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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

Knipping: Das Wetter zwischen dem La Plata und Kap Horn, 183 
geschichte des Gebietes zwischen 30° und 60° S-Br, 30° und 70° W-Lg 
im Juli 1890. 
1890, 1. Juli. Der allgemeine Gradient innerhalb des Gebietes ist nach 
SSW gerichtet; die äußersten Luftdruckwerthe sind 763 mm im Nordosten in 
See, 748 mm bei Kap Horn, vermuthlich auch bis Kap Blanco, wo die Isobaren 
mehr Nord— Süd verlaufen. . 
2. Juli. Allgemeiner Gradient SSW, 763 bis 747 mm. Andeutungen von 
Störungen zeigen sich auf der Höhe von Bahia Blanca und Staateneiland in 
Unregelmäfsigkeiten der Isobaren. 
3. Juli. Allgemeiner Gradient SSW, 770 bis 754 mm. Die Störung im 
Süden ist nach Osten gewandert und verschwunden. Ein unbedeutendes, aber 
deutliches „Tief“ a ist auf der Höhe von Kap Delgado erschienen; Gradient 
dahin West, 770 bis 757 mm. Mit der Zunahme des Druckes im Osten ist er 
gleichzeitig in der Richtung Sta. Cruz — Falklands - Inseln gestiegen, so dafs a 
hier vom allgemeinen südlichen „Tief“ getrennt ist. 
4. Juli. Allgemeiner Gradient SW, 769 bis 747 mm. Das „Tief“ a ist 
ausgesprochener; sein Kern liegt in der La Plata-Mündung und erstreckt sich 
etwa von Kap Corrientes bis Sta. Maria. Gradient dahin WNW, 769 bis 752 mm. 
Der Kinflußs von a reicht südwärts bis Kap Blanco, von wo eine Luftdruck- 
schwelle mit 762 mm.auf die Falklands - Inseln zuläuft und a wie am 3. nach 
dieser Richtung hin abgrenzt. 
Die „Katharine“ an der Südwestseite von a beobachtet Oststurm, der 
nach Süd umläuft. Die „Paula“ eben östlich von Kap Horn und im Bereiche 
des allgemeinen „Tief“ in hohen Breiten, beobachtet eine östlich wandernde 
kleine Störung mit Nordnordweststurm, der nach West umgeht. 
5. Juli. Allgemeiner Gradient Süd, 767 bis 749 mm. Das „Tief“ a 
scheint mit seinem letzten Reste in der Nähe von Rio Grande und Pto. Alegre 
zu liegen. Wo am 4. a lag, läuft das nun bogenförmige „Hoch“ in 40° S-Br 
von See aus über Kap Corrientes nach Kap Delgado. . 
„H. Bischoff“, im Südosten der Falklands-Inseln, beobachtet Südsüdwest- 
sturm, der bei fortwährend steigendem Luftdrucke nach WNW dreht. 
6, Juli. Allgemeiner Gradient Süd, 769 bis 750 mm. Das bogenförmige 
„Hoch“ ist noch da, aber sein Kern liegt nicht mehr in See, sondern über Land 
bei Bahia Blanca, während sich „Tief“ a wieder in See begeben hat und querab 
von Rio Grande liegt mit Sturm an seiner Westseite. 
„Herrmann“ und „Stella“, auf der Höhe von Rio Grande, melden beide 
schweren Südsüdweststurm, „H. Bischoff“ und „Paula“, östlich von den Falklands- 
Inseln auf dem Abhange des ständigen südlichen „Tief“, westliche Stürme. 
7. Juli. Allgemeiner Gradient SSO, 773 bis 749 mm. Das „Hoch“ hat 
sich ganz aus See verzogen und beschränkt sich auf das Festland und die 
Küstengewässer von Kap Delgado bis über Rio Grande hinaus. Das „Tief“ a hat 
eine südöstliche Richtung eingeschlagen und sich weiter entwickelt. 
„Tmise“, an der Ostseite von a, hat Nordsturm bei fallendem Barometer, 
ist aber vom Kern anscheinend ziemlich weit entfernt, da der Wind seine 
Richtung im Sturme gar nicht ändert. „Olive“ nordwestlich, „Rajpoot“ westlich 
und „Paula“ östlich von den Falklands-Inseln sowie die „Freia“ südwestlich von 
Kap Horn melden westliche Stürme, Begleiterscheinungen kleiner, ostwärts 
wandernder Störungen. 
8. Juli. Allgemeiner Gradient SO, 775 bis 752 mm. Der Kern des 
„Hoch“ liegt bei Rosario. Das noch südöstlich fortschreitende „Tief“ a ver- 
ursacht auch an seiner Westseite Stürme. . 
Bei „H. Bischoff“, der schweren Südweststurm mit orkanartigen Böen 
meldet, trat der tiefste Luftdruck, 749 mm, um Mitternacht ein, bei der „Luise“ 
auf der Nordseite von a, vier Stunden später, um 4*a mit 755 mm. Es bestätigt 
sich hierdurch, dafs der Kern von a ziemlich weit von „Luise“ entfernt bleibt. 
9. Juli. Allgemeiner Gradient Süd, 772 bis 736 mm. Das „Hoch“ hat 
sich nordöstlich verlagert und greift wieder auf das Meer über; dabei hat sich 
seine Längsachse von NNO nach NO gedreht bei abnehmender Höhe, Das 
„Tief“ a ist im Begriffe, aus unserem Gebiete zu verschwinden; an der Rück- 
seite macht es sich noch durch westliche Stürme auf dem „H. Bischoff“ und nun 
auch auf „Luise“ aus dieser Richtung bemerkbar. Die wichtigste Aenderung
	        
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