Reise der Bark „Theodore“ von Boulogne nach. Cearä,
solcher Fall. ereignete sich am 4, März 1893; das. ca ‚6 Tonnen große Boot
wurde übergeworfen, und zwei Leute fanden dabei ihren Tod. ‚Personen ‘nach
and von dem Lande zu tragen ist im Allgemeinen zwar nicht gefährlich, denn
die Träger sind geübt. in dieser Arbeit; man wird aber gewöhnlich nafs dabei,
manchmal durch und durch.
Von Januar bis Juni kommen viele Regentage in Ceard vor, und der
meistens zwischen Ost und SE vom Lande wehende Wind ist oft böig, des Nachts
ist es gewöhnlich windstill, In der anderen Jahreszeit soll es sehr trocken sein.
Die Schiffe werden gewöhnlich vor dem Ende ihrer. Liegezeit entlöscht,
und die Empfänger der Ladung sind meistens freundlich und zuvorkommend.
Ballast ist wegen der. hohen Brandung oftmals schwer zu bekommen, wenn aber
nur ein Schiff solchen verlangt, so dauert es doch nicht allzulange. Derselbe
kostet 2 bis 2'/s Milrs, die Tonne. Die Hafenabgaben und das Lootsengeld sind
nicht sehr hoch, Proviant aber, mit Ausnahme von frischem Fleisch und Kaffee,
sehr theuer. Zu meiner Verwunderung habe ich in Ceard keinen Deutschen
gefunden,
Ueber den Hafen von Fiume und die Reise von dort nach Cardiff,
Von Kapt, C. MEYER vom Schiffe „Adelaide“. ;
Fiume. Der Kanal von Quarnero, die Einfahrt nach Fiume, ist im
Allgemeinen gut befeuert, aber bei meiner Ankunft im November 1895 brannte
das Hauptfeuer am Eingange, das Funkelfeuer auf der Insel Sansego, nicht.
Statt dessen wurde von demselben Thurme ein schwaches festes rothes Feuer
yezeigt. Der Apparat‘ für das Funkelfeuer befindet sich seit Jahresfrist in
Reparatur. Dieser Umstand wäre für mich bald verhängnifsvoll ‚geworden, weil
ich das erwähnte rothe Feuer für’ das eines entgegenkommenden Schiffes hielt,
bis plötzlich die Insel selber in Sicht kam, noch eben früh genug, um von der-
selben frei steuern zu können. Bei einem etwaigen Auftreten einer Bora vor
der Einfahrt nach Fiume halte man, wenn es angeht, nach dem Kap Promontore
and suche dann, ab- und anliegend, Schutz unter der hohen Küste von Istrien.
In einem Abstande von 1 bis 3 Sm ist diese Küste zwischen dem Hafen Rovigno
und Kap Promontore rein von Untiefen und gut befeuert. Die Küstenfahrer
laufen bei einer Bora auch wohl in Pola binnen oder ankern dicht unter der
Küste. Ich halte beides nicht für rathsam für ein gröfseres Schiff, weil nach
der Bora gewöhnlich Westwind durchkommt und ein etwas gröfserer Seeraum
dann sehr von Nutzen ist. Kapt. Morris von der englischen Brigg „Phantom“,
der diese Gewässer schon viele Jahre befährt, sowie auch andere erfahrene
Kapitäne behaupteten, dafs bei einer Bora das Wetter in der Nähe der ‚Küste
von Istrien verhältnifsmäfsig gut ist, während es weiter vom Lande entfernt schwer
weht. Dieses war mir leider nicht bekannt, und hielt ich es für das Beste,
währendeiner Bora südöstlich vom Kap Promontorezugehen, wo wir schweres Wetter
hatten und Segel und andere Gegenstände verloren. Kine Brigg verlor gleich-
zeitig sämmtliche Segel und Stängen und mufste später durch einen .Dampfer
binnen geschleppt werden. Von der Regierung angestellte Lootsen giebt es
hier nicht, doch thun Fischerleute von den Inseln Sansego und Unie Lootsendienst.
Um einen‘ solchen Lootsen zu erhalten, muß man mit dem Schiffe dicht unter
Land gehen. Für seine Dienste läfst sich der Lootse nicht weniger als 8 bis
LO Lstrl.. bezahlen, trotzdem die Einsegelung leicht und fast gefahrlos ist. Ich
bin ohne einen Lootsen mit meinem Schiffe ein- und ausgegangen. Ein eigentlicher
Schleppdampfer ist in Fiume nicht vorhanden, sondern nur ein. Staats-Schlepp-
dampfer. Derselbe ist fast immer im Hafen beschäftigt und schleppt Segelschiffe
nur hinaus. Aber hierzu bedarf es stets einer besonderen Erlaubnifs der Behörde,
ünd ist dieselbe. sehr kostspielig. Von der See herein schleppt. dieser. Dampfer
nicht. Letzteres ist nur in folgender Weise zu ermöglichen: Wenn der hiesige
Schiffshändler Giocama Tenecich, ein höchst empfehlenswerther Mann, in Erfahrung
vebracht hat, daß ein Segelschiff ‚sich der Einfahrt nähert, so engagirt er einen