226 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1897,
benannten Insel Eni-Juon, der von der Insel Bogen nach NW zu nächsten Insel
der Südwestseite des Atolls. Diese Insel läfst sich, wenn man von Süden aus
auf sie zusteuert, dadurch erkennen, dafs ihre östliche Hälfte mit hohen Bäumen
bestanden ist, während die westliche nur mit niedrigem Buschwerk bedeckt ist.
Die etwa 600 m breite Passage führt, wie die Tafel 8 zeigt, in gerader Richtung
(NO%/A4N) durch das Riff; sie ist daher leicht und bei jeder Beleuchtung zu durch-
laufen. In der Passage liegt eine Sandbarre, durch welche das Wasser in der-
selben eine hellere, bläuliche Färbung erhält, auch ist der Grund zu sehen. Die
geringste Wassertiefe ist jedoch 17m bei Niedrigwasser. Man thut gut, sich
nicht genau in der Mitte der Passage zu halten, sondern etwas mehr nach der
Insel zu, um von einigen Steinen am Ende des langen Riffes, die bewachsen und
deshalb schlecht sichtbar sind, frei zu bleiben.
Der Kurs von der Eni-Juon-Passage nach Torua (NO*%/N, etwa 13 Sm) ist
völlig frei von Untiefen, nur in der Nähe der Passage, jedoch frei von der
obigen Kurslinie, liegen zwei in der Skizze vermerkte Korallenflecke.
Von Hongkong nach Yokohama.
Aus dem Reisebericht S. M. S. „Prinzefs Wilhelm“, Kommandant Korv.-Kapt, mit Oberstlieutenantsrang
I"THIELE. März 1897.
S, M. S. „Prinzefs Wilhelm“ trat am 14. März 4” p mit 12 Sm Fahrt die
Reise von Hongkong nach Yokohama an.
Der Wind wehte aus ENE mit Stärke 3, das Wetter war bedeckt, aber so
klar, dafs Pedro Blanco um 9"p auf 4,5 Sm gesichtet werden konnte. Der
Barometerstand war bis zum 18. abends ein gleichmäfsiger, durchschnittlich 768 mm.
Am 15. 5a wurde Breaker Point passirt, und nun drehte der Wind
Jangsam auf NE, gleiche Stärke beibehaltend.
_ Um 9" wurde das Weiter unsichtiger, so dafs Okseu-Feuer nicht in Sicht
kam. Da aber der Nebel nur streifenweise auftrat, so hoffte ich das Feuer von
Turnabout sehen zu können, um eine gute Abgangspeilung zu erhalten. Ich
gab daher meine ursprüngliche Absicht, von Okseu aus direkt‘nach der Nord-
spitze von Formosa hinüber zu halten, auf und behielt den Kurs an der
chinesischen Küste bis zum 16. 3" a, zu welcher Zeit Turnabout quer sein sollte,
bei. Da aber das Wetter nicht aufklarte und Turnabout-Feuer nicht gesichtet
wurde, steuerte ich mit Ostnordostkurs weiter, um möglichst bald in den Kuro
Siwo zu gelangen.
In der Formosa-Strafse war das Schiff durchschnittlich 1 Sm in der Stunde
nach SW versetzt worden.
Am Vormittage des 16. frischte der Wind bis auf Stärke 5 auf, und das
Wetter klarte auf, doch blieb der Himmel bedeckt, so dafs kein observirtes
Besteck erlangt werden konnte. Da aber die Wassertemperatur, welche um 8" a
noch 125° C betragen hatte, um 10®*a bereits auf 21° C gestiegen war, so
mufste der Kuro Siwo bereits erreicht sein. Gegen Abend flaute der Wind,
welcher dauernd aus NE wehte, wieder bis zu Stärke 2 ab. Am nächsten
Morgen nahm der Wind zwar wieder etwas zu, jedoch ohne dafs Seegang aufkaın,
und das Wetter wurde klar und sichtig. Das observirte Besteck ergab, dal seit
der letzten genauen Positionsbestimmung bei Chapel Island scheinbar der
südwestliche Strom in der Formosa-Strafßse ziemlich ausgeglichen worden ist,
durch den nach NO setzenden Strom am 16.
Am 18. morgens 5* 10” kam Yeruba Sima in OSO, etwa 12 Sm ab, in
Sicht, und kurz nachher auch Kuro Sima. Das um 5% 35” a nach Landpeilungen
aufgemachte Besteck ergab seit dem Mittage des 17. eine Stromversetzung von
16 Sm oder 1 Sm in der Stunde, fast genau in der Kursrichtung. Da ich fürchtete,
in der Van Diemen-Strafse unsichtiges Wetter zu finden, so beschlofs ich, das
klare Wetter zu benutzen und durch die Colnett-Strafse zu gehen.
Ich passirte dieselbe mit Südostkurs in 3 Sm Abstand von Yeruba Sima
und Yakıno Sima. Von Brechern, welche den Ort des Medusa-Riffes kem-
zeichnen sollten, konnte auch vom Topp des Mastes nichts wahrgenommen
werden.