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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

Von Hongkong nach Yokohama, 
997 
Die See in der Colnett-Straßse war auffallend ruhig und glatt, Strom- 
versetzung wurde nur in der westlichen Einfahrt in geringem Mafse, etwa 
1 Knoten, bemerkt. | , 
Ueber Yeruba Sima (Nagarobe der britischen Admiralitätskarte No. 2412, 
Tit. XI, 121(*) sind keine Angaben in dem „China Sea Directory“, Vol. IV, ent- 
halten, diese Insel ist aber infolge ihrer Höhe eine gute Ansteuerungsmarke. Von 
SW gesehen, erscheint sie wie zwei Inseln, eine niedrige etwa 90 bis 150 m hohe 
vorgelagerte und eine bedeutend höhere dahinter liegende. Erst beim Näherkommen 
sieht man, dafs beide zusammen nur eine Insel bilden. An der Nordwestspitze des 
niedrigen Theiles (Ai Saki) liegt ein einzelner, steiler, wie eine Nadel geformter 
Fels, etwa 30m hoch.‘ Die Abhänge der an der Südseite gelegenen, auf der 
Karte auch angegebenen Kuchi-Bai sind angebaut, im Uebrigen sind beide Theile 
der Insel kahl, gröfstentheils mit Lava bedeckt, nur in’ den Schluchten” ist 
niedriges Gestrüpp bemerkbar. 
Der thätige Vulkan, dessen Kuppe durch eine Rauchwolke verhüllt war, 
liegt etwa in der Mitte des gröfseren östlichen Theiles der Insel. 
Der weiße runde Leuchtthurm auf der 1,5 Sm entfernt liegenden gröfseren 
Insel Yakuno Sima steht auf der äufsersten Huk des Kap Nagados. Oestlich von 
demselben liegen drei Gebäude, sämmtlich weifßs gemalt, westlich von ihm steht 
ein Signalmast. . 
Yakuno Sima ist steil und felsig, theilweise, besonders in den Schluchten 
des südlichen Abhanges, bewaldet. 
An zwei Stellen des südwestlichen Ufers ist Saudstrand vorhanden, hier 
liegen auch Fischerdörfer. Die in der englischen Admiralitätskarte No. 2412 
„The Islands between Formosa and Japan“ (Tit. XI, 121), angegebene Insel Ko 
Sima saki besteht in Wirklichkeit nur aus einigen flachen Riffen, welche etwa 
15 m aus dem Wasser hervorragen und sich auch nur von Süden aus gui markiren, 
während dieselben von West und SW als ein Theil von Yakuno Sima erscheinen. 
Querab von dieser Insel wurde an der Stelle, wo in der englischen Admiralitäts- 
karte 25 Faden angegeben sind, mit dem Patentloth 56 Faden, Korallen, gelothet, 
In der Colnett-Strafse wurden zwei kleine Dampfer passirt und mehrere 
Fischerfahrzeuge angetroffen, deren Insassen trotz der Kälte fast nackt ihrem 
Handwerk oblagen. Kurz nachdem die Colnett-Straßse passirt war, wurde das 
Wetter wieder so unsichtig, dafs die Insel Tanega nur auf Augenblicke in 
Sicht‘ kam. 
Es wurde nun direkter Kurs auf Iro Saki genommen und die Fahrt auf 
11 Sm ermäßigt. Der Wind ging auf Ost und frischte auf, bei langsam sinkendem 
Barometerstande. Am nächsten Tage fiel das Barometer noch weiter bis 760,8 mm, 
der Wind nahm zu bis zu Stärke 8 und wurde böig. Gleichzeitig kam Seegang 
auf, und mufste deshalb die Fahrt zunächst auf 9 Sm und 7" 30" sogar auf 7 Sm 
verringert werden, da das Schiff bei der schweren groben See anfıng, sehr stark 
zu stampfen und viel Wasser überzunehmen und infolgedessen trotz der Um- 
drehungen für 11 Sm nur 7,5 Sm Fahrt durch das Wasser machte.. Die gröfste 
Windstärke betrug 9. Das Schiff. bewährte sich beim Gegenandampfen wieder 
als ausgezeichnetes Seeschiff, sobald die Geschwindigkeit der See entsprechend 
geregelt wurde, 
Am 20. morgens kurz nach 8 Uhr kam Iro Saki voraus in Sicht, und wurde 
nun, da der Zustand der See es erlaubte, die Fahrt von 11 Sm und später von 
12 Sm aufgenommen, um noch vor Dunkelwerden Yokohama zu erreichen. 
Der Strom hatte zwischen der Colnett-Strafse und Iro Saki: in der 
Richtung ONO0*420 mit einer Geschwindigkeit von 1'/z Knoten in der Stunde 
yesetzt. 
Um 11% a wurde Rock Island-Leuchtthurm passirt und um 5* 30” p an 
der Boje im Yokohama Innen-Hafen festgemacht. Bei dem Passiren des im Bau 
befindlichen Forts zwischen Kannon Saki und Tutzu Saki wurden dort vier neue 
yrofße rothe Festmachetonnen gesehen, : die in der Karte nicht angegeben sind. 
1) Inder erwähnten Seckarte zeigt eine Vertonung die Insel in 0SO, 15 Sm Abstand. :D. Red.
	        
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