Ann. d. Hydr. ete., XXV. Jahrg. (1897), Heft V.
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Von Manila nach Hongkong und Amoy.
Aus dem Reisebericht S. M, S. „Irene“, Kommandant Korv.-Kapt. mit Oberstlieutenants-Rang DU Bors,
Am 3. Januar 1897 morgens wehte in der Bai von Manila bei leicht
bedecktem Himmel nordwestlicher Wind, Stärke 3. An der Westküste von
Luzon drehte der Wind gegen Mittag über Nord nach ENE und wehte aus dieser
Richtung mit Stärke 2 bis 3 his auf etwa 10 Sm Entfernung von der Küste,
Weiter nach See zu stand leichte westliche bis nordwestliche Briese, während
nördliche Dünung längs der Küste lief. Am 4. um 8"a auf 18° N-Br und
118° 40’ O-Lg frischte der Monsun bis Stärke 4 und 5 auf, und die Dünung
nahm entsprechend zu, so dafs das Schiff bis 20° nach jeder Seite schlingerte.
Bis zu diesem Punkte hatte offenbar die Insel Luzon ihren Einflufs auf den
Monsun ausgeübt. Das Wetter blieb 'den Tag über klar, der Barometerstand
war gleichmäfsig zwischen 764 und 766 m. Eine merkliche Stromversetzung fand
bis zum Mittag nicht statt. Gegen Abend flaute der Monsun ab und blieb auf
Stärke 2 bis zum folgenden Mittag. Am 5. morgens gegen 5'/2 Uhr bedeckte
sich der bis dahin klare Himmel sehr schnell, die Temperatur fiel im Laufe des
Vormittags um 3°, von 22,5° auf 19,5° C, und die Luft wurde diesig, so. dafs
die Inseln der chinesischen Küste erst auf ca 15 Sm Entfernung in Sicht kamen,
Der Strom setzte von etwa 18° 50‘ N-Br und 118° O-Lg ab bis zur chinesischen
Küste in westsüdwestlicher Richtung mit %4: bis 1 Knoten Geschwindigkeit, unter
der Küste westlicher werdend und an Stärke zunehmend. In der Einfahrt nach
Hongkong stieg die Temperatur wieder um etwa 5° C.
Am 7. Januar wehte im Hafen von Hongkong mittags hei klarem Himmel
südöstlicher Wind. Ueber die nach See zu gelegenen östlichen Bergketten der
Ausfahrt glitten dichte Nebelwolken herunter. Plötzlich wurde der ganze Tathong
Channel in dichten Nebel gehüllt, während die Temperatur um mehrere Grade
Ael und der Wind zeitweilig auf Nordost herumging. Von 4" p ab klarte es etwas
auf, doch wurde das Schiff hin und wieder noch in dicke Nebelschwaden ein-
gehüllt. Erst in einer Entfernung von 5 bis 10 Sm von Land wurde es voll-
kommen klar, während die Küste noch mit dichten weifßsen Wolken bedeckt war.
Der Wind wehte von 5"p ab aus NEzE und nahm bis Mitternacht von Stärke 1
bis 3 zu. Nach Dunkelwerden zeigte das Wasser ein aufserordentlich intensives
Meerleuchten. Gegen 8"p trat starker Thau und um 10"p wieder Nebel ein.
Etwas vor Mitternacht klarte es hei zunehmender Windstärke auf. Am Morgen
des 8. ging der Nordostwind bei Tshilang Point auf ENE mit Böen bis Stärke 6,
wurde während des Vormittags wieder stetiger und ging auf NE. Am Nach-
mittag war der Wind an der westlichen Seite der Formosa-Strafße ENE, Stärke 3.
Die See lief mit entsprechender Stärke in der Windrichtung. Der Strom setzte
ca 1 Sm die Stunde westlich, parallel der Küste.
Meteorologische und hydrographische Notizen für die Reise von
Kamerun über St. Paul de Loanda nach Kapstadt. ;
Aus dem Reisebericht S. M. S. „Hyäne“, Kommandant Kapt.-Lieut, BECKER. Dezember 1896 bisJanuar 1897.
1. Kamerun — Loanda. ;
Wind und Wetter. Auf der Reise von Kamerun bis 2° S-Br und
9° O-Lg wurden ausschliefslich leichte südwestliche Winde (Stärke 1 bis 2) an-
getroffen. Südlich von 2° S-Br bis St. Paul de Lvanda war der Wind südlich
und von derselben Stärke. Das Wetter war schön, der Himmel klar mit einzelnen
Wolken. Barometer- und Thermometerstand waren der Jahreszeit entsprechend,
Ann. d. Hydr. ete., 1897, Heft V.