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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

Navigirung im Kanal von Ischia. 
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Grund gerathen können. Dies wird indessen vermieden, wenn ‚die Schiffe, die 
von Genua kommen und die Höhe von Porto d’Anzio erreicht haben, nicht im 
spitzen Winkel auf die Nordküste der Insel anfahren, sondern von vornherein 
die Mitte des Kanäls von Ischia zu gewinnen trachten und dann, wenn’ sie etwa 
den auf der Karte (Tafel 6) mit A bezeichneten Punkt erreicht haben, dicht 
rechts vom Castel d’Ischia vorüber die Punta von Pisciazza peilen und diesen 
Kurs strenge einhalten, bis sie die Höhe der Südspitze von Vivara und Procida 
erreicht haben. Bei diesem Kurse werden die Untiefen von Bagno d’Ilschia und 
die Formiche di Vivara vermieden. Hat man dann. die Höhe der Südküste von 
Vivara und Procida erreicht, so kann man ohne Bedenken den Kurs nach Osten, 
auf Neapel zu, richten, 
_ Auf mein Ersuchen hat die hiesige Admiralität den richtigen Kurs durch 
den Kanal von Ischia in der Karte eingetragen (s. Tafel, 6). 
Ueber die Resultate der magnetischen und hydrographischen. 
Beobachtungen im Eismeere in den Jahren 1893 bis 1895. 
Seit dem Jahre 1893 werden, wie bekannt, alljährlich russische Kreuzer 
in das Nördliche Eismeer gesandt, zum Schutz von Fischfang und Jagd‘ vor 
fremden Ausbeutern, welche bis dahin in russischen Gewässern fast straflos 
wirthschafteten. ; . 
Aufser Erfüllung dieser Hauptaufgabe wurden von den Kreuzern auch 
hydrographische Arbeiten nach einem von der hydrographischen Hauptverwaltung 
des Marineministeriums ausgearbeiteten Programm unternommen, welche Berich- 
tigung und Ergänzung der Karten der nördlichen russischen Küsten bezweckten. 
Ueber die Resultate dieser hydrographischen Arbeiten von den Kreuzern 
„Nayezdnik“ und „Vestnik“ im Eismeere in den Jahren 1893 und 1894 hatte 
ich bereits im Januar verflossenen Jahres die Ehre, der Gesellschaft Bericht zu 
erstatten. *) 
Seitdem ist noch ein Jahr, das Jahr 1895, verflossen, während dessen der 
Kreuzer „Djigit“ das Werk seiner beiden Vorgänger im Eismeer fortsetzte. 
Die Summe der Thätigkeit im Laufe dieser drei Jahre ergiebt: 17 astro- 
nomische, 20 magnetische Punkte, 732 Punkte, wo Temperatur, specifisches Ge: 
wicht und Farbe des Seewassers beobachtet und 20 Punkte, wo der Koefficient 
der Erdrefraktion bestimmt wurde. 
Ich werde mich nicht aufhalten mit Bes<Lreibung der benutzten Instrumente, 
der Art des Vorgehens und der Genauigkeit der erlangten Resultate, da ich 
darüber schon im vorigen Jahre berichtet. habe. Die gegenwärtige Mittheilung 
bezweckt nur die Darlegung von dem, was sich aus meinen magnetischen und 
hydrologischen Arbeiten ergiebt. 
Beginnen wir mit den Resultaten der magnetischen Beobachtungen, 
Die magnetischen Punkte des Eismeeres sind längs der ganzen russischen 
Küste, von der Fischer-Halbinsel an der Murman-Küste an bis zur Insel Vdigatsh 
beim Eintritt in den Yugörski Shar, ziemlich gleichmäfsig vertheilt, aber alle 
Beobachtungen, diejenigen auf Növaya Zemlya allein ausgenommen, umfassen 
eine Region, welche sich längs des Parallels hinzieht und der Breite nach nur 
geringe Ausdehnung hat. 
Auf Grund der Arbeiten für die drei letztverflossenen Jahre beabsichtige 
ich eine neue magnetische Karte des Barents-See zu entwerfen, um dadurch 
sowohl den russischen Kreuzern als auch überhaupt allen Seefahrern, welche die 
nördlichen Gewässer Russlands besuchen, zu Hülfe zu kommen. 
Die magnetische Deklination, mit welcher der Seemann stets rechnen 
muf, ändert sich in diesen hohen Breitengraden mit Aenderung der Länge so 
1) Vortrag, gehalten am 8. März 1896 von M. E. Jdanko in der Sitzung der vereinigten 
Abtheilungen für mathematische und physische Geographie der Ksrl. Russ. Geographischen Gesell- 
schaft in St. Petersburg. 
2) S. die „Jzvestiya“ der Ksrl. Russ. Geogr, Ges, XXX 1595, S. 118, vgl. Annalen 1896. 
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