Die Küste, 83 AufMod (2015), 19-38
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Digitaler Geländemodelle für den Wasserlauf (DGM-W) im Auftrag der Bundesanstalt
für Gewässerkunde (BfG) und denen der Landesvermessung Schleswig-Holstein sowie
digitalisierten historischen Arbeitskarten der Seevermessung des BSH. Die aus den unter
schiedlichen Quellen bereitgestellten Vermessungsdaten, welche völlig unterschiedliche
Charakteristika haben (Profilvermessungen, Linienpeilungen, Flächenpeilungen, La
serscandaten,...), wurden plausibilisiert, mit zugehörigen Metadaten verknüpft und in die
digitale Bathymetrie-Komponente übernommen.
Insgesamt wurden mehr als 20.000 Vermessungen (~3 Mrd. Punkte) zusammengetra
gen. Der Erhebungszeitraum dieser Daten umfasst die Jahre von 1948 bis 2012. Neben
den Vermessungsdaten von deutschen Verwaltungen und Institutionen wurden dem Pro
jekt auch bathymetrische Daten vom Britischen Oceanographic Data Center (BODC)
und der dänischen Küstendirektion zur Verfügung gestellt.
Die Übertragung der in der Regel punktuellen Information in die Fläche erfolgt durch
strukturangepasste Interpolationsverfahren (MlLBRADT 2011). Um zu einem Zeitpunkt
eine Tiefe zu erhalten, wird eine Raum-Zeit-Interpolation verwendet (MlLBRADT 2011).
Auf diese Weise ist es möglich, auf frei wählbaren Modellgittem zu jedem gewünschten
Zeitpunkt Tiefenwerte zu bestimmen.
3.2 Bodenformen
Im Rahmen des Projekts wurden sowohl historische Untersuchungen zur Verteilung von
Bodenformen zusammengestellt als auch aktuelle Messdaten analysiert. Analoge Karten
der Untersuchung von ULRICH (1973) wurden digitalisiert und dekodiert (ERNSTSEN et
al. in review). Ergänzt wurden diese historischen Daten durch im Projekt erstellte Boden
formkarten für Weser, Jade und Elbe. Die Parametrisierung im Funktionalen Boden
modell erfolgte, wie in der Abb. 2 skizziert, über eine skalare Größe, die Dünenhöhe und
zwei Richtungsvektoren, die die Dünenlänge in beiden Richtungen des Dünenkamms
parametrisieren.
3.3 Sedimenteigenschaften
Die Bestimmung der Sedimenteigenschaften ist wesentlich aufwändiger als die Vermes
sung der Tiefe. Anhand punktuell entnommener Bodenproben können Parameter, wie
beispielsweise die Korngrößenverteilung, erfasst werden. Da für die großflächige Analyse
der zeitlichen Entwicklung nicht genügend Wiederholungsmessungen vorhanden sind,