Port Natal.
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Es sind verschiedene kleine hydraulische Krähne, auch Bockkrähne für
schwere Gewichte, am Kai aufgestellt. Die ersteren kosten am Tage 58 für
die Stunde und während der Nacht 10s. Die Kosten für die letzteren werden
nach dem Gewicht der zu hebenden Güter berechnet; Gewichte bis zu 5 Tons
zahlen 2,10 und verhältnifsmäfsig mehr, bis von 19 bis 20 Tons & 68,15, doch
nur für das erste Stück; die übrigen zu den halben Sätzen, wobei das größte
gehobene Gewicht als erstes berechnet wird. Gewichte über 20 Tons nach
Debereinkunft mit der Hafenbehörde. Kommt die Rechnung über Z 12 bis Z 20,
so geht ein Rabatt von 40%. und über & 20 ein solcher von 50°%o von der
letzten Summe über 20 ab. Aus- und Kinsetzen von Masten wird nach
Registertons Raumgehalt der Schiffe bezahlt: 1500 bis 2000 Tons Grofsmast & 12,
Fockmast & 10, Besanmast und Bugspriet 6 und dann im Verhältnifs weniger
bis zwischen 300 und 500 Tons entsprechend 4,10, 3,15 und 2,15. Das
Gouvernement übernimmt keine Verantwortung bei dem Gebrauch der kleinen
und grofsen Krähne, verlangt aber Ersatz für Beschädigung, natürliche Abnutzung
ausgenommen. ;
Die Schleppdampfertaxe beträgt unter 400 Tons von 23 bis Z 14 und
dann #1 mehr für jede 100 Tons, bis über 1000 Tons 22. Bei stürmischem
Wetter kommen 25°%o Zuschlag und für 1 Sm aufserhalb des Ankerplatzes der
Rhede bei schönem Wetter £4 und bei schlechtem Wetter Z6 extra. Die
(Grenze des Ankerplatzes ist die 11 Faden- (20,1 m-) Linie. Diese Schleppdampfer
haben immer einen schweren Anker am Heck liegen mit 18zölligem Kajertau,
dessen Ende sie einem Schiffe, welches auf der Rhede einen Anker verloren hat,
zuwerfen. Nachdem es um den Fockmast befestigt ist, laufen sie voraus und
reifßsen ihren auf Eisenschienen gleitenden Anker von Deck. Es sind dies stock-
lose, 2 bis 3 Tons schwere Martinanker. Diese Dienste werden später nach
Uebereinkunft durch Mittelspersonen abgeschätzt, auch die Schamfilungen des
Taues. In gewöhnlichen Fällen wird für das Tau des Schleppdampfers 21 für
die Stunde berechnet, auch fällt die etwaige Schadentaxe dieses Taues zu Lasten
des geschleppten Schiffes. Die Dampfer gehören zum Hafendepartement, und
das Schleppen der Schiffe durch Privatdampfer ist nur in besonderen Fällen und
anf eine besondere Vollmacht hin erlaubt.
Port Natal hat eine Gouvernements-Patentschlipp, welche in letzter Zeit
verstärkt ist und eine neue Zugmaschine erhalten hat, so dafs sie Schiffe bis zu
1000 Tons Eigengewicht, also Segelschiffe von etwa 1600 Registertons, auf-
nehmen kann, falls deren Tiefgang es zuläfst. Leider ist mir nicht bekannt, wie
tief der Schlitten unter Wasser gelassen werden kann. Die Kosten für Benutzung
der Schlipp betragen 2 Lstrl. für die Grofs-Registertonne und 6 Pence für jede
solche Tonne Standgeld für jeden Tag aufser dem des Aufholens und Herab-
lassens. Schiffe, die jedoch nur den Boden reinigen, malen oder besichtigen
wollen, erhalten 25°%o und Schiffe, welche die Schlipp innerhalb Jahresfrist
wieder benutzen, dann noch weitere 20° Rabatt von obiger Taxe. Kriegsschiffe
Englands und befreundeter Nationen zahlen denselben Satz, jedoch ohne KEr-
mäfsigung. Der Tagelohn für Kaffern zum Schrapen und Malen auf der Schlipp
ist nicht allzu theuer; diese Arbeiten werden gewöhnlich von den Schiffshändlern
gemacht, die miteinander konkurriren und immer einen Theil Arbeitsleute vom
Lande in Monatsgage haben, denen sie aufßserdem Herberge gewähren und welche
sie zur Beballastung der Scbiffe benutzen. Der hier gelieferte Ballast ist Bagger-
sand und wird den Leuten zu 6 Pence für die Tonne längsseits der Dampfbagger
geliefert. Die Schiffe zahlen 2s 6d frei auf Deck und müssen dann mit eigenen
Leuten in die Luken werfen und trimmen. Hat man diesen Ballast direkt von
den Baggern bekommen, so läuft später im Raum noch eine Menge Wasser heraus,
was besonders für Eisen- und Stahlschiffe unangenehm ist. Steinballast kann
man für 5s die Tonne, per Eisenbahn gebracht, frei ins Schiff bekommen; es
soll aber keine besonders gute Steinsorte sein. Hat man beim Löschen Arbeits-
leute nöthig, so nimmt man solche am besten von dem Landungsagenten, welcher
die Ladung für den Kaufmann empfängt. Wir mufsten 2s 6d pro Tag und
Mann zahlen, was nicht theuer ist.
Ein Zeitball ist dicht am Hafen aufgestellt; man rechnet hier mittlere
Zeit, 2 Stunden Ost von Greenwich. Der Ball fällt um 1”p, also 11 Uhr morgens