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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

Makässar-Strafse. Balabalagan- oder Kleine Paternoster-Inseln. 9213 
nördlich von Unarang sind: verschiedene Riffe mit 1,8 bis. 7,3 m (1 bis 4 vm) 
Wasser angetroffen worden, i# 
Winde, Strömungen und Gezeiten. 
In dem eben beschriebenen Theile der Makassar-Strafse ist die Witterung 
sehr veränderlich, was in Anbetracht der Nähe der gie beeinflussenden grofßsen 
Inseln Borneo und Celebes nicht zu verwundern ist. Im Allgemeinen kann man 
annehmen, dafs in diesem Gebiete zwei Monsune, ein Nord- und ein Südmonsun, 
analog den sogenannten West- und Ostmonsunen der Java- See, herrschen. 
November und Mai können als Monate des Kenterns betrachtet werden. Gegen 
Ende November wird der Wind nördlicher, im Dezember allmählich böiger, und 
im Januar stellt sich der Nordmonsun definitiv ein. .Die Nordwinde sind bis in 
die erste Hälfte des Mai vorherrschend, obgleich zuweilen Böen. aus allen 
Richtungen, namentlich aber aus NW und SW, erwartet werden können. Im 
Mai und Juni läuft der Wind mehr nach Süd, und im Juli kann es während 
mehrerer Tage steif aus SW wehen. Im August steht der Südmonsun kräftig 
durch, und ist der Wind dann meistens SSE bis SSW, zuweilen -begleiteß von 
Dünung und hoher See. So lange es diesig und unsichtig ist, kann ınan sicher 
sein, dafs eine Aenderung des Wetters nicht eintreten wird. Je steifer es weht, 
desto dunstiger ist es. Im September können südliche Winde wohl noch mehrere 
Tage ununterbrochen durchstehen, aber. in dem letzten Theile dieses Monats ist 
ihre Kraft gebrochen, und es nähert sich allmählich die Zeit des Kenterns. 
Das ganze Jahr fäll6 viel Regen, der manchmal, namentlich im September, 
von schweren Gewittern .begleitet ist. In der Regel sind die Monate Mai; Juni, 
Oktober und November die schönsten. ; 
Die Strömungen. sind: sehr unregelmäfsig; .besonders zwischen den Inseln 
und Riffen läuft zuweilen ein kräftiger Strom (2 Sm und mehr in der Stunde): 
Es war nicht möglich, eine Regelmäfsigkeit im Kentern des Stromes zu entdecken. 
So wurde z, B. im November und Dezember beobachtet, dafs der Süd-Gezeiten- 
strom mit steigendem Wasser zusammenfiel, während dies im Januar .mit dem 
Nord-Gezeitenstrom der Fall war. In der Mitte der Inselgruppe ändert sich die 
Richtung des Stromes nur von SO: in SW, während in der Nähe von Balabalagan 
im November und Dezember nur Nordost- und Nordnordoststrom. wahrgenommen 
wurde, Im Januar, als die nördlichen Winde. vorherrschten, lief der Strom den 
ganzen Tag südsüdwestlich bis südwestlich mit einer Maximalgeschwindigkeit von 
21/2 Sm in der Stunde, und wurde nur des Nachts während sechs Stunden ein 
Nordoststrom von derselben Maximalgeschwindigkeit bemerkt. Innerhalb des 
Ostriffrandes war der Strom meistens schwach und veränderlich. Der Gezeiten- 
strom kenterte südlich von Seturian während der Quadraturen gegen 6 Uhr. 
Richtung und Geschwindigkeit des Windes beeinflussen die Strömungen sehr be- 
trächtlich. Der Fluthwechsel beträgt 1,2 bis 1,5 m (4 bis 5 vt) und ist zur Spring- 
zeit 0,6 bis 0,9 m (2 bis 3 vt) größer, 
Ankergrund. Zwischen den Inseln und Riffen findet man fast überall 
einen guten Ankergrund, der vorherrschend aus Sand und Korallen, hier und da 
mit kleinen Steinen und Muscheln vermengt, auch aus Schlamm besteht. In der 
Regel nehmen die Tiefen mehr oder weniger zu, wenn man sich den Riffen 
nähert, da diese meistens steil abfallen. Die gröfsten Tiefen trifft man in West 
und NW von Sangai än, wo 104m (57 vm) Tiefe in 1000 m Abstand vom Riffe 
gefunden wurde. Weiter nach Westen hin nehmen die Tiefen allmählich ab. 
Segelanweisung. Kommt man von SW und will zwischen den Inseln 
durch in den tiefen Theil der Makassar- Strafse segeln, so suche man zunächst 
Samataha auf, das in reichlich 16 Sm sichtbar ist. Mit Nordostkurs diese Insel 
anlaufend, kann man sich ihr bis auf 2 Sm nähern. Dann steuere man: mit 
nördlichen Kursen dicht an Sabojan entlang und hierauf NO, um, in Süd und 
Ost von Sebangkatan fahrend, aus der Inselgruppe herauszukommen.. Für die 
von Norden kommenden Schiffe ist der 6 Sm breite Zugang zur Borneo - Bank, 
östlich von Sebangkatan, der bequemste. Auf den hier gelegenen. unterseeischen 
Rücken sind einzelne Stellen von 25,6 bis 31,1 m (14 bis 17 vm) Tiefe. Man 
achte darauf, Lamudaän besar nicht westlicher als SzW zu bringen, damit man frei 
von allen Untiefen bleibt,. die an der Ostseite des Zuganges zur Borneo- Bank 
liegen und die nach Norden sich vorstreckende Spitze derselben unsicher machen.
	        
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