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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

Reise der Bark „Theodore“ von Boulogne nach. Cearä, 
solcher Fall. ereignete sich am 4, März 1893; das. ca ‚6 Tonnen große Boot 
wurde übergeworfen, und zwei Leute fanden dabei ihren Tod. ‚Personen ‘nach 
and von dem Lande zu tragen ist im Allgemeinen zwar nicht gefährlich, denn 
die Träger sind geübt. in dieser Arbeit; man wird aber gewöhnlich nafs dabei, 
manchmal durch und durch. 
Von Januar bis Juni kommen viele Regentage in Ceard vor, und der 
meistens zwischen Ost und SE vom Lande wehende Wind ist oft böig, des Nachts 
ist es gewöhnlich windstill, In der anderen Jahreszeit soll es sehr trocken sein. 
Die Schiffe werden gewöhnlich vor dem Ende ihrer. Liegezeit entlöscht, 
und die Empfänger der Ladung sind meistens freundlich und zuvorkommend. 
Ballast ist wegen der. hohen Brandung oftmals schwer zu bekommen, wenn aber 
nur ein Schiff solchen verlangt, so dauert es doch nicht allzulange. Derselbe 
kostet 2 bis 2'/s Milrs, die Tonne. Die Hafenabgaben und das Lootsengeld sind 
nicht sehr hoch, Proviant aber, mit Ausnahme von frischem Fleisch und Kaffee, 
sehr theuer. Zu meiner Verwunderung habe ich in Ceard keinen Deutschen 
gefunden, 
Ueber den Hafen von Fiume und die Reise von dort nach Cardiff, 
Von Kapt, C. MEYER vom Schiffe „Adelaide“. ; 
Fiume. Der Kanal von Quarnero, die Einfahrt nach Fiume, ist im 
Allgemeinen gut befeuert, aber bei meiner Ankunft im November 1895 brannte 
das Hauptfeuer am Eingange, das Funkelfeuer auf der Insel Sansego, nicht. 
Statt dessen wurde von demselben Thurme ein schwaches festes rothes Feuer 
yezeigt. Der Apparat‘ für das Funkelfeuer befindet sich seit Jahresfrist in 
Reparatur. Dieser Umstand wäre für mich bald verhängnifsvoll ‚geworden, weil 
ich das erwähnte rothe Feuer für’ das eines entgegenkommenden Schiffes hielt, 
bis plötzlich die Insel selber in Sicht kam, noch eben früh genug, um von der- 
selben frei steuern zu können. Bei einem etwaigen Auftreten einer Bora vor 
der Einfahrt nach Fiume halte man, wenn es angeht, nach dem Kap Promontore 
and suche dann, ab- und anliegend, Schutz unter der hohen Küste von Istrien. 
In einem Abstande von 1 bis 3 Sm ist diese Küste zwischen dem Hafen Rovigno 
und Kap Promontore rein von Untiefen und gut befeuert. Die Küstenfahrer 
laufen bei einer Bora auch wohl in Pola binnen oder ankern dicht unter der 
Küste. Ich halte beides nicht für rathsam für ein gröfseres Schiff, weil nach 
der Bora gewöhnlich Westwind durchkommt und ein etwas gröfserer Seeraum 
dann sehr von Nutzen ist. Kapt. Morris von der englischen Brigg „Phantom“, 
der diese Gewässer schon viele Jahre befährt, sowie auch andere erfahrene 
Kapitäne behaupteten, dafs bei einer Bora das Wetter in der Nähe der ‚Küste 
von Istrien verhältnifsmäfsig gut ist, während es weiter vom Lande entfernt schwer 
weht. Dieses war mir leider nicht bekannt, und hielt ich es für das Beste, 
währendeiner Bora südöstlich vom Kap Promontorezugehen, wo wir schweres Wetter 
hatten und Segel und andere Gegenstände verloren. Kine Brigg verlor gleich- 
zeitig sämmtliche Segel und Stängen und mufste später durch einen .Dampfer 
binnen geschleppt werden. Von der Regierung angestellte Lootsen giebt es 
hier nicht, doch thun Fischerleute von den Inseln Sansego und Unie Lootsendienst. 
Um einen‘ solchen Lootsen zu erhalten, muß man mit dem Schiffe dicht unter 
Land gehen. Für seine Dienste läfst sich der Lootse nicht weniger als 8 bis 
LO Lstrl.. bezahlen, trotzdem die Einsegelung leicht und fast gefahrlos ist. Ich 
bin ohne einen Lootsen mit meinem Schiffe ein- und ausgegangen. Ein eigentlicher 
Schleppdampfer ist in Fiume nicht vorhanden, sondern nur ein. Staats-Schlepp- 
dampfer. Derselbe ist fast immer im Hafen beschäftigt und schleppt Segelschiffe 
nur hinaus. Aber hierzu bedarf es stets einer besonderen Erlaubnifs der Behörde, 
ünd ist dieselbe. sehr kostspielig. Von der See herein schleppt. dieser. Dampfer 
nicht. Letzteres ist nur in folgender Weise zu ermöglichen: Wenn der hiesige 
Schiffshändler Giocama Tenecich, ein höchst empfehlenswerther Mann, in Erfahrung 
vebracht hat, daß ein Segelschiff ‚sich der Einfahrt nähert, so engagirt er einen
	        
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