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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1897.
östlich von Kap Horn, mit der Längsachse ONO gerichtet, beherrscht den
gröfsten Theil des Gebietes.
„Prompt“, „Moltke“ und „Thalassa“, alle drei auf der Heimreise, haben
mäfsige östliche Winde und niedrigeren Druck im Norden, „Marie“ und „Nixe“,
jene auf der Aus-, diese auf der Heimreise, steifen bis stürmischen West und
niedrigeren Druck im Süden. Beim „Prompt“ erreicht das Barometer seinen
tiefsten Stand um Mittag mit 735 mm, worauf der Wind 12 Stunden lang als
Sturm aus Westen weht. Bei der 250 Sm NO vom „Prompt“ stehenden „Nixe“
währt der Weststurm nur sechs Stunden.
31. Juli. Allgemeiner Gradient SSW, 767 bis 738 mm. Das „Tief“ h
ist nach Osten hin verschwunden; ein anderes, i, bedeckt den ganzen Raum
zwischen Kap Blanco, Kap Horn und den Falklarnds - Inseln, sich noch weiter
nach OSO ausdehnend. Innerhalb dieses weiten Raumes herrscht Windstille
oder leiser Zug vor mit ganz schwachen Gradienten. Aufserhalb dieses Kernes
scheinen die Gradienten im Norden am steilsten zu sein.
„Cerastes“ bei Kap Blanco meldet am 31. einen starken westlichen Sturm,
„Iris“, 100 Sm weiter seewärts, orkanartigen Sturm aus Westen. Der tiefste
Barometerstand trat hier nachmittags mit 737 mm ein. Von den anderen Schiffen
beobachtete noch der 700 Sm NO vom „Iris“ stehende „Orient“ am 31. einen
orkanartigen Nordnordweststurm, der zugehörige tiefste Barometerstand trat aber
erst am 1, August um 4"a mit 759 mm ein.
Hauptzüge der Witterung im Juli 1890. Der Kern des Hochdruck-
gebietes lag mit Ausnahme weniger Tage im Nordosten, in See, zwischen 30°
und 42° S-Br, seltener im Norden und liefs in diesem Falle meist die Küsten-
gewässer frei. Seine Ausnahmelage über dem Festlande zwischen 30° und
40° S-Br traf zeitlich zusammen mit dem Abmarsch der nördlichsten Drepression,
die überhaupt auftrat, a, in südöstlicher Richtung.
Das zeitweilige Erscheinen eines zweiten, meist weniger bedeutenden
„Hoch“ -— gleichzeitig mit dem ersten — zwischen Kap Corrientes und den
Falklands - Inseln fiel zeitlich zusammen mit der Entwickelung oder dem Auf-
treten einer Depression nördlich davon.
Das ständige Tiefdruckgebiet lag im äulsersten Süden und Westen, in
ihm die erste Zugstrafse der Minima, nach Osten gerichtet. Aufßer weniger
ausgeprägten kleineren, auf ihr ostwärts wandernden Störungen, die sich in den
Beobachtungen als Barometerwellen meist mit Nordwest- bis Westwind bei
fallendem, Südwestwind bei steigendem Barometer kennzeichneten, traten vier
gröfsere Störungen auf, je zwei paarweise hintereinander, b und ec, h und i. Bei
b und c lag der tiefste Druck, wie bei den weniger ausgeprägten Störungen,
südlich von allen Schiffen, bei h und i dagegen nördlich von einem "Theile der
Schiffe, die deshalb östliche Winde beobachteten,
Die zweite Zuystraße führt von der La Plata - Gegend südostwärts. Das
Barometer fällt in diesen Depressionen nicht tief, die Windstärke wird aber
trotzdem oft hoch. Kine Sonderstellung nimmt die Depression f ein.
Die Depressionen bewegten sich ungefähr mit folgenden Geschwindigkeiten
in Knoten: a mit 15, 17, 9, 22, 15; b mit 42; c 35; d 43; e 33; g 9, 8 und 13.
Auf Zugstrafse 1 kamen nur hohe, auf 2 auch niedrige Werihe vor.
Die Stürme. Von 41 Schiffen, die zusammen 323 Tage in dem Gebiete
in See waren, wurden 46 Stürme (Windstärke 8 oder mehr) beobachtet. Die
höchsten Windstärken,
Beaufort 8 8 bis 9 9 9 bis 10 10 10 bis 11 11
wurden 15 3 11 1 Ss 5 3 mal beobachtet.
Es fallen in die Zonen
30 bis 39° 40 bis 49° 50 bis 54° 55 bis 59° S-Br
und zwar auf Ausreisen 8. 4 4 12 Stürme,
auf Heimreisen 2 5 6 5 »
Die Zone 30 bis 40° S-Br hat unter Land mehr Stürme als in See und
auch mehr als die nächste Zone 40 bis 50° S-Br unter Land.
Schnelle Windänderungen im Sturm traten 4mal auf; 3mal ging der Wind
links herum, gegen den Uhrzeiger, einmal rechts herum, mit dem Uhrzeiger.