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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

Die Witterung :an der deutschen Küste im April 1897. 
Richtungen, sich ostwärts ausbreitend, an der nördlichen Nordsee und der 
Ostsee auf. 
Die Morgentemperaturen lagen an der Nordseeküste am 1. bis 8., 11. bis 
13. und 19. bis 25., an der westlichen Ostsee am 1. bis 25. und an der östlichen 
Ostsee am 5. bis 7. und 1°, bis 24. meist unter, an den übrigen Tagen für die 
betreffenden Küstentheile meist über den normalen Werthen, Die Anzahl der 
zu kühlen Morgen war somit, zumal an der westlichen Ostsee, größer als die 
der wärmeren Morgen, so dafs die noch etwas über den Mittelwerthen liegenden 
Monatstemperaturen im Vergleich zum Morgen relativ hohe Mittagstemperaturen 
hervortreten liefsen. In ihrem Gang von Tag zu Tag zeigten die Morgentempe- 
raturen an der Nordsee und der westlichen Ostsee zunächst wenig Aenderung, 
in der zweiten Pentade ein Steigen und dann vom 10. bis 25. wieder wenig 
Aenderung;; die letzte Pentade brachte nach einigen Tagen stärkeren Ansteigens 
der Temperatur wärmeres Wetter; an der östlichen Ostsee folgte auf ein Sinken 
der Morgentemperaturen bis zum 8. (Memel 5.) ein Steigen vom 9. bis 15,, dann 
wieder kühleres Wetter mit ziemlich gleichbleibender Morgentemperatur vom 16. 
bis 24, worauf diese vom 25. bis 29. meist stark anstieg. Am 27, wurde die 
normale Morgentemperatur überall überschritten, und es folgten warme Morgen 
bis Monatsschlufs, mit vereinzelten Ausnahmen für Orte der Nordseeküste. Am 
27, und 28. wurden als die höchsten Temperaturen im Monat fast überall 20° 
erreicht, während die niedrigsten Temperaturen, zwischen 0° und — 3° liegend, 
meist am Ende der ersten Pentade eintraten. 
Tage mit Niederschlag, nur um Mitte des Monats in längerer Folge, 
wechselten mehrfach mit trockenem Wetter, das jedoch ebenso wie die feuchte 
Witterung nur an wenigen Tagen über dem ganzen Gebiet herrschte; meist 
trocken war es am 6. bis 9., 20. bis 23. und 26. bis 27. Nebel trat in gröfserer 
Ausdehnung am 10. bis 12. an der Ostsee und am 28, und 29. an der Nordsee 
auf, heiteres Wetter über gröfserem Gebiete an der Ostsee am 16., 21. und 26. 
bis 28. Gewitter fanden statt in der Nacht vom 28. zum 29. an der Nordsee 
und der westlichen Ostsee, am 29, an Theilen der Ostsee und am 30, vielfach 
längs des ganzen Gebietes. 
Die Küste gehörte im April meist dem Bereich von Depressionen an; 
nur wenige Tage lag sie im Randgebiete von hohem Luftdruck, der sich längere 
Zeit über Nordost- und späterhin theilweise auch Nordeuropa behauptete. 
Während der ersten Pentade herrschten sehr veränderliche Winde unter dem 
Einfluß mehrerer Europa durchwandernder kleiner Depressionen. Kine über 
Skandinavien ausgebreitete Depression zog sich nach dem Norwegischen Meere 
zurück, während eine andere, den Westen des Kontinents bedeckende vom Kanal 
her nach den russischen Ostseeprovinzen schritt; beim Herannahen einer neuen 
Depression von Frankreich her drang eine weitere Depression von Südosteuropa 
nordwärts nach dem Rigaschen Busen vor, während sich jene nach dem Norden 
der Balkan-Halbinsel verlagerte. Ein in der Nacht zum 6. April über Nordost- 
guropa vordringendes Hochdruckgebiet drängte die über dem Rigaischen Busen 
liegende Depression westwärts nach Skandinavien, wo sie sich ausfüllte, und hielt 
eine fernere von: Südosteuropa nordwärts vordringende Depression in ihrer 
Bewegung auf; ebenso gelangten weitere von Westen her, auf der Nordseite 
eines im Süden auftretenden Hochdruckgebietes, in den Kontinent vordringende 
Depressionen zu keiner Entwickelung. 
Nachdem am 7. und 8. unter dem Einflufs des im Nordosten liegenden 
Maximums nördliche bis östliche Winde geweht hatten, wurde dieses durch eine 
über dem Ocean im Nordwesten erschienene Depression zurückgedrängt, so dafs 
an der Nordseeküste südwestliche und westliche Winde auftraten, doch nur 
vorübergehend: beim Herannahen einer neuen Depression im Westen der Britischen 
Inseln breitete sich hoher Luftdruck schon am 10. von der Biscaya-See her über 
das südliche Nordseegebiet aus. Gleichzeitig dehnte sich das Maximum im Nord- 
osten wieder über Skandinavien aus und behauptete sich vom 11. bis 14, über 
Nordosteuropa, nördliche bis östliche Winde bedingend, während die Depression 
im Nordwesten herannahte und sich über Nordwesteuropa ausdehnte. 
Vom 15. bis 18. breitete sich die Depression von Nordwesten her all- 
mählich über der Nordhälfte Europas aus, das Maximum in Nordeuropa wurde 
zurückgedrängt, während hoher Druck von Südwesten und späterhin auch von 
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