles unter Aufsicht
von Besichtigern des Abladers, wozu man laut Charterpartie verpflichtet ist.
Die Besichtigungskosten sind auf Rechnung des Abladers.
An Proviant kann man hier manche Sachen ebenso billig wie in Europa
kaufen. Frisches Fleisch kostete 3 bis 4 Annas per Pfund, doch ist es höchst
mittelmäfsig und mager, wie in allen heifsen Gegenden. Schöne Kartoffeln
waren am Orte, doch ziemlich theuer, 6 bis 7 Rupien für 100 Pfund. Mehl,
Bohnen und Erbsen waren preiswürdig, präservirtes Fleisch ziemlich theuer,
Wasser bekommt man jetzt per Boot, welches von einem artesischen Brunnen
auffüllt; es kostet 2 Rupien die Tonne. Das sollte dann doch gut sein und
Vorkommnisse von Skorbut auf der Reise, wie früher häufig ab Rangun, nicht
mehr eintreten. Ich bin in dieser Hinsicht immer sehr glücklich gewesen bei
meinen Fahrten, habe 5 bis 6 Monate lange Reisen gehabt und noch nie einen
einzigen Fall von Skorbut, ohne dafs besonders Präserven oder Citronensaft
gebraucht wurden. Es wurden so viel Kartoffeln und Yams eingekauft, als sich
voraussichtlich halten liefsen, dann oft Fruchtsuppen von Pflaumen, Aepfeln,
Birnen oder Rosinen ziemlich gesüfßst gegeben und gegen Ende der Reise öfters
frisches Brod; dagegen wurde sehr darauf gesehen, dafs nicht mehr wie die Ration
Salzfleisch verabfolgt wurde. Ein gutes Schwein, geschlachtet im letzten Reise-
viertel, ist auch von Nutzen.
Seit dem 1. Oktober 1893 fällt ein Zeitball an jedem Wochentage vom
Thurm des Mayo Sailors Home um Mittag Rangun mittlere Zeit, Greenwich
mittlere Zeit 17% 35” 20°. Der Ball wird fünf Minuten vorher aufgezogen.
Position des Sailors Home: 16° 46‘ N-Br und 96° 10‘ O-Lg.
Der Dampferschlepplohn beträgt einkommend in Ballast 4 Annas, mit
Ladung 8 Annas per Registertonne, ebenso viel ausgehend. Im Südwestmonsun
wird man einsegeln können; es kommen dann auch wenig Segelschiffe, so dafs
die Dampfer sich kaum draufsen aufhalten werden. Die Reisverschiffungszeit ist
in den ersten Monaten: jedes Jahres.
Wenn man von Rangun fortgeht, so geschieht dies bei der letzten Hälfte
der Fluth, so dafs man die Bank mit dem niedrigsten Wasser bei nahezu Hoch-
wasser passirt, mit der Ebbe schnell zur Flufsmündung und auch noch einige
Meilen außerhalb der Lootsenbrigg kommt, bevor die nächste Fluth wieder
durchkommt, Da in der Reisverschiffungszeit am Tage meistens Seebriese herrscht,
so. muß man ankern, bis die Fluth wieder verlaufen ist, es sei denn, man hätte
ausnahmsweise eine genügend günstige Briese, um den Strom überwinden zu
können. Wir ankerten um Mittag; der Lootse rieth mir, den Anker nicht zu
früh zu lichten, dann erst einen Schlag nach Land zu machen, wo der Wind eher
westlicher kommen würde, Doch wir hatten den Wind schon um 6 Uhr abends
SW und konnten gleich über Backbordbug Seeraum gewinnen.
Kapt. H. Otto bemerkt über Rangun und die Reise dorthin das
Folgende: Am 29, Mai 1892 sichteten wir auf der Reise von Hamburg nach
Ravgun, nach 107 Tagen von Lizard, um 3 Uhr morgens das Feuer von der
Krishna-Untiefe und um 12. Uhr mittags den Feuerthurm von China Bakeer, auf
welchen dann gerade zugesteuert wurde. Um 2 Uhr nachmittags erhielten wir
von der Lootsenbrigg einen Lootsen, unter dessen Anleitung um 4 Uhr eben
unterhalb der Elephant-Spitze wegen einer schweren Böe aus NW geankert
werden mufste. ;
Die Durchschnittsfahrt des. Schiffes betrug während der, ganzen Reise
5,3 Knoten, von 24° S-Br und 85° O-Lg in 17 Tagen 7,6 Knoten. Dem letzteren
Umstande ist es zu danken, dal das Gesammtresultat ein günstiges war: Von
der Linie bis China Bakeer waren nur sieben Tage erforderlich, trotzdem noch
ein halber Tag wegen Beidrehens, um Car Nicobar und Barren Island zu sichten;
verloren ging; gewiß eine gute Leistung.
In Rangun trafen wir das Hamburger Schiff „Erato“. Dasselbe. hatte
gleichzeitig mit uns am 28, April in etwa 39° S-Br und 64°.0-Lg einen Orkan