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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1897.
Den Weg durch den Prinzen-Kanal und sodann dicht unter der Küste von
Java entlang nehmend, erreichten wir am Mittage des 14. April bei einem Schauer
mit frischem Südsüdwestwinde Anjer; um 4 Uhr nachmittags waren wir bereits
aus der Sunda-Straße heraus. Zu der letztgenannten Zeit sah die Luft rück-
wärts, über der Stralse, sehr drohend aus. Eine mälfsige südwestliche Briese
führte uns durch die Java- See, und am Morgen des 16. April standen wir vor
dem Eingange zur Gaspar-Strafse in dem Stoltze-Kanal. Hier ging der bis dahin
günstige Wind in Stille über, um sodann als ein leiser Zug von Norden durch-
zukommen, bei dem wir in zwei Tagen durch die Gaspar-Strafse kreuzen konnten,
Der Strom setzte während des gröfsten Theils des Etmals mit einer mäfsigen
Geschwindigkeit nach SO. Nördlich der Strafßse waren ebenfalls ganz flaue
nördliche Briese und sgüdliche Strömung vorhanden, weshalb das Aufkreuzen
sehr langsam von Statten ging. Erst am 25. April passirten wir die Linie in
109,5° O-Lg. Von hier an wurden die Verhältnisse insofern für uns etwas
günstiger, als der Wind sich öfters nach West und Süd veränderte — wenn
auch höchstens die Stärke 1 bis 2 erreichend — und die Strömung mehr nach
Ost, selbst nach NNO setzte. Wir passirten zwischen den Natuma - Inseln hin-
durch und schnitten 10° N-Br in 111,5° O-Lg am 7. Mai. Auch noch von hier
an machte ein leiser, von Stillen unterbrochener, meistens günstiger Zug die
Weiterfahrt zu einer langwierigen. Dazu war am 10. und 11. Mai eine nördliche
Dünung vorhauden, während wir bis zu dieser Zeit eine ganz ruhige See gehabt
hatten. Am letztgenannten Tage mittags ging der Wind nach einer vorauf-
gegangenen kurzen Windstille auf Nord und frischte etwas auf. Am 12. Mai,
als dieser Wind bis zur Stärke 5 zugenommen hatte, beobachteten wir einen
prachtvollen Sonnenuntergang bei gleichzeitig sehr drohend aussehender Luft
von gelb-röthlicher, schmutziger Farbe im Osten. Es kam mehr und mehr See-
gang aus OSO auf. Das Barometer war im langsamen Fallen begriffen, und es
blitzte im Nordwest und Südwest. Da mit Tagwerden am 13. Mai die vor-
erwähnte dicke etwa 15° hohe Wolkenbank im Osten noch unverändert dort
stand und die See von Ost bis Nord noch zugenommen hatte, war kein Zweifel
mehr möglich, dafs wir es mit einem Taifune zu thun hatten, dessen Centrum
etwa in OSO von uns lag, und uns wahrscheinlich recht vor oder links von der
Bahn desselben befanden. Wir hielten daher, mit dem Winde 3 bis 4 Strich
von St. B. ein, südwärts ab, um uns von der Bahn des Centrums zu entfernen
und möglicherweise hinter Letzteres zu gelangen. (Ganz richtig. Anm. d. Red.)
Wie erwartet, holte der Wind dann allmählich westlicher, und wir konnten dem-
entsprechend nach und nach östlicher steuern, bis am 15. Mai um 8 Uhr morgens
wegen der Nähe der North Danger Shoals beigedreht werden mulfste, und zwar
mit B. B.-Halsen. Den niedrigsten Barometerstand von 753,2 mm (unred.) beob-
achteten wir am 15. Mai 4 Uhr nachmittags bei Westwind 7 und hoher wilder
See von NNE, NNW und West. Von da an war ein langsames Steigen des
Barometers bemerkbar, und da der Wind nur bis nach WSW herumging, so
konnte dies als Anzeichen gelten, dafs der Taifun wahrscheinlich nach Nord um-
gebogen sei. Der Wind nahm dabei bis zur Stärke 4 ab, aber wegen der hohen
nördlichen See war noch kein nennenswerther Fortschritt zu machen. In den
nächsten Tagen hatten wir meistens Windstille oder leisen Zug aus SSW. Erst
am 22. Mai auf 17,3° N-Br und 115,0° O-Lg kam etwas Briese aus SW durch,
die als Monsun bezeichnet werden konnte. Mit dieser erreichten wir am 24. Mai
8 Uhr abends die Rhede von Hongkong, 144 Tage von New York.
In Hongkong erfuhren wir, dafs der Taifun bald nach seinem Eintritt in
die China-See nach Nord bis NNE umgebogen sei und somit unsere diesbezügliche
Annahme vom 15. Mai richtig gewesen war.
Bericht über im Indischen Ocean angetroffenes Treibeis.
Kapt. A. Scheepsma, Führer des Bremer Schiffes „Adolf,“ welcher nach
einer sehr raschen Reise von 113 Tagen ab Cardiff am 2. Februar 1897 in
Nagasaki eingetroffen ist, sendet der Seewarte folgenden Bericht über von ihm
angetroffenes Eis zu.