184 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1897.
bringt ein neues „Tief“ b mit sich, das von West nach Kap Horn heranrückt
und den Druck auf der ganzen Strecke von Rosario bis Kap Horn zum Sinken
bringt, am meisten im Süden,
„J. C. Julius“, südwestlich von Kap Horn, ist dem Kern von b am
nächsten, beobachtet den tiefsten Luftdruck, 736 mm, um 8*a und Westnordwest-
sturm, der aber erst am nächsten Tage mit SW 11 seine Höhe erreicht. Der
„Pirat“ bei Kap Virgenes und „Rajpoot“ bei Kap Horn melden gleichfalls west-
liche Stürme am 9., dieser schweren Westnordweststurm.
10. Juli. Allgemeiner Gradient Süd, 770 bis 746 mm. Das „Hoch“ hat
seine Aenderungen wie am Vortage fortgesetzt. Sein Kern liegt in See, seine
Achse West— Öst, seine Höhe hat weiter abgenommen. Das „Tief“ b ist mit
einer Geschwindigkeit von etwa 42 Knoten ostwärts gewandert, sein Kern
südlich von allen Schiffen geblieben.
11. Juli. Allgemeiner Gradient SSW, 769 bis 739 mm. Das „Hoch“
liegt im Nordosten über dem Meere Das „Tief“ b ist ostwärts ganz ver-
schwunden; es folgt ihm auf dem Fulse ein „Tief“ c, worin der Luftdruck ebenso
tief fällt wie in b, auf 736 mm. Die tiefsten Stände beim „Rajpoot“ um 4a
und „J. C. Julius“ um 12 Uhr mittags ergeben eine Geschwindigkeit von rund
835 Knoten.
Die „Katharine“ bei Kap Blanco, „J. C. Julius“ östlich von Staaten-
Eiland, „Olive“ und „Rajpoot“ bei Kap Horn melden westliche Stürme mit dem
Höhepunkte am 11.
12. Juli. Allgemeiner Gradient SW, 774 bis 741 mm. Das „Hoch“ hat
sich südwärts verlagert, an Höhe zugenommen und so seit dem 3. Juli an-
scheinend einen ganzen Rundlauf nach dem Festlande und zurück vollendet. Das
allgemeine „Tief“ im Süden, worin 6 als Einzelerscheinung ostwärts wanderte,
hat in West—Ostrichtung eine sehr grofse Ausdehnung; die Isobaren verlaufen
bei Kap Horn ungefähr West— Ost, und keines der Schiffe beobachtet am 12.
ein eigentliches Barometerminimum, wohl Westnordweststürme mit wenig
Aenderung in der Richtung.
13. Juli. Aligemeiner Gradient SW, 775 bis 737 mm. Das „Hoch“ liegt
nordöstlicher. Im „Tief“ bei Kap Horn beobachten fünf Schiffe ein Minimum,
die südlicher stehenden früher als die nördlicher stehenden; das südlichste,
„Olive“, hat 732 mm und nur Windstärke 8, weil es dem Kerne am nächsten steht,
wo die Gradienten schwach sind, die anderen beobachten Stärken bis zu 10.
14. Juli. Allgemeiner Gradient SW, 772 bis 738 mm. Das „Hoch“ ist
fast unverändert. Im allgemeinen „Tief“ sind die Gradienten bei Kap Horn
steiler, die Winde- stürmischer als weiter südlich; vermuthlich ist „Olive“ in
60° S-Br dem Kerne ziemlich nahe, da der Wind um 8*"a nur NW 3 ist.
15. Juli. Allgemeiner Gradient SW, 774 bis 740 mm. Das „Hoch“ ist
fast unverändert, das Tief im Süden ebenso, es scheint sich festgesetzt zu haben,
Die „Katharine“ macht am 15. einen orkanartigen Nordweststurm südlich
von Kap Horn durch, beobachtet das Barometerminimum am 16. 8" p mit 750 mm,
„Olive“ beobachtete 12 Stunden vorher 725 mm mit mäfsigem Nordweststurm in
60° S-Br.
16. Juli. Allgemeiner Gradient SW, 776 bis — mm. (Keine Beobachtungen
im Südwesten). Vor dem La Plata ist ein „Tief“ d erschienen, Gradient dahin
West, 776 bis 760 mm, und die nordöstlichen Winde sind dort stark aufgefrischt.
„Kepler“ beobachtet hier zwei Stunden lang Nord 8, den tiefsten Luft-
druck, 761 mm, um 4*a.
17. Juli. Allgemeiner Gradient Süd, 774 bis — mm. (Keine Beobachtungen
im Südwesten). Das „Tief“ d ist mit einer Geschwindigkeit von 30 Knoten
nach Südost ziemlich dicht am „J. C. Julius“ vorbeigewandert.
„JS. C. Julius“ macht nämlich einen kurzen orkanartigen Sturm aus NNE
durch, wobei der Druck um 4° a auf 756 mm fällt. Bei der etwas weiter nördlich
stehenden „Freia“ erreicht der Nordnordostwind nur Stärke 7/8; das Barometer-
minimum fällt auf dieselbe Stunde wie bei „J. C. Julius“, beträgt aber 764 mm.
Winde und Luftdruck deuten eine neue kleine Störung e bei Kap Sta.
Maria an.
18. Juli. Allgemeiner Gradient SW, 778 bis — mm. (Nur Beobachtungen