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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

Örtt: Der Einflufs des Windes und des Luftdruckes auf die Gezeiten, 
Il. Werthe für R.. 
Ill. Werthe für Rh. 
Richtung 
JesWindes 
Ymnmiden 
Hoek van 
Holland 
Richtung 
des Windes 
Ymuiden 
; Hoek van 
Holland 
1895 | 1896 
1896 
1895 | 1896 
1896 
N 0,4 45 
NNO 11 L6 1,6 
NO 1,6 1,3 1,1 
0ONO 0,8 0,5 0,6 
D —04 —02 0,0 
0SO —12 —07 —0,5 
so —11 —1,1 —0,7 
SSo —10 —11 — 15 
Ss :‚0—13 —09 —? 
SSW —11 —07 000 = 
SW i—09 —06 — 10 
WSW -—07 — 0,4 — 0.7 
W —02 —01 0.5 
WNW (A 0,5 0,1 
NW 0,3 | 1,1 0,5 
NNW 0,45 1,3 | : 0,9 
N 
NNO 
NO 
ONO 
0 
0SO 
so 
380 
3 
SSW 
SW | 
WSW 
W 
WNW 
NW, 
NNW: 
On 
un 
13 
& 
‚6 ‚— & 
2 O0 
205 
Aus diesen‘ Zahlen kann die Genauigkeit der Resultate beurtheilt. werden. 
Es zeigt sich daraus, dafs die Praxis sehr gut mit einer Formel für die 
Höhe vom Hoch- und Niedrigwasser zu Yınuiden und zu Hoek van Holland aus- 
reichen kann, und ebenso mit einer Formel für die Hochwasserzeit an beiden 
Küstenorten, 
Der Werth von a scheint bei Niedrigwasser bedeutend gröfser als bei 
Hochwasser; im Mittel ist also das Windstille-Niveau bei Niedrigwasser um 5 cm 
unter dem mittleren Stand und bei Hochwasser um 2 cm darunter. . 
Für die Praxis ist jedoch jener 3 cm grofse Unterschied zuversichtlich zu 
vernachlässigen; für die‘ Kenntnifs der Erscheinungen sind sie dagegen von 
Interesse, weil sie zeigen, dafs die Aufwehung, welche die herrschenden West- 
winde auf der holländischen Küste verursachen, bei Niedrigwasser stärker ist 
wie bei Hochwasser, ; 
Sehr deutlich sieht man, dafs der Einflufs des Luftdruckes auf die Höhe 
nicht derselbe ist bei verschiedenen Richtungen des Windes, sondern am stärksten 
bei nördlichen, am schwächsten bei ‚südlichen Winden, und dafs dieser Einflufs 
zuweilen ‚viel stärker ist als aus dem Verhältnisse der Dichtigkeiten des Queck- 
silbers und des Meerwassers zu erklären sein würde. 
Es scheint mir, dal in diesem Verhältnifsfaktor auch begriffen ist der 
Einflufßs der Form und Ausdehnung des Windgebietes; mit anderen Worten, dafs 
bei bestimmtem Barometerstand ein gleicher wahrgenommener Wind z.B. mehr 
örtlich wehen mag als bei anderem Barometerstand, wenn der Wind im letzteren 
Falle ein mehr ausgedehntes Gebiet der Nordsee beherrschen wird und dann auch 
größeren Einflufs auf die Seestände haben wird. 
Sehr merkwürdig ist es auch, dafs der Einflufs des Luftdruckes auf die 
Hochwasserzeit sich so deutlich und regelmäfsig zeigt, was man von vornherein 
nicht vermuthen würde. Hohe Barometerstände verspäten die Hochwasserzeit. 
Die Werthe für R zeigen deutlich, dafs’ die Seewinde den Meeresstand 
erhöhen, während die Landwinde eine Senkung hervorbringen. Nord- und Süd- 
winde verhalten sich wie Seewind; die neutrale Linie liegt NNO-— SSO.- Die 
größte Aufwehung ist stärker wie die gröfste Abwehung; erstere findet. statt bei 
West- — Westnordwestwind, letztere bei Ost- — Ostsüdostrichtung. 
Der Einflufßs auf die Zeit des Hochwassers ist ungefähr. um 90°. gegen 
jenen auf die Höhe verschoben. Sehr deutlich sieht man, dafs die Südwinde, 
welche in derselben Richtung wehen wie die‘ Fortpflanzung der Fluthwelle, den 
Eintritt. verfrühen,. während Nordwinde den Augenblick des Hochwassers .ver- 
späten. Die ansehnlichste Verspätung findet statt bei Nordnordost- — Nordost- 
wind, die bedeutendste Verfrühung bei Südwind; die neutrale Linie liegt zwischen 
ONO und Ost und zwischen West und WNW.-
	        
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