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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

Ann. d. Hydr. ete., XXV. Jahrg. (1897), Heft VI. 
wF 
Von Jaluit nach dem Mille- und Maloelab-Atoll (Marshall-Inseln). 
Aus dem Reisebericht S. M. S. „Falke“, Kommandant Korv.-Kapt, KRIEG, November 1896. 
(Hierzu Tafel 7 und 8.) 
1. Allgemeines. Das Wetter war, der Jahreszeit entsprechend, sehr 
unbeständig und regnerisch. Der Nordostpassat wehte ziemlich beständig mit 
Stärke 4 bis 5, frischte jedoch in Regenböen häufig bis zu Stärke 7 auf. Das 
Barometer zeigte einen normalen Stand von 761,5 mm im Mittel. 
Die beobachteten Stromversetzungen waren sehr verschieden, Auf der 
Fahrt von Jaluit nach Mille vom 19. bis 20. November 1896 wurde eine Strom- 
versetzung von N40°0O, 10 Sm pro Etmal, auf derjenigen von Mille nach 
Maloelab vom 23. bis 24, November 1896 eine solche von S 50° 0, 18 Sm pro 
Etmal, und auf der Fahrt von Maloelab nach Jaluit vom 27. bis 28. November 1896 
sogar eine, wenn auch nur geringe, westliche Versetzung bemerkt, 
2. Mille-Atoll. In den Monaten Oktober und November ist das Ankern 
unter der Insel Mille (Westseite des Atolls) nicht rathsam, da dort infolge des 
starken Nordostpassates und der vielen heftigen Regenböen auch in der Lagune 
bedeutender Seegang steht. Es ist in dieser Jahreszeit das Ankern unter den 
Inseln der Ostseite des Atolls vorzuziehen. Auf der siebenten dieser Inseln, 
von Nord gerechnet, befindet sich eine Handelsstation der Jaluit - Gesellschaft, 
Schiffe, die unter dieser Insel ankern wollen, laufen am besten durch die von 
S. M. S. „Falke“ benutzte Passage bei der Insel Ennanlik in die Lagune ein, 
Von dieser Passage aus ist die Fahrt durch die Lagune am kürzesten und 
sichersten, da sich in dem Kurse zwischen ihr und dem Ankerplatz (SO!/40), 
abgesehen von einem etwa auf halbem Wege liegenden und gut sichtbaren 
Korallenfleck, keine Untiefen befinden. Die Passage selbst ist leicht und sicher zu 
durchlaufen, da die dieselbe umgebenden Rife und Korallenflecke (Tafel 7) wenig 
anter Wasser und daher sehr deutlich sichtbar sind, während die Fahrrinne selbst 
sehr tiefes Wasser hat. Strom macht sich in der Passage nur in geringem 
Mafse bemerklich, er setzt bei Ebbe NO, bei Fluth SW. Wenn man auf östlichem 
Kurse Enalik, die nördlichste Insel der Nordseite des Atolls, in ca 2 Sm Abstand 
querab hat, so führt der Kurs SOzO direkt auf die Ennanlik - Passage, Von 
Enalik einschließlich bis zur Passage zählt man neun Inseln verschiedener Gröfse 
in der Nordseite des Atolls. Von der vierten derselben erstreckt sich eine 
bewaldete Landzunge im Bogen bis zur fünften hin, so dafs beide beinahe als 
eine Insel erscheinen; auf der sechsten Insel hebt sich eine die anderen Bäume 
sehr hoch überragende Palme gut ab, zwischen der siebenten und achten kleineren 
Insel befindet sich eine kleine Passage. . Die neunte Insel, Ennanlik, ist die 
längste dieser Inseln. Sie hat dichten Palmenbestand, und stehen die Palmen 
bis an den Strand heran. Oestlich von der Passage zählt man sieben Inseln in 
der Nordseite. Von diesen liegt die vierte rückwärtig zwischen der dritten und 
fünften (s. die Vertonung). 
3. Maloelab-Atoll. Die Passage bei der Insel Bogen (Tafel 8), durch 
welche S. M. S. „Falke“ in die Lagune einlief, liegt ca 3 Sm nordwestlich von 
dieser Insel. Die Passage wird erst als solche erkennbar, wenn man von der 
Insel Bogen aus, an dem Riff entlang steuernd, . bis auf ihre Höhe gelangt ist, 
während die innerhalb der Lagune ihr vorgelagerte niedrige Sandinsel schon 
früher sichtbar ist. Die Passage ist ziemlich eng und gewunden und nur bei 
guter Beleuchtung befahrbar; sie führt östlich an der oben erwähnten Sandinsel 
vorbei. Dicht nördlich dieser Sandinseln liegt ein Korallenfleck, ein weiterer 
wurde ca 5 Sm in S!„2W von der Insel Olet bemerkt; im Uebrigen soll dieser 
Theil der Lagune frei von Untiefen sein. Der Kurs von der Bogen - Passage 
nach der Hauptinsel Torua ist NNO, die Entfernung ca 14 Sm. 
Eine sehr empfehlenswerthe Passage ist die von S. M. S. „Falke“ beim 
Verlassen der Lagune benutzte. Dieselbe liegt bei der in der Karte nicht 
Ann 8. Hyär. ete.. 1897. Heft VI.
	        
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