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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1897, 
Greenwicher Zeit. Das Observatorium befindet sich im höheren Stadttheil von 
Durban, der sogenannten Berea, und liegt 3 Sm nördlich vom Zeitballstand. 
In meinem letzten Berichte erwähnte ich schon, dafs das Gouvernement 
einen weiteren kräftigen Saugbayger angeschafft hat, der zur Zeit unserer An- 
wesenheit Probebaggerungen machte, die alle Erwartungen zu erfüllen schienen. 
Sollte es demselben jedoch gelingen, das Fahrwasser über der Barre derartig zu 
vertiefen, dafs Schiffe über 21 Fufs Tiefgang passiren können, so würden die 
Liegeplätze am Kai auch vertielt werden müssen, falls die Schiffe dort mit 
Niedrigwasser nicht den Grund berühren sollen. 
Ich bemerke gerne, daß die Hafenbehörden ihr Möglichstes zum Besten 
der Schiffe thaten. Schiffskapitäne erhalten in speciellen Fällen kräftige Unter- 
stützung von unserem deutschen Konsul, Herrn Monhaupt, bei HMavariefällen 
oder Ladungsbeschädigungen sachverständige und uneigennützige Rathschläge vom 
Besichtiger des „Germanischen Lloyd“, Herrn Kapt. Kieselbach, welcher auch 
„Veritas“ und „Norwegischen Veritas“ vertritt. Die Empfänger unserer Ladung, 
die Herren Hunt Leuchars & Hepburn, nahmen dieselbe schnell in Empfang 
und zahlten prompt Fracht, und schliefslich verdienen ebenso die durch das 
deutsche Konsulat übermittelten Einladungen an Kapitän und ersten Steuermann 
zum Besuch des deutschen Vereins an den Klubabenden dankenswerthe Anerkennung. 
Das Wetter zwischen dem La Plata und Kap Horn im Juli 1890. 
Von E. KNIPPING. 
(Hierzu Tafel 5.) 
Zwischen dem La Plata und Kap Horn sind um die Mitte des Jahres 1890 
auf der Ausreise mehrere Segler verschollen, darunter die deutschen Barken 
„Flora“, Kapt. H. A. Peters, von England nach Valparaiso, und „Meteor“, 
Kapt. Fr. Breckwoldt, von England nach Iquique, sowie die österreichische 
Bark „Sta. Margarita“, Kapt. J. Orth, in Ballast vom La Plata am 16. Juli nach 
Valparaiso in See gegangen. Wenn das spurlose Verschwinden gut ansgerüsteter 
Schiffe mit der ganzen Mannschaft in den allermeisten Fällen unaufgeklärt bleibt, 
da es durch manche Ursachen herbeigeführt sein kann und oft jeder Anhalt 
fehlt, so ist es doch nicht zu bezweifeln, dafs ein Theil dem Wetter zum Opfer 
fällt. Dal Schiffe platt auf die Seite geworfen werden, wobei der Ballast oder 
die Ladung oft übergeht und stunden-, ja wachenlang so liegen, ehe sie sich 
wieder aufrichten oder aufrichten lassen, ist nicht so selten, und solche Berichte 
machen es wahrscheinlich, dafs ein anderer Theil ebenso betroffener Schiffe schließlich 
sinkt. Die Veranlassung dazu kann einmal eine plötzlich aus Lee hereinbrechende 
Böe sein, die das Schiff unvorbereitet unter allen Segeln trifft, oder die Noth- 
wendigkeit, im Unwetter mehr Segel führen zu müssen als sonst rathsam wäre, 
um das Schiff durch Segelpressen vom Lande, der Leeküste, freizusegeln. 
Der erste Fall entzieht sich der Untersuchung für eine bestimmte Zeit, 
der zweite kann unter Umständen eine ziemlich deutliche Beleuchtung erfahren. 
Aber auch abgesehen hiervon, wird es immerhin lohnen, das Wetter auf dieser 
Strecke einmal für einen längeren Zeitraum, einen ganzen (südlichen) Winter- 
monat, zu verfolgen, da derartige Untersuchungen ım Südlichen Atlantischen 
Ocean selten ausgeführt worden sind und einiges Neue sicher erwartet werden darf. 
Für die deutsche Segelschiffahrt ist es zur Zeit wohl der am meisten 
befahrene Seeweg, um den es sich hier handelt, und wenn dieser Umstand der 
Untersuchung günstig ist, so darf auch ein ungünstiger nicht verschwiegen 
werden, dal sich an der ganzen langen argentinischen Ostküste nicht eine 
einzige Landbeobachtung vorfand, die hätte Verwerthung finden können. Die 
Arbeit beruht also ganz auf Schiffsbeobachtungen. 
Da die Einzelerscheinungen im Zusammenhange mit dem Wetter auf dem 
ganzen Gebiete leichter verstanden und kürzer behandelt werden können, folgt 
hier erst — mit stetem Hinweise auf Tafe! 5 — eine kurze Witterungs:-
	        
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