Von Samoa nach Auckland,
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Von Samoa nach Auckland.
Aus dem Reisebericht S, M. S, „Bussard“, Kommandant Korv.-Kapt. WINKLER. Dezember 1896,
Wind. Der Passat wehte bis zu den Kermadee- Inseln der Windkarte
entsprechend, in der Nähe der Samoa-Inseln und östlich der Tonga - Inseln bei
trübem und regnerischem Wetter in Stärke 6 bis 7. Im Uebrigen klarer Himmel,
Barometer sehr hoch, 767 bis 770 mm (unred.).
Südlich der Kermadec-Inseln bis Neu-Seeland wurde Wind ENE, Stärke 3
bis 4, angetroffen, der am 20. nach Nord, NNW und am 21. nach NW herumging.
Stromversetzungen. Es herrschte eine mehr oder weniger starke
westliche Versetzung vor, im Passat bis zu 20 Sm im Etmal, weiter südlich ab-
nehmend und schliefslich in der Nähe von Neu-Seeland kaum noch wahrzunehmen,
Der in den Stromkarten angegebene kalte Nordoststrom, welcher östlich von
Neu-Seeland an den Kermadec-Inseln vorbeiläuft und dann nördlich von diesen
nach NW umbiegt, wurde nur am 15. Dezember auf 26,6° S-Br, 176,5° W-Lg mit
N 39° W, 18 Sm, wahrgenommen; wahrscheinlich ist er infolge der herrschenden
nordöstlichen Winde nicht zur Geltung gekommen.
In der Nähe der Ostküste Neu-Seelands setzte der Strom SO, etwa 1 Sm
in der Stunde.
Ansegelung von Cabedello, Brasilien.
Von Kapt. H. KÖHLER, Dampfer „Babitonga“.
Steuert man, von Norden kommend, die Küste ca 20 Sm vor Cabedello
an, so bemerkt man auf eine Entfernung von ca 20 Sm rothe Klippen, die nahezu
bis zur Mündung des Flusses Mamanguape reichen. Das nördliche Ufer an dieser
Flulfsmündung ist höher als das südliche und etwas steil abfallend.
Südlich von Mamanguape ist der Strand weifs, worauf später wieder rothe
Klippen folgen.
Hinter Letzteren liegt ein ziemlich weit sichtbares, massives Gebäude und
einige Meilen südlich davon das Kloster Nossa Senhora da Guia.
Dasselbe ist grau und unscheinbar, etwas durch Buschwerk verdeckt.
Bald darauf erblickt man die beiden Thürme der Kathedrale von Parahyba
über der Insel Restinga auf eine Entfernung von 18 bis 20 Sm.
Gleichzeitig wurde der Feuerthurm von Cabedello gesichtet, derselbe ist
weifßs mit rothem Fufs.
Nachdem Lucena-Spitze in ca 8 Sm Abstand passirt und der Feuerthurm
ww. WzN war, wurde auf letzteren zugesteuert und ca !/s Sm davon entfernt der
Lootse an Bord genommen. Derselbe kam in einem Jangada ab und zeigte
eine. rothe Flagge mit schwarzem P.
Nach Anweisung des Lootsen wurde nun kurze Zeit NO gesteuert, bis
Nossa Senhora da Guia mw. W*%/sN peilte, wodurch die äufsere Boje in dieselbe
Peilung kam und ca 1'/4 Sm entfernt war.
Hierauf wurde allmählich nach der Boje zugehalten und dieselbe schliefslich
an B. B. in einem Abstande von ein bis zwei Schiffslängen passirt.
Der Kurs WSW ınw. von dort liefs das Schiff die innere Boje ebenfalls an
B. B. in gleichem Abstande passiren. Die äufsere Boje, abgestumpft, weiß und
schwarz vertikal gestreift, liegt in folgenden Peilungen:
Feuerthurm mw. S*/40 und Cabedello Fort SW.
Die innere Boje, roth und spitz, liegt:
Feuerthurm mw. 0S0'40 und Fort SSW.
Nach dem Passiren der zweiten Boje wurde nach der Nordspitze der Insel
Restinga gehalten, bis das Fort S'4,W mw. peilte, alsdann nach und nach auf
letzteres zugesteuert und in einem Abstande von zwei bis drei Schiffslängen passirt,.
Eben innerhalb des Forts ist eine Anlegebrücke für Schiffe. Dieselbe ist
mit der Eisenbahnstation durch Schienenweg verbunden. Die Güter werden
direkt auf Waggons verladen.