Notizen.
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2. Aschenregen auf Java. Als das auf der Reise von Surabaja nach
Kraksan befindliche Bremer Schiff „Roland“, Kapt. C. Kobbe, sich am 6. Sep-
tember 1896 in der Nähe von Probolingo befand, brachte ein frischer Südsüd-
westwind vulkanische Asche zum Schiff, die am Morgen das Deck mit einer
1 bis 2 mm dicken Schicht bedeckte. Auf der Rhede von Kraksan liegend,
beobachtete man dann vom 7. bis zum 17. September eine grofse aus dem Vulkan
von Lamongan aufsteigende Rauchsäule, und während der Nacht vom 17. zum
18. September erfolgte bei Südwestwind, Stärke 6, wieder ein starker Aschen-
regen, dessen Niederschlag eine Dicke von 3 bis 4 mm erreichte. Am Vor-
mittage des 18. September klarte die Luft etwas auf, nachmittags stellte sich
jedoch aufs Neue starker Aschenfall ein, bei dem die Sonnenscheibe eben sichtbar
war. Erst am 21. September wurde die Luft reiner. Der Wind hielt sich
während dieser ganzen Zeit vorherrschend zwischen Süd und SW; am 19. und
20. September kam am Tage auch keine Seebriese durch,
3. Ueber die Strömungsverhältnisse zwischen Nagasaki und der
chinesischen Küste im Januar d. J. berichtet S. M. S. „Prinzefs Wilhelm“,
Kommandant Korv.-Kapt. mit Oberstlieutenantsrang Thiele:
Zwischen Nagasaki und 30,5° N-Br und 126° O-Lg 9. bis 10. Januar
mittags geringe Ostnordostversetzung; der Wind frischte am 9. nachmittags aus
WNW mit steigendem Barometer bis auf Stärke 6 auf, ging am 10. morgens
auf Nord 2 herum und frischte gegen Abend, bis ENE drehend, wieder auf
Stärke 5 auf. Am 11. drehte der Wind noch weiter bis SE und sprang dann
um 2*p plötzlich auf NE um und hielt sich dann mit Regen und dickem Wetter
auf Nord—NE, Die Unsichtigkeit nahm, namentlich von der Insel Lambock an,
am 13. so zu, dafs das Schiff bei den Lamun - Inseln ankern mußte und erst
am folgenden Tage bei klarem ruhigen Wetter die Reise fortsetzen konnte.
Infolge der Unterbrechung des Monsuns wurde vom 10. mittags bis zum
12. morgens bei der Insel Tung-yang anstatt des zu erwartenden Südweststromes
ein Nordweststrom von 0,4 Sm die Stunde gefunden.
Zwischen den Inseln Ockseu und Chapel setzte der Strom stark nach Westen,
so dafs, um in der Nacht gut von den Brothers frei zu bleiben, weiter von Land
abgehalten wurde. .
Zwischen der Insel Lammock und Pedro Blanco setzte der Strom nach
WSW 1 bis 1,5 Sm die Stunde.
Der Ankerplatz auf Lamun-Rhede, mitten zwischen der höchsten Erhebung
der Insel Tuni Auy und der Südspitze der Insel Lamun auf 21 m Wasser, ist
ein sehr guter und bietet während des Nordostmonsuns guten Schutz gegen Wind
und See, scheint auch viel von Dschunken benutzt zu werden.
Auf der Fahrt von Samsah nach Nagasaki, 22. bis 24. November 1896,
wurde bis etwa 123° O-Lg westlicher Strom von 0,7 Sın die Stunde bemerkt und
beim Uebergang in den Kuro-siwo ein Steigen der Wassertemperatur um 2° bis
3° C beobachtet. Dieser Strom erreichte erst in etwa 60 m Abstand von den
Japanischen Inseln eine Geschwindigkeit von 1 Sm die Stunde.
4. Meteor. In dem meteorologischen Journal der sich derzeit auf einer
Reise von Puntarenas C. R. nach Falmouth auf 33,8° N-Br und 37,8° W-Lg
befindenden Bark „Olive“, Kapt. E. Schulz, ist unter dem 24. September 1896
die folgende interessante Aufzeichnung enthalten:
„Um 8!/ Uhr abends schofs bei fast wolkenlosem Himmel eine Sternschnuppe
in südwestlicher Richtung. Aus welcher Gegend des Himmels dieselbe gekommen
war, ist nicht beobachtet worden. Als sie bis zu einer Höhe von 50° über dem
Horizont gesunken war, hielt sie in ihrem bisherigen Fluge inne und änderte
denselben ganz langsam nach SO. Die dabei beschriebene Kurve blieb 5 bis
6 Minuten als eine hellleuchtende Linie sichtbar, dann dehnte sie sich bis zu
einer dreifachen Breite aus und erblafste allmählich. Die Dauer der ganzen Er-
scheinung, von dem ersten Erblicken der Sternschnuppe bis zum Verlöschen
derselben, dauerte nach Schätzung 7 bis 8 Minuten.“