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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1897. 
auf 47° S-Br und 51° O-Lg 2 Berge, bei Penguin-Insel am Grunde sitzend; 
am 21. auf 47° S-Br und von 62° bis 67° O-Lg 6 Berge von verschiedener 
Gröfse, anscheinend im Aufbrechen begriffen; am 22. Januar auf 47° S-Br und 
74° O-Lg ein sehr grofser Berg von etwa 5 Sm Länge. Dampfer „Hubbuck“, 
von London nach Adelaide. 
Januar 26 bis 31 von 428° S-Br und 444° O-Lg bis 46,7° S-Br und 
69,1° O-Lg. Kapt. J. Bruhn vom Dampfer „Essen“ berichtet: „Auf unserer 
Reise von Port Elizabeth nach Australien sahen wir den ersten Eisberg am 
Vormittage des 26. Januar auf 42,8° S-Br und 44,4° O-Lg und passirten dann 
weiter in einem Abstande von 10 bis 15 Sm fortwährend Berge von 90 bis 120 m 
Höhe und 1 bis 4 Sm Umfang. Am nächsten Tage — Mittagsort 45,8° S-Br 
und 49,9° O-Lg -— waren wieder Kisberge von derselben Gröfse in Sicht; einer 
saflßs an der Nordseite von Hog’s Insel am Grunde. Am 29. Januar mittags 
befanden wir uns auf 474° S-Br und 61,9° Lg. Wir hatten bis dort, oft in 
geringem Abstande, fortwährend grofßse Eisberge passirt, zwischen denen sich 
in der letzteren Zeit aber schon mehr kleinere Eismassen befanden. Der Wind 
war nördlich, flau, das Wetter nebelig, zeitweilig abklarend. Nachmittags wurde 
es ganz still bei dichtem Nebel. Wir ließen die Maschine langsam gehen, 
konnten aber nicht verhindern, dafs wir in der Nacht gegen einen sehr grofsen 
Kisberg anstiefsen, doch erlitt das Schiff, da es so wenig Fahrt machte und wir 
sofort nach dem Krblicken des KEises mit der Maschine rückwärts gingen, keinen 
Schaden, auch fiel kein Eis auf Deck, indessen sahen wir bei Tagwerden, dafs 
die Back und das Vorderdeck, die vorher rein gewesen, ganz grau von Farbe 
waren, als wenn sie mit Lehmwasser begossen worden wären, was jedenfalls 
von dem abgeflossenen Schmelzwasser des Berges herrührte. Da der Nebel zu 
dicht war und es ringsherum im Kise Kkrachte, stoppten wir die Maschine bis 
Mittag, als es aufklarte. Wir fanden uns dann ringsum von Kisbergen umgeben. 
Mittagsort 47,5° S-Br und 65,8° O-Lg. Bis gegen Abend blieb es klar, und wir 
passirten etwa 60 bis 70 Eisberge. Dieselben waren bedeutend kleiner als die 
in westlicherer Länge angetroffenen, bildeten auch nicht mehr die regelmäfsig 
geformten, kompakten Massen mit steilen Kanten, sondern sahen mehr zerklüftet 
und zerbröckelt aus. Auffällig war das fortwährende Krachen im HEise. Dies 
Geräusch hat uns verschiedentlich vor Kollision bewahrt, denn oftmals haben 
wir nur gehört, daß Eis in der Nähe war, aber nichts gesehen. Abends wurde 
der Nebel wieder schr dicht; wir gingen deshalb langsam und um Mitternacht, 
als es wieder ringsherum stark krachte, stoppten wir. Gegen 1 Uhr morgens 
am 31. Januar, als wir uns nach dem Geräusch einigermafsen über den Ort des 
Kises vergewissert hatten, setzten wir die Maschine wieder langsam in Gang. 
Gegen 4 Uhr morgens passirten wir auf 46,7° S-Br und 69,1° Ö-Lg noch zwei 
grofse Schollen. Dies war das letzte Eis, welches wir sahen, doch herrschte 
den ganzen Tag und auch am folgenden Tage dichter Nebel. Um nicht noch- 
mals ins Eis zu gerathen, liefs ich nördlicher steuern und lief dann die Länge 
in 45,5° S-Br ab.“ 
Januar 28 auf 41° 2‘ S-Br und 51° 47‘ O-Lg, sowie auf 41° 18‘ S-Br und 
53° 14‘ O-Lg je ein Eisberg, der Letztere von 45 m Höhe und 300 m Länge. 
Dampfer „Cornwall“, von London nach Albany, W. A. 
Januar 28 bis Februar 3. Das deutsche Schiff „Lika“, von Santos nach 
Newcastle N.S.W., kollidirte, nachdem es schon früher in westlicherer Länge His 
passirt hatte, am 3. Februar auf 45,1° S-Br und 62° O-Lg bei dichtem Nebel 
mit einem KEisberge, verlor den Klüverbaum und erlitt durch herabstürzende 
grofse KEismassen Schaden am Deck und am Rumpf, glücklicherweise aber nur 
über Wasser, so dafs es nicht leck wurde. 
Februar 8 in 44° S-Br und 45° 0-Lg 2 Berge. Das Schiff „Nairnshire“ 
kollidirte während dichten Nebels mit einem niedrigen Eisberge. Die Vorpiek 
lief voll Wasser, und das Schiff mußte, von Eis umgeben, bis zum 10. Februar 
beiliegen. Februar 18 passirte dasselbe Schiff auf 46° S-Br und 49° O-Lg 62 Eis- 
berge, die letzten vereinzelten Berge auf 47° S-Br und 84° O-Lg. 
Mitte Februar. Das amerikanische Schiff „George S. Homer“, von 
New York nach Adelaide, passirte von Marion-Insel bis 79° O-Ly eine aufser- 
ordentlich große Menge KEisberge, darunter viele sehr grofse, und zahlreiche 
Eisschollen, die am gefährlichsten waren. Am 158, Februar, als man sich ungefähr 
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