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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1897.
Fernerhin kann man den 1 Sm breiten Zugang in NW von Seturia, wo
Tiefen von 36,6 m (20 vm) sind, benutzen. Seine Nordwestgrenze ist kenntlich
an einem iu der Richtung NNW— SSO liegenden, zum grofsen Theil trocken-
fallenden Korallenriff von ungefähr 1700 m Länge und 600m Breite. In der
Nähe des Ostrandes dieses Riffes liegt eine kleine Sandbank, die bei halber
Gezeit sichtbar wird.
Vier Seemeilen NNW von dem Korallenriffe, in ungefähr 2° 13’S-Br und
117° 38‘ O-Lg, liegt eine kleine, stets sichtbare Sandbank in der Nähe der Süd-
seite eines anderen, ebenfalls trockenfallenden Korallenriffes. Dieses Riff legt
dicht bei der 100 Faden-Linie, läuft dieser parallel und hat ungefähr 1200 m Länge.
Die von Osten kommenden Schiffe können den Zugang in NW des Riffes
von Kabala Duwa benutzen. Dieser liegt dort, wo die 100 Faden-Linie sich nach
innen biegt. Er ist 3 Sm breit, und es sind von ihm aus die hohen Baum-
wipfelchen auf der Südspitze von Semangil sichtbar, welche mit Kabala Duwa
und Balabalagan als Peilobjekte dienen können. Die Nordwestgrenze dieses
Zuganges ist eine isolirte, 5,5m (3 vm) unter Wasser in ungefähr 2° 27‘ S-Br
und 117° 52‘ O-Lg gelegene kleine Korallenklippe. Der Zugang ist zu erkennen
an einem trockenfallenden Korallenriffe, das sich längs des Randes der Bank
hinstreckt und auf dem eine stets sichtbare Sandplatte liegt. Die ungefähre
Position derselben ist 2° 25’ S-Br und 117° 50‘ O-Lg.
In SO von Balabalagan, 4 Sm von dieser Insel entfernt, liegen Untiefen,
welche die Nordgrenze eines 3 Sm breiten Zuganges zur Borneo- Bank bilden.
Durch diesen Zugang kann man, von Ost kommend, den Theil der Bank erreichen,
in dem es wohl keine Gefahren für die Schiffahrt giebt. Er ist jedoch insofern
nicht sehr empfehlenswerth, als in der Regel der Gezeitenstrom dwars über ihn
zetzt und es auch schwer fällt, seinen Ort zu erkennen, da aufser Balabalagan
keine andere Iosel sichtbar ist.
In Süd wird dieser Zugang durch einen 8 Sm langen und 200 bis 1200 m
breiten unterseeischen Rücken begrenzt. Dieser zieht sich von 2° 38‘ S Br und
118° 1‘ O-Lg bis 2° 43‘ S-Br und 118° 7‘ O-Lg hin und sind auf ihm Tiefen von
weniger als 12,8 m (7 vm). In ungefähr 2° 41‘ S-Br und 118° 3‘ O-Lg liegt eine
Stelle von 9,1 m (5vm) Tiefe und ein Riff, auf dem die geringste Tiefe 6,9 m
(33/4 vm) beträgt. Dieses ist in ost—westlicher Richtung 1500 m lang und hat
500 m Breite. Es liegt auf der Südostspitze des erwähnten Rückens. Schiffen,
die von Süden her kommend, die Inselgruppe anlaufen wollen, ist es nicht an-
zurathen, sich Balabalagan mit Nordwestkurs zu nähern.
Zum Schlusse der vorstehenden Segelanweisung ist zu bemerken, dafs man
sich ohne gute Karte nicht zwischen die Inseln begeben sollte, und dafs viele
Untiefen selbst bei klarem und sichtigem Wetter zuweilen erst in 100m und
sogar noch geringerem Abstande gesehen werden. Auch darf nicht aufser Acht
gelassen werden, dals es vielleicht Untiefen giebt, die noch nicht aufgefunden
worden sind.
Navigirung im Kanal von Ischla.
Nach dem Bericht des deutschen Konsuls in Neapel.
(Hierzu "Tafel 6.)
Gelegentlich der Erhebungen über den Seeunfall des bei Ischia zeitweilig
yestrandeten Dampfers „Gera“ vom Norddeutschen Lloyd ist von verschiedenen
Seiten die Meinung ausgesprochen worden, dafs unsere Schiffe auf der Fahrt von
Genua nach Neapel im Kanal von Ischia ihren Kurs allzu nahe der Küste von
Ischia nehmen. Obwohl die Fahrt durch den Kanal von Ischia, d. h. zwischen
den Inseln Ischia und Vivara hindurch, zumal bei Tage und schönem Wetter,
Gefahren nicht bietet und deswegen auch, wie die hiesige Admiralität bestätigt,
von den italienischen Kriegsschiffen, auch in Geschwadern, oft unternommen wird,
ist die Strafse durch die Sandbank am Bagno d’Ischia (Strandungsstelle der
„Gera“) einerseits und die Untiefen der Formiche di Vivara andererseits soweit
aingeengt, dafs Schiffe bei nicht ganz richtiger Steuerung dort leicht auf den