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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

Knipping: Das Wetter zwischen dem La Plata und Kap Hom, 
189 
Abweichung von dem Wege bedingen, so wird ihnen empfohlen, sich an der 
Landseite zu halten, mit der Beschränkung: nicht zu dicht unter Land, weil man 
unter Land erfahrungsmäfsig schneller nach Süden kommt. Der kürzeste Abstand 
dieses Seglerweges von Land in 48° S-Br ist rund 70 Sm. Die Schiffsorte des 
„Cerastes“ am 31. Juli (s. Figur) zeigen aber, dafs sich Segler unter Umständen 
im Vertrauen auf die vorherrschend westlichen Winde der Küste viel mehr, hier 
bis auf 30 Sm, nähern. Bei den am 31. herrschenden Verhältnissen gewährte 
diese Stellung unter der Küste dem „Cerastes“ in der That gegenüber der 100 Sm 
weiter östlich stehenden „Iris“ den Vortheil, dafs jener nur Windstärke 9, diese 
11 beobachtete. Unter anderen Verhältnissen dagegen, wie sie z. B. am 20. Juli, 
elf Tage früher, herrschten, wäre die Stellung eines Seglers so dicht unter Land 
bedenklich gewesen, denn bei orkanartiger Windstärke aus Ost hätte er bei der 
schweren See und bei dem auf Land zu setzenden Strome weder nach Süden 
noch nach Norden auf die Dauer frei liegen können. Das sind aber gerade die 
Fälle, wo man mehr Segel führt und führen muß, als das Schiff eigentlich ver- 
tragen kann und wobei es leicht auf die Seite geworfen wird. Das Barometer 
fiel während des Sturmes von 770 bis 761 mm, und als es nach dem Sturme bei 
westlicher Briese sein Minimum, 758 mm, erreichte, stand es noch immer 2 mm 
über dem Mittel für die Jahreszeit und Gegend. Auch der dem Sturm acht 
Stunden vorhergehende höchste Stand von 774 mm war anscheinend ungewöhnlich. 
Zwei Tage später, am 23./24., machte der „Kambyses“ einen ganz ähnlichen 
Sturm durch. aber in 36° S-Br und weniger heftig, zugleich mit der „Iris“ (s. oben). 
Auszug aus dem meteorologischen Tagebuche des Dampfers „Kambyses‘“, 
Kapt. Ad. Vofs, von Punta Arenas nach Montevideo. 
Juli 1890. 
Tag. | 
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S 
ZB 
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S-Br, 
W-Lg 
L9. Juli | Mitt. 
A 
50° 3° 
AEO aı 
8 
2 
20. Juli 
A 
R 
Mitt. 46° 59° 
62° 581 
3 
2 
21. Juli: 
3 
Mitt. 
+ | 
& 
44° 57' 
60° 55" 
rw. Kurs | Sml 
Wind rw. 
Bar.| 
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SM 
am ) 
> 
od 6 
WSW 4/5 [763 15:7 7,6 
N321000! 38 WSW/SSW3/4! 767 [49 71 
Nato 36 | SSW a4 [160 «| 7,0 
N30037 9wWw 2 770142 7.2 
be 
be 
be 
be 
N32°0 |36 Veränd. je 7.1 
N31°O 36 EzS 83/4 l77316,6| 7,8 
N30°01351E 451774 6,71 8,4 
N33° 0 |32 Ostsüdöstıl.5/7' 772 16,6 | 8,6 
N33°0 26 |ESE wi) een 8,6 
Nas l98 ESE Ssnol76415.771 9.6 
be 
o 
° 
OÖ 
° 
or 
N3200 10 
N74°0 5 
N714°0 6 
N32°0 BB 
N 32° 0 |30 
N3012°0/ 32 
N301/°0| 40 
ESE sol 5,7] 6! or 
Stil olzeoleolwel £ 
Nw 28 1601651106) 
Westlich 2/31758|6,7|10,6} £ 
w 4j5 | 760 6,6 | 11.6 | £be 
Bewegte See, 
Bewegte See. 
Ruhige See. 
Ruhige See, 
Bewegte See. 
See zunehmend, 
See zunehmend. 
Grobe See, 
OrkanartigerWind,hoheSee, 
Orkanartige Windstöfse, 
hohe See, 
Beständig dick von Nebel. 
Hohe Dünung von SO u. Ost. 
HoheDünung von SO u. Ost. 
| Von WSW durcheinander- 
lanfende See. 
Die Strömungen sind hier mehr als 50 Sm von der Küste entfernt bei 
zutem Wetter schwach, ungefähr !/a Knoten nördlich oder südlich setzend; aber 
bei starken Winden und zwär so lange sie wehen, ist der Strom 1 bis 2 Knoten 
mit dem Winde. Innerhalb 50 Sm vom Lande ist der Strom stärker, 2 bis 
3 Knoten, besonders nahe bei den Vorsprüngen, Innerhalb 20 Sm.vom Lande 
fühlt man den Einfluß der Gezeiten.
	        
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