accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

...3 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1897. 
Etwas östlich der genannten Huk ändert sich der Charakter der Küste. 
Die Vorberge des Bougainville - Gebirges treten hart an den Strand heran und 
fallen hier steil ab, nur einen ganz schmalen Korallenstrand freilassend. In der 
Nähe der Germania-Huk fällt auch dieser schmale Saum fort, und die etwa 40 bis 
80 m hohen Felswände steigen unmittelbar aus der See auf. 
Charakteristisch für den ganzen Küstenstrich ist das Bougainville-Gebirge, 
dessen höchste Erhebung, der Bougainville-Berg, eine Höhe von 1200 m erreicht. 
Westlich der Germania - Huk beginnt eine mehrere Meilen breite dicht 
bewaldete Ebene, welche, im flachen Bogen verlaufend, bis zur Humboldt - Bai 
reicht. In der Ostecke dieser Ebene mündet etwa 1 Sm WSW von der Germania- 
Huk der etwa 100 m breite Sechstroh-Flufs, dessen Wasser die See bis auf etwa 1 Sın 
gelb färht. Die Mündung des Flusses ist durch eine Barre geschlossen, auf 
welcher bei Hochwasser ungefähr 1'2 m Wasser sind. Der Flufslauf wurde 
ca 3 Sm weit ausgelothet, derselbe ist aber anscheinend noch weiter für Boote 
befahrbar. 
Ankerplätze. Die Wassertiefen sind bis an die Strandriffe heran ziemlich 
bedeutende, meist unmittelbar an letzteren noch etwa 50 bis 80 m. 
Eine Ausnahme hiervon machen nur die verschiedenen Buchten, welche 
deshalb eventuell als Ankerplätze geeignet sind. Schuiz gegen auflandige Winde 
oder Dünung bietet jedoch keine derselben, mit Ausnahme der Germania-Bucht. 
S. M. S. „Möwe“ hat an folgenden Stellen geankert: 
1. In der flachen Bucht etwa 5 Sm östlich der Robide-Huk, die an einem 
kleinen isolirt vorgelagerten Felsen leicht kenntlich ist. Die Wassertiefe betrug 
hier etwa 400 m von dem gelben Sandstrand entfernt 15 m. In dem östlichen 
Theil dieser Bucht liegt etwa 600 m vom Strande eine 4 m - Stelle, welche nur an 
dem hellen Wasser kenntlich ist. 
2. In der Bougainville- Bucht. Es ist dies eine etwa dreieckige Bucht 
am Fufse des Bougainville - Berges. An der Westseite liegt unter Kokospalmen 
ein grofses Dorf der „Wutong“. 
Der beste Ankerplatz ist innen in der Bucht etwa 300 m von Land mit 
20 m Wasser und Korallensand als Grund, 
3. In der Germania-Bucht. Man ankert am besten in dem Winkel zwischen 
Germania-Huk und Sechstroh-Flufßs, wo die Wassertiefe nach Land zu allmählich 
abninmt und guter Ankergrund vorhanden ist. 
Die Felsen der Germania-Huk bieten Schutz gegen Südostwind und 
Dünung. Frischwasser kann aus dem Sechstroh-Flufs entnommen werden, jedoch 
ist dasselbe zum Trinken nicht geeignet. 
Apia — Jaluit — Matupi. 
Aus dem Reisebericht S. M. S. „Falke“, Kommandant Korv.-Kapt. KRIEG, November und Dezember 1896. 
’I. Apia — Jaluit. 
Während des ersten Theiles der Reise, sowohl im Bereiche des Südost- 
passats wie dem der wechselnden Winde und Stillen, herrschte stets schönes und 
klares Wetter, nach Ueberschreiten der Linie und besonders mit dem Erreichen 
des Gebietes des Nordostpassates stellten sich jedoch häufige Regenböen ein, in 
denen der Wind lebhaft auffrischte. Der Südostpassat hielt sich bis zum 12, Grad 
südlicher Breite, hierauf folgten wechselnde, ganz leichte Winde, meistens aus 
nördlicher bis westlicher Richtung, und häufig Stillen, auf 2° 30‘ N-Br setzte der 
Nordostpassat mit Stärke 4 bis 5 ein. 
Das Barometer zeigte einen mittleren Stand von 761,5 mm und regel- 
mäfsige Schwankungen. Die Stromversetzungen waren, wie untenstehende Zu- 
sammenstellung zeigt, zunächst ganz gering, nordwestlich, während nördlich vom 
Aequator bis nach Jaluit starke südöstliche Versetzungen eintraten. Im vorigen 
Jahre zu derselben Zeit erfuhr S. M. S. „Falke“ hier nordöstliche Strom- 
versetzungen.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.